Bergen – Ganz im Zeichen gepflegter Blasmusik stand der Festabend während der Festtage in Bergen, bei denen die Musikkapelle Bergen ihren 150. Geburtstag und die Feuerwehr Bergen ihr 155-jähriges Bestehen gemeinsam feierten.
Am Samstag dominierte die Blasmusik. Der Nachmittag wurde von den jungen Musikern der Jugendkapellen gestaltet, der Abend von vier Musikkapellen.
Die vier Kapellen aus Grabenstätt, Siegsdorf, Schleching und Bergen gestalteten dann den Festabend unter dem Motto „Das kann Blasmusik“. Keine Reden, sondern die Musik stand im Vordergrund. Der Gastgeber, die Musikkapelle Bergen mit Dirigent Robert Zieher, gestaltete den ersten Part und leitete dann über zur Musikkapelle Vogling-Siegsdorf.
Der Nachwuchs
zeigt sein Können
Im Festzelt zeigten die Kinder und Jugendlichen, dass man sich um den musikalischen Nachwuchs für die Blaskapellen im Landkreis nicht sorgen muss. Den Beginn machte die Jugendkapelle Bergen unter der Leitung von Robert Zieher. Die Freude am Musizieren und am Auftritt im großen Bierzelt war deutlich zu spüren, ebenso das Lampenfieber, das einige angesichts des großen Festzeltes hatten.
Doch da ging es den anderen Kinder- und Jugendorchestern ähnlich. Der Applaus war allen gleichermaßen vergönnt und verdient. Ihr Können stellte auch die Jugendkapelle Otting unter der Leitung von Maria Eisenreich unter Beweis. Durch das Programm führte Hans Jarosch, der auch die Jugendkapelle Vogling-Siegsdorf vorstellte. Die Traunwalchner Jugendkapelle stand den anderen Musikkapellen in nichts nach. Es war ein gelungener Nachmittag mit Auftrittsmöglichkeiten für die Jugend.
Das Wetter schien zunächst dem geplanten Totengedenken am Abend im Freien mit Sternmarsch von vier Musikkapellen einen Strich durch die Rechnung zu machen. Doch dann zog der Himmel etwas auf und der Regen ließ ein wenig nach.
Die Kapellen entschieden, dem Wetter zu trotzen und marschierten aus vier Himmelsrichtungen zum Feldaltar. Dort predigte Pater Andrei Mirt für die verstorbenen Vereinsmitglieder der Feuerwehr und der Musikkapelle.
Ihr Andenken werden auch die Vereinsvorstände Sepp Mörtl von der Musikkapelle und Thomas Just, Vorsitzender der Feuerwehr, bewahren.
Die anschließende Pause nutzte der Trachtenvereinsvorsitzende Martin Heigermoser, um Geschenke der 19 Vereine von Bergen an die beiden Vereinsvorstände der Jubelvereine, Feuerwehr und Musikkapelle, zu überreichen. „Zusammen kommt ihr auf über 300 Jahre Vereinsgeschichte“, so Heigermoser. Er fragte sich, was Musikverein und Feuerwehr zusammenbringe, nachdem beide doch so unterschiedlich seien.
Die Mitglieder der Feuerwehr seien eher in ernster Sache unterwegs, während die Musikkapelle zu Vereinsjubiläen und Festen gerufen werde und den gesellschaftlichen Teil abdecke. Wie Heigermoser wusste, heiße es, wenn die Feuerwehr mit Martinshorn unterwegs sei, sie fahre mit Musik, und die Musikkapelle kenne sich unter anderem auch mit dem Löschen aus. „Ganz so unterschiedlich sind sie nicht“, stellte Heigermoser fest. Diese zwei Vereine seien zudem die Stützen und Säulen des Bergener Dorflebens.
19 Ortsvereine legten zusammen, um dem Wunsch beider Jubilare zu entsprechen, nämlich die Jugendarbeit beider Vereine zu fördern. Unter lautem Applaus wurden an Thomas Just für die Feuerwehrjugendarbeit 1.000 Euro und an Sepp Mörtl für die Förderung der Kinder ebenfalls 1.000 Euro überreicht.
Stimmungsvoll ging es mit der Musikkapelle Grabenstätt und danach mit der Schlechinger Musikkapelle weiter. Das größte Zeugnis der gegenseitigen Hilfe war jedoch das viertägige Fest, das ohne die Unterstützung der anderen Vereine, der Bergener Bürger und der fleißigen Helfer beim Aufbau und Abbau des Zeltes, beim Einrichten, beim Vorbereiten, beim Kuchenbacken, beim Verkauf und vielem mehr nicht möglich gewesen wäre.
Im nächsten Jahr
feiert der Trachtenverein
Die Mitglieder beider Vereine hätten dies ohne Unterstützung nicht stemmen können. Nach dem Fest stehen nun wieder alle fest zusammen und räumen gemeinsam auf. Das Fest wird noch lange nachhallen, und Bergen stellte eindrucksvoll unter Beweis, dass die Gemeinde große Feste stemmen kann. Man darf sich auf 2027 freuen, wenn der Trachtenverein sein großes Fest mit Festwoche begeht.