Bernau beteiligt sich an Jugendarbeit in Prien

von Redaktion

Gemeinderäte beschließen Beitrag an Personalkosten des Jugendzentrums

Bernau – In seiner jüngsten Sitzung entschied der Bernauer Gemeinderat, sich in den kommenden zwei Jahren wieder an den Personalkosten für die offene Jugendarbeit in Prien zu beteiligen. Die Gemeinde hatte die finanzielle Beteiligung bereits 2018 eingestellt und stattdessen einen eigenen Jugendtreff aufgebaut, der sich über regen und wachsenden Zuspruch erfreut. Seit zwei Jahren ist Bernau wieder bei den Personalkosten dabei, nachdem die Gemeinde 2018 ausgestiegen war. Das Jugendzentrum in der Nachbargemeinde Prien wird von hauptamtlichen Kräften betreut. Für Bernau beliefen sich die anteiligen Personalkosten für 2025 auf 10.873,21 Euro. Insgesamt trugen der Landkreis Rosenheim und die Marktgemeinde Prien im vergangenen Jahr ein Defizit von über 103.000 Euro.

Was im Bernauer Gemeinderat bereits 2023 für Diskussionen sorgte, war auch 2026 noch ein Thema: die Notwendigkeit einer besseren Zusammenarbeit, intensiverer Kommunikation und einer konzeptionellen Überarbeitung der offenen Jugendarbeit. Darauf hatten zahlreiche Gemeinderäte 2023 verwiesen, als sie gebeten wurden, sich wieder „an der Solidargemeinschaft zu beteiligen“. Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber erinnerte an die damalige Entscheidung, „die Zahlung im Jahr 2024 wieder aufleben zu lassen“. Der Bürgermeisterin war es besonders wichtig, zu betonen, dass es sich nicht um eine Konkurrenzsituation zwischen dem Priener Jugendzentrum und dem Bernauer Jugendtreff handele. „Wenn wir zustimmen, dann geht dieses Geld nicht zu Lasten von Bernau nach Prien“, betonte sie.

Eva Ellmayer-Schönberger, seit zehn Jahren im „PrienaYou“-Jugendzentrum tätig, berichtete, dass etwa 20 der 137 Jugendlichen, die regelmäßig das Jugendzentrum besuchten, aus Bernau stammen. „Wir ergänzen uns gegenseitig“, war sie überzeugt und verwies auf das nächste Treffen Ende Juni mit einer Vertreterin aus dem Landratsamt Rosenheim. Das Zentrum in Prien sei ein sicherer Ort (beispielsweise um nach der Schule auf den Zug oder Bus zu warten) und werde professionell begleitet.

Matthias Vieweger (CSU) unterstrich, dass er dem Thema Jugendarbeit stets sehr offen gegenüberstehe und auch lange Jugendreferent gewesen sei. Er merkte jedoch an: „Die Sichtweise passt mit dem Geschehen nicht zusammen“, denn die „Vergangenheit ist nicht gut gelaufen“. Er plädierte daher für eine maximale Laufzeit der Unterstützung für ein Jahr. „Vor drei Jahren haben Sie uns versprochen, dass hinsichtlich der Zusammenarbeit und der Kommunikation mehr passiert“ und „geschehen ist nichts“, argumentierte er. Ellmayer-Schönberger räumte ein, dass es aufgrund der personellen Situation oft schwierig sei, ins Gespräch zu kommen.

„Ich gehe davon aus, dass es jetzt in der Zukunft klappt“, äußerte sich Gerhard Jell (CSU) optimistisch. Denn „an sich ist das eine Super-Sache“, so Jell. Die knapp 11.000 Euro seien sehr gut angelegt, und die Jugendlichen sollten das wert sein, so seine Überzeugung. Veronika Schnaiter-Porschitz (CSU) erklärte, dass ihr ein „gemeinsames Konzept fehlt“. „Dann ist es auch mit der Umsetzung viel leichter“, so ihre Erfahrung. Außerdem vermisse sie, dass die Jugendlichen „aller sozialen Schichten von der offenen Jugendarbeit angesprochen werden“.

„Ich werde dagegen stimmen“, erklärte Donat Fischer (Freie Wähler). Denn die Priener hätten jetzt drei Jahre dafür Zeit gehabt, so Fischer mit Verweis auf die Forderungen von 2023.

Der Rat stimmte mit einer Gegenstimme (Donat Fischer) dafür, sich in den kommenden zwei Jahren an den Personalkosten für das Jugendzentrum in der Marktgemeinde Prien zu beteiligen.

Im Jahr 2028 soll der Sachstand dann erneut auf die Tagesordnung gesetzt werden. daa

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