Chieming – Der Verein „Blauer Gockel“ prämierte die gastfreundlichsten Betriebe Bayerns mit dem „Goldenen Gockel“. Seit 35 Jahren steht der „Blaue Gockel“ für authentischen Bauernhof- und Landurlaub in Bayern, geprägt von gelebter Gastfreundschaft, familiärer Atmosphäre und echter Nähe zur Natur. Im Jubiläumsjahr zeichnete der Verein zusammen mit Michaela Kaniber, Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus, die 20 gastfreundlichsten Ferienhöfe Bayerns auf dem Urlaubshof Kirchmaier in Chieming mit dem „Goldenen Gockel“ aus. Rund 400 Betriebe waren dieses Jahr in die engere Auswahl gekommen. Prämiert wurden der Lohner-Hof aus Chieming und der Steinberger-Hof aus Ruhpolding.
Authentisch und
zugleich attraktiv
Im Beisein zahlreicher Ehrengäste aus den Bereichen Landwirtschaft und Tourismus sowie der Preisträger blickte der Verein auch auf das Erreichte zurück. Ely Eibisch, Vizepräsident des Bayerischen Bauernverbands (BBV), hob die wichtige gesellschaftspolitische Bedeutung des Vereins und seiner rund 1.400 Mitgliedsbetriebe hervor. Diese helfen als Bindeglied, die Menschen an die Anliegen der Landwirtschaft heranzuführen und sie dafür zu sensibilisieren. Von der Wertschöpfung durch die Gäste aus der Stadt profitieren auch die lokalen Betriebe und schaffen so Wohlstand.
Mit Stolz hob Gerda Walser, Vorsitzende des Vereins „Blauer Gockel – Bauernhof- und Landurlaub“, die hohe Wertschätzung hervor, die die beteiligten Ferienhöfe und die bäuerliche Gastgeberkultur heute bei Urlaubsgästen genießen. Zu Beginn der Aktivitäten vor 35 Jahren belegte man noch die hintersten Plätze. Dank engagierter Arbeit, einer starken Gemeinschaft, intensiver Beratung und der frühen Einrichtung einer Online-Buchungsplattform haben die Ferienhöfe inzwischen in der Gunst deutlich zugelegt. Der Grund liegt, so Walser, gerade in der Verbindung von „authentischem Landleben und attraktiven, modernen Urlaubsangeboten“. Als Markenzeichen und Auszeichnung kommt dabei auch dem „Goldenen Gockel“ eine wichtige Rolle zu. „Damit zeichnen wir jedes Jahr jene Höfe aus, die ihren Gästen mit besonderer Herzlichkeit, persönlichem Service und echter Leidenschaft begegnen.“
Ministerin Michaela Kaniber stellte in ihrer Festrede die besondere Vorbildwirkung der ausgezeichneten Betriebe heraus. Sie sind „Botschafter für den Urlaub auf dem Bauernhof in Bayern“. Diese widerlegen Skeptiker, die meinen, dass Landwirtschaft und Urlaubsangebote nicht zusammenpassen. Gerade in Zeiten, in denen der Stress durch die Digitalisierung stark zunimmt, sind „authentische Erlebnisse der Entschleunigung“ ebenso wie Bodenständigkeit, persönlicher Service und Ansprache immer mehr gefragt.
Entschleunigung
auf dem Bauernhof
Kaniber lobte den Verein für sein 35-jähriges Engagement und die vielfältige Beratung, die Mut zum Investieren gemacht hat, sodass die Betriebe inzwischen durchwegs ein sehr hohes Ausstattungsniveau haben. Auch Gerda Walser hat sich als Vorsitzende immer wieder für die Anliegen des Vereins und der bäuerlichen Betriebe eingesetzt. Für ihre „menschliche Größe“ sowie ihr großes Engagement und ihre „gute Zusammenarbeit mit Handschlagqualität“ zeichnete die Ministerin sie mit der Staatsmedaille in Silber samt Urkunde aus.
Der Blaue Gockel gilt seit 1991 als Markenzeichen für Bauernhof- und Landurlaub in Bayern. Die 1.400 Mitgliedsbetriebe verfügen über 4.000 Betten und verzeichnen jährlich 50.000 Übernachtungen. Das Spektrum reicht dabei von traditionellen Bauernhöfen über Wellnesshöfe bis hin zu familienfreundlichen Ferienhöfen mit breit gefächerten Angeboten und Wohnkomfort im Fünf-Sterne-Segment. Seit 2015 zeichnet der Goldene Gockel jährlich jene Betriebe aus, die bei ihren Gästen besonders positiv in den Bereichen Service, Freundlichkeit und Wohlfühlatmosphäre auffallen.
