Traunstein – Der Neubau einer Grundschule in Wolkersdorf und der Neubau für die Feuerwehr haben in der jüngsten Traunsteiner Stadtratssitzung den nächsten Schritt gemacht. Mit großer Mehrheit stimmte der Rat für die Änderung des Flächennutzungsplans in dem Bereich an der Traunsteiner Straße, südöstlich von Wolkersdorf. „Momentan ist das Gebiet noch als landwirtschaftliche Fläche ausgewiesen. Für den Neubau der Schule und der Feuerwehr muss das geändert werden“, so Christiane Appelt vom städtischen Bauamt. Der Stadtrat hat nun entschieden, das Grundstück als Gemeinbedarfsfläche für eine Schule und eine Feuerwehr auszuweisen. Das südlich angrenzende Grundstück, das mit einem Einfamilienhaus und einem Lagergebäude bebaut ist, wird als Mischgebiet dargestellt. Damit ist der nächste Schritt im Bauplanverfahren abgeschlossen. Kritik gab es nur seitens der Traunsteiner Liste: „Wir sind davon überzeugt, dass es für die Feuerwehr Wolkersdorf und die Grundschule in Haslach gute Erweiterungsmöglichkeiten gäbe“, so Simon Filser. Er und seine Fraktionskollegin Ulrike Hoernes stimmten als einzige dagegen.
Man habe sich „sehr viele“ Gedanken gemacht und sei allen Bedenken nachgegangen, so Oberbürgermeister Christian Hümmer (CSU). Auch bei einer Erweiterung der Haslacher Schule gäbe es einen Flächenbedarf. „Und wir haben in Wolkersdorf die Chance, eine der modernsten Schulen in Südostbayern bauen zu können.“ Karl Schulz (CSU) meinte: „Das wird eine komplett neue, städtebauliche Entwicklung bringen. Das wird der Zukunftsbeschluss für Traunstein schlechthin.“
Die Richtungsentscheidung hatte der Stadtrat bereits im November 2025 getroffen. Laut Clemens Gruber, Leiter des Staatlichen Schulamts, brauche Traunstein acht zusätzliche Klassenzimmer. Binnen vier Jahren solle die Schülerzahl von 721 auf 836 steigen. Die Kosten des Schulneubaus mit Turnhalle wurden grob auf 21,7 Millionen Euro geschätzt. Im nächsten Jahr könnte mit den Bauarbeiten begonnen werden, womit zum Schuljahr 2029/30 alles fertig wäre. Die Mehrheitsverhältnisse im Stadtrat waren im November mit 26:2 gleich deutlich.
Ein anderes Thema trieb Rolf Wassermann (CSU) um: Erst vergangenes Jahr wurden die Arkaden am Stadtpark saniert und neu gestrichen. Eine Zeit lang ging es gut. Jetzt prangt wieder ein erstes Graffiti an einem der Rundbögen. „Narrenhände beschmieren Tisch und Wände. Es ist einfach traurig“, so Wassermann. Oberbürgermeister Hümmer stellte klar: „Das ist eine Straftat und wir werden es zur Anzeige bringen.“ Auch in Gesprächen zwischen Stadt und Polizei seien die Sachbeschädigungen immer wieder Thema. Niemand solle sich sicher sein. Die Polizei habe Täter auch schon auf frischer Tat ertappt. „An der ein oder anderen Stelle hat es überhandgenommen“, so Hümmer. Man werde die Stelle unter den Arkaden reinigen.
Ob es die Möglichkeit gebe, auch in der Innenstadt einen Automaten aufzustellen, beispielsweise in der Au, an dem die Traunsteiner ihre Pakete abholen können, wollte wiederum Rolf Wassermann wissen. „In der Kernstadt könnte man dann fußläufig die Pakete abholen und muss nicht mit dem Auto nach Haslach.“ Packstationen gibt es in Traunstein momentan im Gewerbegebiet Kaserne, an der Theresienstraße und im Gewerbegebiet an der Südspange. Hans-Peter Weiß vom Stadtmarketing wusste Auskunft: Man habe mit DHL schon Kontakt aufgenommen, „aber die sehen leider keinen Bedarf“.
Auch Weiß zeigte sich überrascht von der klaren Einschätzung. Früher habe es an den Standorten von Packstationen noch einen Stromanschluss gebraucht, doch das sei nicht mehr nötig, weil die neueren Automaten solargetrieben funktionierten. „Ich fände das für die untere Stadt auch begrüßenswert. Aber bisher scheitert alles an den Betreibern.“ Burgi Mörtl-Körner erkundigte sich bei der Stadtverwaltung nach dem geplanten Taubenhaus: „Für einige ist das von großem Interesse.“ Der Oberbürgermeister versprach: „Das Taubenhaus kommt.“
Um einer Taubenplage rund um den Stadtplatz vorzubeugen, hatte der Stadtrat beschlossen, ein Taubenhaus mit Nistplätzen und Futter einzurichten. Auf diesem Weg können Eier gezielt entnommen und durch Attrappen ausgetauscht werden, um die Vermehrung der Tiere einzudämmen.