Rehkitzrettung jetzt auch in Schleching

von Redaktion

Neue Ortsgruppe schützt Wildtiere vor dem Mähtod – Projekt beim Treffen der Jagdgenossenschaft vorgestellt

Schleching – Beim Jagdessen für die Frauen der Jagdgenossenschaft gab es beim Raitner Wirt ein Gulasch vom Rotwild und der Gams. Das Fleisch stammte aus der Jagd des Pächters Georg von Wallwitz. Dieser berichtete, dass er mit der Jagdtätigkeit seiner Jäger sehr zufrieden sei und die vorgegebenen Abschüsse nahezu alle erfüllt seien. In diesem Jahr wurden bereits sieben Gämsen, zehn Rotwild, zwei Elstern, 16 Krähen, fünf Enten, ein Iltis und ein Marder erlegt. Bei den Füchsen schoss Simon Zaiser allein 15 der insgesamt 34, Flori Mauracher erlegte neun der insgesamt 13 Dachse.

Weiter berichtete der Jagdpächter vom Direktverkauf des Fleisches in der Jagdhütte; die Zeitpunkte hierfür werden in der Gemeindezeitung bekannt gegeben. In der Bevölkerung werde es positiv aufgenommen, dass das Wild im Achental bleibt und nicht mehr nur in München verkauft wird. Georg von Wallwitz drückte seine Freude darüber aus, Jagdpächter vor Ort sein zu können, und bot an, bei Fragen, Wünschen oder Kritik jederzeit angesprochen zu werden – man müsse nicht bis zur nächsten Jahresversammlung warten.

Die Familie von Wallwitz hatte auch Sophia Biller von der „Rehkitzrettung Grabenstätt“ eingeladen. Biller berichtete, dass sie schon seit Kindertagen den Opa bei der Pirsch begleitet und auch verletzte Rehkitze aufgezogen habe. Dieses Engagement habe sie nicht losgelassen, sodass daraus vor fünf Jahren die Idee zur Vereinsgründung entstanden sei. Inzwischen sei man mit vielen Helfern gut organisiert. Sie zeigte den Frauen der Jäger, wie eine solche Rettung funktioniert: Der Landwirt muss einen Tag vor der Mahd anrufen, damit am frühen Morgen, wenn Boden und Gras noch kühl sind, die Drohne mit der Wärmebildkamera über das betreffende Feld geschickt werden kann. Wird ein Kitz identifiziert, bergen die Helfer es und bringen es in einer Kiste an den Feldrand, bis die Mahd und damit die Gefahr vorbei ist. Die Geiß bleibe erfahrungsgemäß während der gesamten Zeit in der Nähe und hole das Kitz anschließend wieder ab. Die „Rehkitzrettung Grabenstätt“ ist ein gemeinnütziger Verein mit ehrenamtlichen Helfern. Der Service ist für den Landwirt kostenlos.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Der Verein schützt Wildtiere vor dem Mähtod oder schweren Verletzungen, und das Futter – die Mahd – wird nicht durch Kadaver verunreinigt. In Schleching hat sich nun mit Unterstützung eine eigene Ortsgruppe gegründet.

Karina Mauracher berichtete von ihrer Arbeit in Schleching, wo es inzwischen fünf Piloten gibt, die ihren Drohnenschein gemacht haben. Die Arbeit im Feld beginnt meist sehr früh morgens, dauert etwa vier Stunden, danach gehen die ehrenamtlichen Helfer ihrem normalen Job nach. Das Ziel sei eine gute Zusammenarbeit zwischen Landwirten, Jägern und Drohnenpiloten.

Jagdvorsitzender Thomas Pletschacher begrüßte die Aktion und hoffte, dass das Angebot genutzt werde. Es war ein gemütlicher Abend mit gutem Essen beim Raitner Wirt, bei dem sich die Frauen der Jagdgenossen austauschen konnten.wun

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