Grundlage der Auszeichnung sind authentische Online-Gästebewertungen, die über das unabhängige Bewertungsportal TrustYou ausgewertet werden. Im Mittelpunkt steht dabei weniger Luxus als vielmehr das besondere Gefühl, willkommen zu sein – geprägt von persönlicher Betreuung, ehrlicher Gastfreundschaft und Gastgebern, die ihren Hof mit Herzblut führen.
Große Freude über die Auszeichnung zeigten auch die beiden Paare aus dem Chiemgau, die mit dem „Goldenen Gockel“ als Ausdruck besonderer Gastlichkeit ausgezeichnet wurden: Sofia und Martin Maier vom Lohner-Hof in Grilling bei Chieming sowie Magdalena und Maximilian Haßlberger vom Steinberger-Hof in Ruhpolding.
„Bei uns ist das so ein bisserl wie auf den Wimmelbildern von Ali Mitgutsch. Besonders die Kinder haben viel Spaß, wenn sie im Stall mithelfen oder auf dem Abenteuerspielplatz herumtoben können und Tierfreundschaften mit unseren Streicheltieren schließen“, sagt Sofia Maier (35). Jeden Tag gibt es Neues zu entdecken. Die Familie hat selbst drei Kinder mit drei, fünf und sieben Jahren, „sodass wir genau die Bedürfnisse und Anliegen unserer Zielgruppe kennen“.
1.400 Mitglieder
mit 4.000 Betten
„Unsere Gäste erleben hautnah mit, wie das Leben und die Anforderungen auf einem Bauernhof aussehen und tauchen mit ein“, ergänzt Martin Maier (40). Für Entschleunigung und wohltuende Entspannung sorgen zwei Fünf-Sterne-Luxus-Ferienwohnungen im Zuhaus und zwei Fünf-Sterne-Luxus-Komfort-Ferienwohnungen im ausgebauten Bauernhaus. Zwei Auszubildende sowie ein Pool an fertigen Lehrlingen und Betriebshelfern unterstützen die Maiers bei der Arbeit auf dem Hof mit 60 Milchkühen. „Wichtig ist uns vor allem, dass sich die Gäste bei uns willkommen und wie zu Hause fühlen“, ergänzt Sofia Maier. Um ihren Horizont zu erweitern, unternimmt das Ehepaar gerne auch Reisen wie demnächst nach Hamburg.
Bereits in der 13. Generation ist der Steinberger-Hof in Ruhpolding in Familienhand. Seit 90 Jahren gibt es dort Urlaub auf dem Bauernhof oder wie Maximilian Haßlberger es ausdrückt: „Urlaub auf dem Balkon von Ruhpolding“. „Oma und Opa haben damit angefangen“, erzählt der 41-Jährige. Inzwischen bieten sieben Ferienwohnungen und ein Ferienhaus mit zehn Gästezimmern mit Top-Ausstattung sowie die hofeigene Alm samt Sauna und Wellnessbad bis zu 40 Besucher gleichzeitig ein Urlaubsdomizil mit Traumaussicht vom Westernberg.
In 13. Generation
in Familienbesitz
Zusammen mit seiner Frau Magdalena (37) und den beiden Kindern von neun und elf Jahren bewirtschaftet er den Bio-Bergbauernhof. Mit Wohnträumen und herzlicher Gastlichkeit, individuellen Urlaubsangeboten für die Gäste, eigenen Hofprodukten samt Bio-Rindfleisch aus eigener Aufzucht „gewinnen wir die Herzen unserer Gäste“, erzählen die Haßlbergers. Auch die Aufklärung über die besonderen Anforderungen und Werte der Landwirtschaft ist ihnen wichtig. „Unsere Gäste sind oft verwundert, wenn sie sehen, wie wir in und mit der Natur arbeiten und uns das trotz der vielen Arbeit erfüllt.“ Sie selbst machen ebenfalls gerne Urlaub: „Das ist für uns dann wie eine Bildungsreise“, erzählen die Steinbergers schmunzelnd.