Inzell – Die Musikkapelle Inzell zeigte eine Auswahl ihres Könnens, und somit kamen die vielen Zuhörer beim Frühjahrs-/Muttertagskonzert im Inzeller Festsaal voll auf ihre Kosten. Unter der Leitung von Albert Galimzanov präsentierten die vielen Musikanten ein breit gefächertes Programm ihres großen Repertoires, und Sprecher Quirin Scheurl unterhielt die Gäste mit vielen interessanten Details und sprach von einem „musikalischen Blumenstrauß“, der den Abend schmückte.
Eröffnet wurde der Musikabend mit dem Marsch „Mens sana in corpore sano“ (ein gesunder Geist in einem gesunden Körper) von Geert Sprick. Anschließend begrüßte Martin Maier, Vorsitzender der Musikkapelle, die große Schar der Musikfreunde, darunter Inzells Bürgermeister Michael Lorenz, Markus Gromes (Leiter der Cajetan Adlgasser Musikschule Inzell), Thomas Egger (Bezirksleiter Bezirksmusikverband Chiem-Rupertigau), die Mitglieder der umliegenden Musikkapellen und natürlich ganz besonders alle Mütter und auch die, die es werden wollen.
Bei seinen einleitenden Worten lobte Sprecher Quirin Scheurl insbesondere die Mütter, die im Grunde immer und überall erreichbar und für alles verantwortlich sind. Er dankte den Mamas für die hervorragende Arbeit und die entgegengebrachten Leistungen während des ganzen Jahres und versprach zum Dank einen musikalischen Blumenstrauß am bevorstehenden Konzert. Zum Auftakt dieses musikalischen Abends spielte die Musikkapelle Inzell den sehr einfühlsamen Walzer „Träumerei“ von Mark Sven Heidt, bei dem man seine Gedanken schweifen lassen konnte und sich auf den bevorstehenden Abend in Ruhe einstimmen konnte. Danach folgte die Suite Orientale op. 48 von Francis Popy, dem Meister der Unterhaltungsmusik. Mit den vier Sätzen „Les Bayadères“, „Au bord du Gange“ und „Les Almées“ eine Weltreise nach Osten von Indien nach Ägypten durch die Landschaft entlang des Flusses Ganges. Mit dem 4. Satz ‚Patrouille‘ kam es zum Höhepunkt mit abwechselnd leisen und lauten imposanten Klängen der Instrumente, die sehr ergreifend waren für das menschliche Gehör. Zwischendurch erzählte Scheurl eine Geschichte von der Maus, die zwar zunächst Glück im Unglück hatte, letztlich aber dennoch von der Katze gefressen wurde. Mit der „Leichten Kavallerie“, einer Ouvertüre von Franz von Suppé, von Frantisek Kmoch endete ein unterhaltsamer erster Teil, ehe es zu den Ehrungen kam.
Bei einer Musikkapelle, die schon so alt ist (mit nunmehr 269 Jahren die älteste in Bayern), gibt es zwangsläufig auch immer Musikanten, die ihr Engagement jahrelang in den Dienst der Sache stellen. So wurde in diesem Jahr Bernhard Maier für 15 Jahre geehrt, Stefan Schnee und Florian Waschinger erhielten die Auszeichnung für 25 Jahre und Franz Egger wurde die Auszeichnung in Gold für 40 Jahre von Vorstand Martin Maier, seinem Stellvertreter Michael Haßlberger und Thomas Egger (Bezirksleiter Bezirksmusikverband Chiem-Rupertigau) überreicht. Als Dank für ihr langjähriges Mitwirken erhielt Marketenderin Bettina Steinbacher (bis vor Kurzem noch Brand) ein Geschenk und Blumen überreicht. Ihre Aufgabe wird Theresa Holzner übernehmen. Inzells Bürgermeister gratulierte den Geehrten und auch den anwesenden Müttern. „Ohne euch würde der Laden nicht laufen und wir Männer wären aufgeschmissen“, ist er überzeugt.
Der zweite Teil des Konzerts begann mit „Zwei böhmische Tänze“, einem barocken Konzertstück in zwei Teilen von Frantisek Manas. Albert Galimzanov sprach von Volksmusik auf höchstem Niveau, sehr anspruchsvoll, die viel Geschick, Gespür und Können verlangt. Als Solisten konnten sich bei der Bergsteiger Polka von Herbert Ferstl Martin Egger, Martin Maier und Michael Haßlberger mit dem Tenorhorn hervortun und wussten mit ihrer sehr dynamischen Spielweise zu überzeugen. Es folgte der „Schwammerl-Walzer“ von Florian Blöchl, ein ruhiger Konzertwalzer im Einklang mit der Natur als Ort der Ruhe, der zum Mittanzen animierte. In einem Potpourri der „West Side Story“ kam die große Liebe besonders zum Ausdruck mit dramatischen Gefühlen und einem speziellen Rhythmus, den dieses Stück betont. Viele bekannte Klänge animierten zum Mitwippen, Schunkeln und Mitklatschen.
Anna Neuhauser und Martin Maier ließen ihre klaren Gesangsstimmen bei der Polka „Kannst du Knödel kochen“ von Karel Vacek erklingen, ehe ein wieder einmal imponierendes Muttertagskonzert zu Ende ging. Allerdings konnte der abwechslungsreiche Abend ohne die erhofften Zugaben nicht zu Ende gehen. Mit dem „Bozner Bergsteiger- Marsch“ und „Böhmische Liebe“ zeigte die Musikkapelle Inzell noch ein breites Repertoire ihres Könnens und erntete den dafür verdienten Applaus. wet