Siegsdorf – Mehr als 2.000 Trachtlerinnen und Trachtler aus 94 Vereinen des Gauverbandes I sind am gestrigen Sonntag nach Siegsdorf gekommen, um an der 76. Trachtenwallfahrt des Gauverbandes I teilzunehmen. Bei bestem Wallfahrerwetter zogen sie, angeführt vom Siegsdorfer Wallfahrerkreuz und der Gaustandarte, Rosenkranz betend den gut vier Kilometer langen Weg hinauf zur Gottesmutter in Maria Eck, wo sie der Ehrensalut der Berchtesgadener Weihnachtsschützen aus Oberherzogberg und viele weitere Trachtler empfingen.
Dank für die lange
Friedenszeit in der Heimat
„Ihr beweist seit 76 Jahren, dass ihr den Mut habt, aufzustehen und gemeinsam für Werte, Traditionen, Glaube, Frieden und Freiheit nach Maria Eck zu beten“, freute sich Bruder Markus Scholz als Guardian des Klosters Maria Eck bei der Begrüßung der Pilger. Mit dem Gedenken an gefallene und vermisste Soldaten der vielen unsäglichen Kriege dieser Welt sowie an alle verstorbenen Trachtler der Gauvereine erinnerte Gauvorstand Michi Hauser an den Grundgedanken der Wallfahrt seit über sieben Jahrzehnten und schloss mit einem Dank für die lange Friedenszeit in der bayerischen Heimat und die Bitte um Frieden unter den Völkern und Religionen.
„Zum Frieden braucht es aber den Menschen, jeden Einzelnen von uns!“, mahnte Hauser. Er hatte ebenso wie die Festvereine Grainbach, Truchtlaching und Oberneukirchen eine Kerze mitgebracht, die zu Beginn der Messe gesegnet wurden.
Die Tracht als
„Gwand des Glaubens“
Viele treue Mit-Wallfahrer aus der Lokalpolitik konnte Hauser ebenso begrüßen wie die Ehrenmitglieder des Gauverbandes und Vertreter der Nachbar-Gaue sowie des Bayerischen Trachtenverbandes und die Musikkapelle Neukirchen, die die Messe musikalisch begleitete.
Pater Dr. Anton Dimpflmeier, der zusammen mit dem Guardian die Messe zelebrierte, verglich in angenehmer bayerischer Mundart die festliche Tracht der Wallfahrer mit dem „Gwand des Glaubens“, das im Alltag helfen kann, den Menschen mit Liebe, Zuneigung und gegenseitiger Achtung zu begegnen, auch wenn es manchmal nicht leicht sei.
Das Miteinander
als Kern des Lebens
„Eure gemeinsame Wallfahrtstradition zeigt: Es ist niemand allein. Der Kern des Lebens ist das Miteinander“, war sich der Zelebrant sicher und betonte: „Ihr beweist seit vielen Jahrzehnten, dass Frömmigkeit und Fröhlichkeit kein Widerspruch sein müssen.“
Gauvorstand Alfred Gehmacher blieb es vorbehalten, neben dem Trachtenverein Siegsdorf, der Polizei, den Feuerwehren Siegsdorf und Eisenärzt und dem Rettungsdienst allen Beteiligten seinen Dank auszusprechen, die für die Organisation und die Begleitung der Wallfahrt gesorgt hatten. Mit dem Lied vom „Guten Kameraden“ senkten sich die 95 Fahnen zum Gedenken und mit einem Marienbild und der Bayernhymne endete die 76. Trachtenwallfahrt des Gauverbandes I nach Maria Eck.