Überraschende Kehrtwende

von Redaktion

Für das Gewerbegebiet an der Hochstraße in Traunstein war ein neues Viertel mit hunderten Wohnungen geplant. Nun hat der Bauträger die Pläne „völlig verändert“ und im Stadtrat für eine Überraschung gesorgt. Stattdessen soll das ansässige Gewerbe nun doch erhalten bleiben und ausgebaut werden.

Traunstein – Die ganz große Umgestaltung des Gewerbegebiets an der Traunsteiner Hochstraße ist vom Tisch. Die geänderte Planung des Bauträgers „brüderl“ wurde nun in groben Zügen im Stadtrat vorgestellt. Oberbürgermeister Christian Hümmer (CSU) wirkte zufrieden: „Jetzt haben wir eine völlig veränderte Planung durch den Bauherren, die begrüßenswert ist.“ Die alten Pläne, die 2023 vorgestellt wurden, sahen 100 Wohnungen, 80 Studentenappartements, ein Parkhaus und nur noch ein Gebäude für Gewerbe vor. Das Gartencenter „Büchele“ wäre davon nicht berührt gewesen.

Gewerbe soll nun
doch bleiben

Ein Umbau des Areals ist weiterhin vorgesehen, aber das ansässige Gewerbe soll bleiben können. Direkt an der Hochstraße ist ein Neubau für den Biomarkt mit einem Café geplant. Der Getränkemarkt soll am jetzigen Standort ebenfalls einen Neubau mit mehr Platz bekommen. Die Gebäude an der Hangkante im Osten, in denen jetzt unter anderem der Biomarkt untergebracht ist, bleiben unverändert. Der neue Bebauungsplan erlaubt, dass jene Bestandsgebäude aufgestockt werden dürfen: „Dann könnten hier auch Wohnungen entstehen“, so Hümmer. Die beiden Neubauten fürs Gewerbe werden eingeschossig.

Die Vorstellungen des Investors „brüderl“ mit hunderten neuen Wohnungen im Quartier sind damit erledigt. Natürlich obliegt es der Firma als Eigentümerin, was sie mit dem Grund vorhat. Trotzdem zeigten sich einige Stadträte wie Denis Holl (Linke) oder Martina Wenta (Grüne) „überrascht“. Wenta nannte es „schwierig“, wenn nur noch eine „Option“ auf zusätzlichen Wohnraum besteht. Offensichtlich gab es zwischen dem Bauherrn und der Stadtverwaltung jahrelange Diskussionen und unterschiedliche Ansichten über die genauen Pläne. „Jetzt wollte er wohl etwas vorschlagen, was konsensfähig ist“, meinte Oberbürgermeister Hümmer.

Klare Mehrheit
im Stadtrat

„Danke für den langen Atem“, meinte beispielsweise Hans Zillner (CSU) zufrieden: „Wenn das das Endprodukt ist, kann ich gut damit leben.“ Der neue Bebauungsplan erhielt im Stadtrat eine klare Mehrheit, nur Martina Wenta stimmte dagegen. Interessanterweise erhielten aber auch die ursprünglichen Pläne von „brüderl“ 2023 im Stadtrat eine deutliche Mehrheit mit nur zwei Gegenstimmen. Mit dem neuen Bebauungsplan ist man jedenfalls näher am Status quo als mit dem damals vorgesehenen „Parkquartier“, wie der Arbeitstitel lautete. Außerdem wichtig: Der Standort des Gartencenters „Büchele“ ist laut Christian Hümmer auch „gesichert“.

Durch die Neubauten wird der Parkplatz aber deutlich kleiner. Ein Wohngebäude an der Ostseite des Gartenmarktes soll deshalb abgerissen werden, 55 Stellplätze könnten dort dann entstehen. Dass die Gewerbeneubauten nur eingeschossig entstehen, ist in den Augen von Ernst Haider aber „unproduktiv“. Immer öfter würden Supermärkte mit Wohnnutzung in darüberliegenden Stockwerken gebaut. An Vorgaben der Stadt liegt es nicht, man habe auch darüber gesprochen, meinte der Oberbürgermeister: „Aber für den Bauherrn ist es wohl keine Option.“ Außerdem werden die Gewerbebauten mit PV-Anlagen auf dem Dach ausgestattet, so ist es in der bayerischen Bauordnung inzwischen vorgeschrieben.

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