Prien – Gut besucht war die Mitgliederversammlung des Kulturfördervereins im Bayrischen Hof in Prien. Georg Klampfleuthner, Vorsitzender des Vereins, erinnerte zunächst an den 124. Geburtstag von Prof. Heinrich Kirchner, dem seit 1970 in Pavolding beheimateten Künstler, der seine Kunst in Bescheidenheit, aber jedem zugänglich präsentiert habe.
Zugleich gedachte er der kürzlich verstorbenen, knapp 100-jährigen Künstlerin Magdalena Engels, die gemeinsam mit Regina Marmaglio vergangenes Jahr den ersten Christine-Dobler- Chiemgau-Kunstpreis verliehen bekommen hatte.
Gemeinsam mit Kuratorin Inge Fricke, zugleich Dritte Vorsitzende des Vereins, ließ Klampfleuthner die vergangenen Monate Revue passieren: die „Künstlerlandschaft 2025“ mit Studioausstellung Pink Paradise, der Katalog zur Künstlerlandschaft zum 40-jährigen Jubiläum des Vereins – den viele beteiligte Künstler nicht nur als Dokumentation der Ausstellung, sondern auch als Form echter Wertschätzung und nachhaltiger Förderung ihres künstlerischen Schaffens empfunden hätten –, die Verleihung des Christine-Dobler-Chiemgau- Kunstpreises, die Ausstellung Josef Werner im Kronasthaus „Zwischen den Zeilen“ anlässlich dessen 80. Geburtstages, die Fotografie-Ausstellung sowie die Ausstellung „not nice Girls“ – Die Sammlung Andra SpallArt in der Galerie im Alten Rathaus. Fricke warb zudem für die dort gerade laufende Ausstellung F.X. Angerer „Innen Außen II2.“
Klampfleuthner dankte seinem Vorstandsteam, dem Beirat, der Jury und allen Ehrenamtlichen sowie der Marktgemeinde und der Priener Marketing für die Zusammenarbeit. Nach dem Kassenbericht durch Schatzmeister Dr. Gregor Rieger und dem Bericht der Kassenprüferinnen Birgit Feßler und Jara Hinrichsen wurde der Vorstand einstimmig entlastet.
Im Anschluss ehrte Klampfleuthner zahlreiche Mitglieder, die dem Verein bereits seit über 25 Jahren die Treue halten. Ausgezeichnet wurden Norbert Wolf, Tobias Friedrich, Alice Otto, Lissy Kugler, Sophie Ederer, Hedda Maier, Andreas Grutsch, Johann Rappel, Isabel und Raimund Kollarczyk, Zimmerei Stocker, Helmut Krumrey, Hubert Stephan, Klaus Ritzinger, Franz Sommer, Max Schneider, Ludwig Ziereis, Christoph Mehlhardt, Josef Berneder, Monika Breu, Heinrich Kühner, Rosemarie Donauer, Rudi Eberhardt, Roswitha Fischer, Stefanie Friedrich, Christine May, Hans Wallner, Laurent Westermeyr, Sabine Westermeyer sowie Florian Wunderle.
Bei seiner Gründung sei der Verein nur wenige Mitglieder stark gewesen, mittlerweile zähle er 501 Mitglieder, betonte Klampfleuthner. Jahrzehntelange Treue stehe für die Verbundenheit, das Vertrauen und die Bereitschaft, Kultur über viele Jahre hinweg mitzutragen und zu unterstützen.
Kuratorin Inge Fricke warb anschließend für kommende Ausstellungen: Ab Samstag, 11. Juli ist „Nils-Udo: Art in Nature“ zu sehen, eine Ausstellung, die ikonische fotografische Arbeiten ebenso zeigt wie neuere Werke aus Malerei und Fotografie. Im Sommer wird es eine Neuauflage von KunstZeit geben. „Ein besonderer Schwerpunkt bleibt dabei die Förderung jüngerer künstlerischer Positionen und die Vergabe der Kunstpreise.
Später im Jahr lockt wieder die Künstlerlandschaft 2026/27, an der über 60 Künstler der Region teilnehmen. Es werde erwartet, dass rund 160 Werke eingereicht werden, aus denen eine engagierte Jury auszuwählen habe. Die Künstlerlandschaft zeige eindrucksvoll die Vielfalt, Kontinuität und Qualität des regionalen Kunstschaffens und sei längst zu einem festen Bestandteil der kulturellen Identität des Ortes geworden.
Auch stehen wieder Kulturfahrten an: Da ist die Ausstellung auf der Herreninsel „Königsklasse – Könnt ihr noch?“ der Sammlung Moderne Kunst / Pinakothek der Moderne, ergänzt um einige Leihgaben, die sich in Verbindung mit der Ausstellung „Der Wille zu Freiheit und Demokratie“ im Alten Schloss der Kunst und der Demokratie widmet.
Auf der Fraueninsel lockt am 13. Juni „Kultur und Geschichte hautnah erleben“, im September steht der Besuch im Rosenheimer Lokschuppen „Die Römer – Gesichter eines Weltreiches“ an und zum Jahresende geht es „mal wieder klassisch“ in die Alte Pinakothek München zu „Liaisons Françaises.“
Priens Bürgermeister Andreas Friedrich lobte das Engagement des Kulturfördervereins und dankte für die vielen kreativen Ideen. Klampfleuthner schloss sich dem an. Er erwähnte noch den Inselverein, den er gründen wolle: Keine Konkurrenz zum Kulturverein, sondern ein Verein, der die Interessen der Insel, die Sichtbarkeit ihrer Kultur und ihre Traditionen ins Licht rücken soll. Vielversprechende Kulturaussichten also. elk