„Ehrlich und authentisch“ als Erfolgsgeheimnis

von Redaktion

Lohner Hof in Chieming gewinnt „Goldenen Gockel“ für Familienurlaub auf dem Bauernhof

Chieming „Für Familienurlaub mit Kindern ein Traum“, schreibt Monja Apel in der Bewertung bei Google. „Am besten gefallen hat uns, dass es keine Verbote für die Kinder gab“, fügt Sandra Weiss hinzu. „5 Sterne für 5 K‘s: Kinder, Kühe, Kälbchen, Katzen, Kaninchen und Kräcker“, hat Christoph Moellering hinterlassen. Der Lohner Hof in Chieming-Grilling glänzt mit der höchstmöglichen Note von 5,0 bei 52 Bewertungen und ist damit ein Urlaubs-Liebling, nicht nur in der Chiemsee-Region.

Das ist jetzt mit dem „Goldenen Gockel“ belohnt worden, einer auf Gäste-Bewertungen basierenden Auszeichnung für die gastfreundlichsten Unterkünfte des Verbandes Urlaub auf dem Bauernhof. Grund genug, den hochgelobten Touristen-Hotspot zu besuchen. Die Anreise führt etwa fünf Kilometer weg von Chieming am schönen Chiemsee, kurz hinter dem Golfplatz rechts in die Natur. Auf dem Lohner Hof angekommen, ist nur noch das Muhen der Kühe zu hören. Wasser plätschert in ein Becken, im Sonnenschein zirpen die Grillen.

Am Haupthaus warten an einem Holztisch unter einem Sonnenschirm schon Martin und Sofia Maier mit dem „Goldenen Gockel“. Zeit, das runde Ehrenschild anzubringen, war noch nicht – schließlich liegt die Verleihungs-Party mit Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber erst ein paar Tage zurück. „Wir haben null mit der Auszeichnung gerechnet, zumal man sich nicht dafür bewerben kann“, erzählt Sofia Maier mit einem herzlichen Lächeln. Es sei irgendwann eine E-Mail mit den ausgezeichneten Höfen gekommen, aber sie habe die angefügte Excel-Tabelle mit den Preisträgern nicht geöffnet. Hof-Kollege Matthias Untermayer vom ebenfalls vielfach prämierten Moierhof bei Seeon-Seebruck machte sich die Mühe. Er rief die Maiers an und sorgte für „Mega-Freude“ in Grilling.

Aber was ist nun das Geheimnis dieser außergewöhnlichen Beliebtheit bei den Gästen? „Wir haben schöne hochwertige Wohnungen, aber das hier ist kein Glamour-Hof“, sagt Sofia Maier und ihr Ehemann fügt hinzu:

„Wir sind einfach nur ehrlich und authentisch.“ Das ist ganz sicher ein wichtiger Grund für die Höchstbewertungen, denn bei den Maiers wirkt die Gastfreundlichkeit nicht aufgesetzt. Hier haben die Gäste nie das Gefühl zu stören, sondern sind ganz organisch Teil des Hoflebens. „Wir nehmen die Gäste auf die Reise mit, wie aus Gras Milch wird und was Landwirtschaft wirklich bedeutet“, erzählt Martin Maier.

Immer um 16 Uhr startet die Runde bei den 60 Kühen (und bis zu 40 Kälbchen) mit der Bäuerin: Heu verteilen, die Kuh-Babys besuchen, ausmisten. „Wenn die Kinder Blut geleckt haben, sehen die Eltern sie bestimmt zwei Stunden nicht“, sagt Martin Maier. Das bringt den Eltern mitten im Familienurlaub Partnerzeit. Nicht wenige Erwachsene haben aber stattdessen Lust darauf, mit auszumisten, denn Verbote gibt es hier nicht.

Bei so einer Geburt und den Kälbchen kommen bei den Kindern maximal viele Fragen auf. Wie ist das Kuh-Baby eigentlich entstanden? Wie funktioniert Fruchtbarkeit? Auch darauf geben die Maiers ganz selbstverständlich offene Antworten. Genau wie ihre drei eigenen Kids Heidi (7), Flora (5) und Loni (3) ganz selbstverständlich mit den Kindern der Gäste spielen, wenn die Chemie passt.

Zu all den Outdoor-Möglichkeiten auf dem Hof mit 50 Hektar bewirtschafteter Fläche und acht Hektar Wald warten exklusive Ferienwohnungen mit selbst geschreinerten Möbeln vom Bruder des Hausherrn auf die Touristen. „Unsere Gäste wollen nicht nur im Grünen sein und Platz haben, sondern auch schöner wohnen als zu Hause“, sagt Sofia Maier. Das Gastgeber-Paar investiert stetig in die insgesamt fünf Appartements auf dem Lohner Hof. „Neuerdings haben auch unsere Kinderzimmer Doppelbetten – schließlich wollen Mama und Papa beim Einschlafen nicht auf der Kante liegen.“ Stockbetten seien out, Familien-Luxus mit viel Platz in.

Die stetige Weiterentwicklung des Angebots haben die Maiers von den Eltern von Martin übernommen. 1993 begannen Adalbert und Elisabeth, erstmals Ferien auf dem Lohner Hof anzubieten. Oma Elisabeth traf federführend die mutige Entscheidung, auf dem seit über sechs Jahrhunderten existierenden Hof auf die Karte Urlauber zu setzen, und so investierte man in den Umbau von zwei hochwertigen Ferienwohnungen. Dreimal räumten die Senior-Maiers danach die Auszeichnung als Ferienhof des Jahres ab. Das war der Beginn einer Erfolgsgeschichte, die vor allem über Empfehlungen immer mehr Gäste auf den Lohner Hof lockte.

Die meisten Urlauber kommen aus dem Westen – von Stuttgart bis zum Ruhrpott. Von Ostern bis Allerheiligen ist es schwer, hier eine Ferienwohnung zu bekommen, weil viele Gäste mit ihren Kindern schon seit vielen Jahren immer wieder kommen. Der schöne Chiemsee zum Baden ist nahe, auch wenn den manche Gäste gar nicht sehen.

„Wir haben uns mit zwei kleinen Kindern nicht einmal wegbewegt – wozu auch? In der Früh eine Stunde auf dem Trampolin, 70- mal über die Wiese rennen, die Traktoren zählen, die Hasen streicheln oder die Katzen“, schreibt Egid Roth bei Google.

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