Rimsting – Extrem spannend war die Wahl des Dritten Bürgermeisters in Rimsting. Bis der allerletzte Zettel seine Botschaft verriet, war die Situation ein Patt.
Die beiden Kandidaten für diesen Posten waren wohl ausgewählt: Zum einen hatte Nina Weinland (Grüne) Mary Fischer (FW) vorgeschlagen. Diese sei bestens geeignet, mit viel Erfahrung auf kommunaler und Kreisebene, und „endlich“ sei es in Rimsting „Zeit für eine Frau als Bürgermeisterin“, begründete Weinland ihren Vorschlag.
Nur ein Kandidat für Amt
des Zweiten Bürgermeisters
Robert Perl (WGG) warb hingegen für Stefan Julinek (CSU) mit den Worten: „Er ist jung, weiß viel“ und sei bestens vorbereitet. Mit neun zu acht Stimmen machte schließlich Julinek das Rennen.
Robert Perl war zuvor als einziger Kandidat zum Zweiten Bürgermeister gewählt worden.
Zweimal war an diesem Abend der Name Stefan Julinek gefallen, als es um Kandidatenvorschläge für das Amt des stellvertretenden Bürgermeisters ging. Den Ortsvorsitzenden der Rimstinger CSU und wiedergewählten Gemeinderat konnten sich gleich zwei Mitglieder verschiedener Fraktionen als Bürgermeister-Stellvertreter vorstellen. Zu dieser Option sagte Julinek aber klar „Nein“.
Vor der Kür erfolgte jedoch die Pflicht: Christian Moser fragte im Gremium nach, wie viele Bürgermeister-Stellvertreter bestimmt werden sollen. Nach der Bayerischen Gemeindeordnung sei mindestens einer notwendig, so Moser. Der neue Rat hielt es aber wie der alte und stimmte für die Beibehaltung der bisherigen Regelung, die insgesamt drei Bürgermeister vorsieht. Dem Wahlausschuss gehörten neben Moser als Vorsitzenden Christine Ilchmann (CSU) und Moritz Feuchtmayer (UWG) an.
Absage mit
Zeitmangel begründet
„Ich schlage Stefan Julinek vor. Er ist jung, dynamisch, gut vernetzt und die beste Wahl dafür“, erklärte Stephan Walter (Grüne), als die Frage nach möglichen Kandidaten für das Amt des Zweiten Bürgermeisters aufkam. Doch Julinek lehnte ab: „Ich stehe für das Amt des Zweiten Bürgermeisters nicht zur Verfügung“, so Julinek. Für dieses Amt müsse man mehr Zeit mitbringen, begründete er seine Absage – und blickte dabei auf Robert Perl (WGG), den Raimund Steinberger (UWG) als Zweiten Bürgermeister vorgeschlagen hatte. „Heißt das, dass die CSU das Amt des Zweiten Bürgermeisters ablehnt?“, hakte Walter nochmals nach. „Ja“, unterstrich Julinek.
Steinberger hatte sich für Robert Perl als Zweiten Bürgermeister ausgesprochen und verwies auf dessen „Erfahrung und gewisse Reife“ sowie seine Gewissheit, dass „Robert einen tollen Job als Back-Office für Christian machen wird“ – und auch menschlich sei er „top“. Auf Nachfrage von Bürgermeister Moser wurde kein weiterer Hut mehr in den Ring geworfen, und Perl wurde in geheimer und schriftlicher Wahl zum Zweiten Bürgermeister gewählt.
Nach dem kurzen Wahlkrimi und einem gegenseitigen Händeschütteln der zuvor konkurrierenden Kandidaten Julinek und Fischer vereidigte Moser im Sitzungssaal seine beiden neuen Stellvertreter Robert Perl und Stefan Julinek. Perl hatte schon in der vorherigen Wahlperiode im Rimstinger Gemeinderat für die Wählergemeinschaft Greimharting gesessen und zuvor das Amt des Dritten Bürgermeisters inne. Moser und der Gemeinderat applaudierten den neuen Bürgermeistern und gratulierten ihnen. Alexandra Dachs