Ausstellung würdigt die „starken Frauen“

von Redaktion

Museum Prien präsentiert bis 5. Juli Werke von Hermine Tomanek, Marianne Lüdicke und Sylvia Roubaud

Prien – Die aktuelle Ausstellung „Starke Frauen“ mit Werken von Hermine Tomanek (1923 bis 1995) und Skulpturen von Marianne Lüdicke (1919 bis 2012) ist nun bei herrlichem Frühlingswetter im Museum Prien eröffnet worden. Zu Ehren ihres 85. Geburtstags widmet man zudem Sylvia Roubaud im ersten Stock des Museums eine Studioausstellung mit ihren zeitgenössischen Gemälden.

Das Grußwort sprach die Dritte Bürgermeisterin Rosi Hell. Sie erklärte, starke Frauen würden einem überall begegnen – Frauen, die Verantwortung in der Wirtschaft, im Sozialen sowie in Ehrenämtern übernehmen und oft auch im Hintergrund agieren würden. Auch diesen Personen solle über die Kunst Ausdruck verliehen werden.

In die Ausstellung führte der Museumsleiter und Kulturbeauftragte der Gemeinde Karl J. Aß ein. Frauenkunst sei mittlerweile ein Trend geworden, in Prien habe sie schon immer ihren Platz gefunden. Hermine Tomanek habe er bereits 1996 im Museum gezeigt. Sie sei eine bescheidene, zurückhaltende Frau gewesen, die eher im Hintergrund gestanden habe. Bei der jährlichen Ausstellung „Künstlerlandschaft Chiemsee“ seien meist nur ihre Druckgrafiken gezeigt worden. „Erst nach ihrem Tod und mit der Übergabe ihres Nachlasses mit rund 300 Arbeiten an den Markt Prien erkannte man, welche große Kunst sie geschaffen hat“, so Aß.

Mit Marianne Lüdicke sei Tomanek befreundet gewesen, die ebenfalls ein schweres Leben gehabt habe, denn weibliche Bildhauerinnen hätten es immer schwer gehabt. Lange habe sie sich die Bronzegüsse ihrer Objekte nicht leisten können und dafür den Ton im Wald bei ihrem Wohnort in Weisham selbst ausgegraben. Erst in den 1980er-Jahren habe sich der Erfolg eingestellt.

Die Dritte im Bunde, Sylvia Roubaud, sei die einzige Künstlerin mit einem akademischen Abschluss. Zudem sei sie in Venedig Meisterschülerin des bekannten Professors Emilio Vedova gewesen. Sie präsentiere ihre abstrakte Kunst im ersten Stock in einer Sonderausstellung. Durch ihren Großvater, den für seine Schlachtenbilder bekannten Maler Franz Roubaud, sei sie wie er dem Chiemgau stets eng verbunden. Sie lebe und arbeite heute in Prien.

Die Ausstellung zeige völlig unterschiedliche Stile, geeint als starke Frauen. Auch Aß erinnerte daran, dass es viele starke Frauen gebe – sei es in der Familie oder auf einem landwirtschaftlichen Hof, Frauen würden überall die Geschicke federführend leiten. Er sei dankbar, dass er diese Ausstellung unter diesem Titel zeigen könne, schloss er seine Laudatio. Die Ausstellung ist noch bis Sonntag, 5. Juli zu sehen.wp

Artikel 1 von 11