Traunstein – Der Seniorenbeirat der Stadt hat in seiner Abschlusssitzung im Großen Saal des Rathauses eine Bilanz seiner dreijährigen Arbeit gezogen und Projekte in den Bereichen Digitalisierung, Teilhabe und Bekämpfung von Einsamkeit vorgestellt.
Zum Auftakt begrüßte die Vorsitzende Ingrid Buschold Stadträtin Andrea Maier, die neu ernannte Seniorenreferentin, die sich schon zuvor in die Projekte des Gremiums eingebracht hatte. Buschold betonte, der Seniorenbeirat habe in drei Jahren sehr viel in der Stadt vorangebracht.
Einen Schwerpunkt bildeten die digitalen Angebote: Stadtjugendpflegerin Pea Breutel und Beiratsmitglied Reinhard Mühlbauer erläuterten die Entwicklung von der ursprünglich geplanten „Taschengeldbörse“ hin zu den „Digitalen Sprechstunden für Senioren“, die gemeinsam mit dem Kinder- und Jugendzentrum umgesetzt wurden und beim Auftakt im März 2024 sowie bei sechs weiteren Terminen jeweils rund 100 Besucher angezogen haben.
Erfolgreich waren nach Angaben der Volkshochschule auch die stets ausgebuchten Handy-Kurse „Handyspaß kennt kein Alter“. Aufgrund der hohen Nachfrage wurden zusätzliche Kurse in Siegsdorf, Marquartstein, Ruhpolding und Reit im Winkl organisiert, insgesamt nahmen seit 2024 rund 300 Senioren teil; im Herbst soll das Kursangebot fortgesetzt werden, zudem ist ein regelmäßig tagendes „Digitalcafé“ im Gemeinschaftsraum in der Au geplant.
Über das 2024 realisierte Projekt „Nette Toilette“ informierte Ingrid Buschold, die von einer Win-win-Situation sprach: In Traunstein stellen inzwischen 15 Betriebe und Einrichtungen ihre Toiletten zur kostenlosen Nutzung zur Verfügung, wovon auch Familien mit kleinen Kindern profitieren.
Ein weiterer Schwerpunkt war das Quartiersmanagement in der Au, das auf Antrag des Seniorenbeirats ins Leben gerufen wurde und nach Angaben von Quartiersmanagerin Karin Drexler und Seniorenbeirat Wolfgang Ruetz auf große Resonanz gestoßen ist; dort nutzt auch der Seniorenbeirat Räume für seine Sprechstunden, zudem ist für die kommenden Wochen eine weitere Ausgabe des Erzählcafés zu Geschichten aus der Au angekündigt.
Ebenfalls vorgestellt wurde das Projekt „Ratschbankerl“, mit dem das Jahresthema „Einsamkeit im Alter“ von 2025 in die Praxis umgesetzt wurde: Auf Initiative des Seniorenbeirats und von Stadträtin Andrea Maier sowie mit finanzieller Unterstützung der Stadt wurden acht gekennzeichnete Bänke im Stadtgebiet aufgestellt, die laut Maier als Einladung zum Gespräch dienen und breites Medienecho ausgelöst haben.
Reinhard Lampoltshammer informierte über ein Treffen der Seniorenbeiräte im Landkreis, bei dem festgelegt wurde, dass Franz Heuberger aus Grassau, Marlene Meißner aus Trostberg und Reinhard Mühlbauer aus Traunstein den Landkreis im Landesseniorenrat vertreten.
Oberbürgermeister Dr.Christian Hümmer dankte dem Seniorenbeirat für dessen integrative und vielseitige Arbeit, hob das große Engagement, die enge Zusammenarbeit mit Vereinen, Einrichtungen, Ehrenamtlichen und Verwaltung sowie die konkreten Verbesserungen für ältere Menschen hervor; dem Dank schloss sich Werner Fertl, Seniorenbeauftragter des Landkreises, an.