Wechsel an der Spitze in Unterwössen

von Redaktion

Vor großem Publikum hat sich der neue Gemeinderat in Unterwössen konstituiert. Johannes Weber (CSU) ist neuer Bürgermeister. Ihm zur Seite stehen Walter Bauer (OWG) als Zweiter und Andrea Größ (CSU) als Dritte Bürgermeisterin.

Unterwössen Weil die Plätze im Sitzungssaal des Rathauses nicht reichten, wurden noch Stühle herbeigeholt. Vor rund 35 Zuhörern – für Unterwössen eine außergewöhnliche Zahl – konstituierte sich der neue Gemeinderat Unterwössen: Johannes Weber (CSU) ist Erster Bürgermeister, Walter Bauer (OWG) Zweiter und Andrea Größ (CSU) Dritte Bürgermeisterin.

Gegen 19 Uhr wurde es still im Sitzungssaal. Weber eröffnete die Sitzung. Unter den Zuhörern befanden sich Bürgermeister a. D. Ludwig Entfellner (CSU), der das Amt zwölf Jahre lang von 2014 bis 2026 innehatte, sowie die scheidende Dritte Bürgermeisterin Claudia Schweinöster (FDP/UWW) und Vertreter zahlreicher Vereine.

Sieben neue
Räte vereidigt

Den Einstieg in seine erste Amtsansprache nutzte Weber für einen Rückblick, der mit dem Jahr 2014 begann, in dem er als 22-jähriger Student erstmals in den Gemeinderat eingezogen war. 2020 folgte die Wiederwahl und das Mandat als Zweiter Bürgermeister, nun der nächste Schritt. Ludwig Entfellner dankte er für zwölf Jahre im Dienst der Gemeinde, für das Engagement im Vereinswesen und als Vorsitzender beim Unterwössner Trachtenverein und beim Chiemgau Alpenverband. Eine offizielle Verabschiedung mit Beteiligung der Vereine ist geplant.

Sechs Punkte nannte Weber als Leitlinien für die Wahlperiode 2026 bis 2032: die Infrastruktur mit Straßen, Kanalsanierung und Digitalisierung, starke Gemeindeeinrichtungen mit Wasserwerk, Bauhof und Feuerwehren, Investitionen für Kinder, Jugendliche und Familien, Pflege und Versorgung im Alter, der Erhalt der bäuerlichen Kulturlandschaft und ein lebendiges Dorf für alle Generationen.

Beim Thema Feuerwehren verwies Weber auf den jüngsten Einsatz am Saurüsselkopf nahe Ruhpolding, bei dem Einsatzkräfte der Feuerwehren Unter- und Oberwössen unter den insgesamt bis zu 300 Einsatzkräften in unwegsamem Gelände im Einsatz waren. „Ihr leistet hervorragende Arbeit“, sagte Weber an die Feuerwehrvertreter unter den Zuhörern. Weber schloss mit dem knappen Bild, dass die Gemeinderatsmitglieder Bürger seien, gewählt von Bürgern für Bürger. Nicht mehr, nicht weniger. Jedes Mitglied bringe Talente, Stärken und Fähigkeiten mit, die innerhalb der rechtlichen Rahmen einzusetzen sich immer lohne.

Die Vereidigung des Bürgermeisters nahm Gemeinderätin Gabriele Neubert (Bündnis 90/Die Grünen) als ältestes anwesendes Mitglied des Gremiums vor. So schreibt es das Landesgesetz vor. Weber schwor mit Gottesformel auf Grundgesetz und Bayerische Verfassung und verpflichtete sich zur gewissenhaften Erfüllung der Amtspflicht.

Anschließend versammelte Weber die sieben neugewählten Gemeinderäte. Das sind Helmut Bachmann, Wössen Mitnand (WM), Andreas Bär (FDP/UWW), Florian Demmel (Bündnis 90/Die Grünen) und Tobias Maier (WM). Neu dabei sind auch Andreas Nieß (CSU), Stefan Steiner (OWG) und Michael Weickl (CSU). Sie schworen gemeinsam Treue zu Grundgesetz und Verfassung und verpflichteten sich, die Rechte der gemeindlichen Selbstverwaltung zu wahren.

Für das Amt des Zweiten Bürgermeisters gab es drei Vorschläge. Helmut Bachmann benannte Thomas Ager (WM), Augenoptikermeister mit eigenem Betrieb in Grassau. Er bringe Erfahrung aus zwölf Jahren Gemeinderat und die Mitwirkung in Tourismus- und Wirtschaftsverband mit. Der Vorschlag erwecke das alte Modell zum Leben, dass Erster und Zweiter Bürgermeister aus unterschiedlichen Gemeindeteilen Ober- und Unterwössen kommen. Balthasar Haßlberger sprach sich für Walter Bauer aus. Er sei Gemeinderat, rund 38 Jahre in der Freiwilligen Feuerwehr, davon 18 Jahre als Kommandant und seit 18 Jahren Vorsteher des Wasserbeschaffungsverbandes Oberwössen. Bei Bauer liefen viele Fäden zusammen, vieles gehe von ihm aus. Florian Demmel setzte sich für Parteikollegin Gabi Neubert ein. Sie lebe seit 1999 in Unterwössen und sei seit 2020 im Gemeinderat. Mit ihrer Wahl würden wieder beide Ortsteile einen Bürgermeister stellen. Neubert sei gut vernetzt bei Jung und Alt, sei Mitglied in vielen Vereinen und repräsentiere als Frau einen mächtigen Teil der Bürgerschaft. Die Wahl erfolgte in geheimer Abstimmung per Wahlkabine unter Leitung von Geschäftsleiter Thomas Müllinger und seiner Stellvertreterin Jana Schmidt-Hindinger. Alle 17 Mitglieder einschließlich des Ersten Bürgermeisters gaben ihre Stimme ab. Zwölf Stimmen entfielen auf Walter Bauer, drei auf Thomas Ager, zwei auf Gabriele Neubert.

Für das Amt der Dritten Bürgermeisterin schlug Katharina Wagner (CSU) Andrea Größ (CSU) vor, gut vernetzt im Vereinsleben und im gesellschaftlichen Leben der Gemeinde verankert, wie sie findet. Florian Demmel schlug erneut Gabriele Neubert zur Wahl vor. Von den 17 Stimmen entfielen zwölf auf Andrea Größ, fünf auf Gabi Neubert. Bürgermeister Johannes Weber vereidigte nacheinander Walter Bauer und Andrea Größ als Zweiten und Dritten Bürgermeister.

Beide Ortsteile
berücksichtigen

Walter Bauer dankte und sagte sinngemäß, das Amt sei nicht von langer Hand geplant gewesen, solche Dinge entstünden im Gespräch. „Wir sind seit über 60 Jahren eine Gemeinde.“ Er werde die Belange beider Ortsteile gleichermaßen vertreten und keine Unterschiede machen.

Andrea Größ hielt es kürzer und betonte, wenn sie ein Amt übernehme, tue sie das im vollen Bewusstsein. Sie werde da sein, wenn sie gebraucht werde.

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