Übersee – Der Bauausschuss hat erneut einstimmig den Bau von drei Einfamilienhäusern abgelehnt. Die Verkehrssituation an der Moosener Straße würde Kinder gefährden. Erstmals kam der Bauausschuss in seiner neuen Zusammensetzung nach der Gemeinderatswahl zusammen. Neben vielen anderen Punkten wurde ein Vorbescheidsantrag erneut einstimmig abgelehnt, den auch der vorherige Bauausschuss bereits Ende Februar einstimmig abgelehnt hatte.
Landratsamt
widerspricht Gemeinde
Bürgermeister Herbert Strauch (Freie Bürgerliste, FBL) trug vor, dass es bei der Bauanfrage zur Errichtung von drei Einfamilienhäusern mit Garagen und Carports an der Moosener Straße 8 um ein Innenbereichsgrundstück nach Paragraf 34 des Baugesetzbuches geht. Im Jahr 2022 wurde für das Grundstück ein Vorbescheidsantrag zum Neubau eines Mehrfamilienhauses gestellt, der auch genehmigt wurde. Auch dem Antrag auf Verlängerung des Antrags von Juni 2025 wurde bis Mitte Juni 2029 stattgegeben. Damals ging es um die Maße elf Meter mal 16 Meter und 6,30 Meter seitliche Wandhöhe. Jetzt wolle der Bauherr mit dem erneut vorliegenden Antrag abklären, ob eine Bebauung mit drei Einfamilienhäusern möglich sei, erläuterte Strauch.
Nach der ersten Ablehnung im Februar hatte sich der Bauherr an das Landratsamt gewandt. Dieses hatte der Gemeinde „nach dortiger eingehender Prüfung“ mitgeteilt, dass sich das Vorhaben „in die Eigenart der näheren Umgebung“ einfüge. Die Gemeinde werde also um erneute Prüfung und die Erteilung des gemeindlichen Einvernehmens gebeten. „Widrigenfalls“ werde es (durch die Genehmigung des Landratsamtes) ersetzt. Der Bauausschuss war sich jedoch erneut einig, dass sich das jetzige Bauvorhaben keineswegs in die Umgebungsbebauung einfüge.
Bürgermeister Herbert Strauch sagte, es handle sich um das Grundstück neben dem gemeindlichen Kindergarten Zellerpark, wo früher der Zellerhof gestanden habe. Zwei der drei geplanten Häuser haben die Maße 10,85 mal 8,70 Meter, das dritte 10,85 mal 9,20 Meter. Die seitliche Wandhöhe soll 6,40 Meter betragen.
Hans Thullner (Grüne) sagte, nicht nur der Bauausschuss, sondern auch der Gemeinderat habe sich eingehend mit der Bauvoranfrage befasst und das Vorhaben jeweils einstimmig – vor allem wegen der unübersichtlichen Verkehrssituation – abgelehnt. Er werde auf jeden Fall wieder dagegen stimmen.
Bürgermeister will
dagegenhalten
Auch Paul Stephl (FBL) zeigte keinerlei Verständnis für die Haltung des Landratsamtes. Durch die sehr eingeschränkte Sicht in der Kurve einer schmalen Straße, die stark von Kita- und Schulkindern frequentiert sei, entstehe eine sehr gefährliche Verkehrssituation. Auch Christian Maier (FBL) meinte, zwei mittelgroße Gebäude würden weit mehr Sinn machen.
Der Bürgermeister zeigte sich entschlossen, gegen das Vorhaben in seiner jetzigen Form auch rechtliche Schritte einzuleiten. Die Ablehnung im Bauausschuss fiel einstimmig aus.