Gymnasium Marquartstein begeistert mit Ende

von Redaktion

Die Oberstufentheatergruppe des Gymnasiums Marquartstein feierte mit Michael Endes „Die Spielverderber“ eine gelungene Premiere. Die lebendige Inszenierung zog das Publikum im voll besetzten Prinzregentensaal sichtlich in ihren Bann.

Marquartstein – Mit Michael Endes „Die Spielverderber oder das Erbe der Narren“ hat die Oberstufentheatergruppe des Gymnasiums Marquartstein ein unterhaltsames wie gedanklich vielschichtiges Stück auf die Bühne gebracht. Unter der Regie von Sandra Altmann gelang eine lebendige Inszenierung, die das Publikum im voll besetzten Prinzregentensaal sichtlich in ihren Bann zog.

Die Ausgangssituation ist schnell umrissen: Sieben einander unbekannte Personen folgen der Einladung zu einer geheimnisvollen Testamentseröffnung und finden sich bald in einem Spiel wieder, das ihre tiefsten Sehnsüchte schonungslos und manchmal zum Lachen komisch entlarvt. Was zunächst leichtfüßig beginnt, entwickelt sich zum spannenden Machtspiel voller überraschender Wendungen und Gesellschaftskritik.

Das Ensemble überzeugte durchweg mit großer Spielfreude und klar herausgearbeiteten Charakteren. Sophia Neureiter eröffnet als Notarin das Testament und vermittelt mit ruhiger Präsenz einen professionellen Eindruck. Maja Vogt gestaltet die berechnende Elsbeth Geryon in bösartiger Schärfe, während Marius Netzer als ihr schusseliger Ehemann Egon für charmante und humorvolle Momente sorgt. Sophia Apfel verleiht der blinden Anna eine fast tragische Bitterkeit – doch kaum verspüren die Zuschauer Mitleid, zeigt sie eine ganz andere Seite. Publikumsliebling Nina Elmendorff demonstriert als Kellnerin Paula, dass auch Dummheit gefährlich sein kann, und Marlou Gartner wickelt in ihrer Rolle als Heiratsschwindlerin Jenny ihre Mitspieler wie auch das Publikum um den Finger.

Lieselotte Poebing überzeugt als warmherzige Lehrerin Karla mit feinen Zwischentönen, doch auch sie erliegt den Verlockungen des Geldes. Oskar Dransfeld spielt die Rolle des General Schweler und macht eindrucksvoll und stimmgewaltig deutlich, dass Gewalt allenfalls eine kurzfristige Lösung ist. Charlotte Dransfeld verkörperte als Haushälterin Antonia einen außergewöhnlichen Charakter, der das Geschehen mit geheimnisvollen Andeutungen lenkt.

Der erstmalige Zusammenschluss der Oberstufentheatergruppe mit dem Singverein erwies sich als Glücksgriff. Ein echter Höhepunkt ist die musikalische Gestaltung unter der Leitung von Michael Hiemke. Die etwa 40 Sänger unterstützten das Bühnengeschehen und setzten gezielte Akzente, die die emotionale Entwicklung der Handlung verstärkten. So entstand ein Theaterabend, der unterhielt, aber auch zum Nachdenken anregte. Die knapp 50 Darsteller bildeten durch ihre Anzahl und ihre Kreativität ein bemerkenswertes Ensemble.

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