Grassau – Kaum jemand prägte das blumenreiche Erscheinungsbild des Ortszentrums so wie Christian Staffner. Er kümmerte sich nicht nur um die Rondelle in den Kreisverkehren der Gemeinde, sondern auch um die Blumenrabatten, die Pflanztröge und den Kurpark. Krankheitsbedingt schied der zuverlässige Mitarbeiter nach fast 40 Jahren aus dem Dienst aus. Bürgermeister Stefan Kattari sowie Bauhofleiter Michael Höger dankten dem scheidenden Mitarbeiter. Als Christian Staffner 1987 als Gärtner in den gemeindlichen Bauhof eintrat, gab es kaum Beete in der Gemeinde. Die großen Blumenkübel wurden gepflegt und dienten dem Ortsbild. Der Kurpark war jedoch bereits damals eine grüne und blühende Oase inmitten der Gemeinde. Bürgermeister Stefan Kattari erinnerte, dass Staffner anfangs viel im Kurpark unterwegs war und selbst am Wochenende das Gießen seiner Pflanzen nicht vergaß. „Auf nichts anderes werde ich so häufig angesprochen als auf den Blumenschmuck“, betonte der Rathauschef und gab das häufig mitgeteilte Lob an den Bauhof weiter. Sei es der Blumenschmuck entlang der Bundesstraße bei der Kirche, die Pflanzrabatten neben der Straße, die in den unterschiedlichsten Farben durch den reichen Blumenschmuck leuchten und zu jeder Jahreszeit ein sehr schönes Bild präsentieren, die Bereiche vor dem Rathaus, vor den Pestsäulen, im Gewerbegebiet und auch am Reifinger See – für die Gärtnermannschaft im Bauhof gibt es in Grassau reichlich viel zu tun.
Michael Höger erinnerte sich daran, wie der Bauhof früher ausgerüstet war: mit einem Wasserfass auf dem Unimog, um im Sommer keine Pflanzen durstig zurückzulassen. Der Klimawandel, so Höger, mache sich bemerkbar und es müsse immer mehr gegossen werden. „Als Gärtner muss man einen langen Atem haben“, betonte Christian Staffner, der nach eigenen Worten zu gerne noch weitergearbeitet hätte. Denn es müsse immer mindestens ein halbes Jahr vorausgeplant werden, damit die Blütenpracht dann auch stehe, wenn Feste oder Märkte sind. Mehrfach im Jahr werden die Bereiche umgestaltet, sodass sich jahreszeitlich immer ein schönes Bild ergibt. Fantasie und Ästhetik, Kreativität und Mut, auch einmal neue Pflanzen zu zeigen, sind gefordert.
In diesem Zusammenhang informierte der Rathauschef, dass die Aufgaben des Bauhofs und dort vor allem der Gärtnerei in den vergangenen Jahren gewachsen seien. Nachdem der Bauhof die Lagermöglichkeiten in den Scheddachhallen der ehemaligen Körtingwerke nicht mehr nutzen könne, seien die Gewächshäuser des ehemaligen Gärtnerbetriebs an der Mietenkamerstraße gekauft worden. Diese würden derzeit für den Einzug des Gärtnerbetriebs im Bauhof hergerichtet. Dort könnten neue Pflanzen gezogen, aber auch größere Pflanzen im Winter eingelagert werden.
Mit einer Urkunde und Geschenken wurde Staffner in den verdienten Ruhestand entlassen. tb