Übersee – Der Segelclub Chiemsee Feldwies (SCCF) hat jüngst mit der traditionellen „Krautinsel-Rund“ seine Regattasaison eröffnet. Der fast 100 Jahre alte Evergreen „Am Sonntag will mein Süßer mit mir segeln gehn“ aus dem Jahr 1929, der besonders in den 1960er-Jahren nochmals die Top 10 erreichte, passte hervorragend zum diesjährigen Regatta-Saisonauftakt des SCCF. Denn bei den milden, vorhergesagten Winden gingen zahlreiche Familiencrews an den Start – ein perfektes Szenario für diesen Pfingstsonntag und damit auch für den passenden Schlager. Eigentlich ist der Name der Regatta ein wenig irreführend, denn der Kurs führt gar nicht um die Krautinsel. Die Vereinsgründer hatten diesen Regattakurs vor langer Zeit entworfen, als Segelboote noch deutlich weniger Tiefgang hatten als heute. Würde man den ursprünglichen Kurs segeln, wäre mindestens die Hälfte der 32 teilnehmenden Boote vor oder neben der Krautinsel im Schlamm steckengeblieben – sicher nicht im Sinne der Segler und ebenso wenig im Sinne des Veranstalters.
So wird bereits seit vielen Jahren um die Fraueninsel gesegelt, die an Steuerbord zu passieren ist. Die nächste Bahnmarke liegt an der Bäckerscheibe, kurz vor dem Naturschutzgebiet. Von dort aus sollte es mit dem Spinnaker zurück in die Feldwieser Bucht gehen – zumindest laut Plan.
Angesichts des sehr schwachen Windes (circa ein bis 1,5 Bft) und der hohen Temperaturen zeigte Wettfahrtleiter Klaus Schreil, unterstützt von Michael Schade, jedoch Erbarmen mit den Seglern und verkürzte die Wettfahrt, indem er das Ziel an die Tonne an der Bäckerscheibe verlegte. Eine ausgesprochen sinnvolle Entscheidung, die ihm von den Seglern stillen Applaus einbrachte.
Wer hat nun dieses Schachspiel auf dem Wasser gewonnen? Jeder traditionsreiche und erfolgreiche Verein hat sie – diese eine Lichtgestalt, die immer wieder das berühmte Quäntchen mehr einbringt. Beim FC Bayern München war das unbestritten Franz Beckenbauer. Der SCCF hat seinen „Hangel Schorsch“, der diese Regatta sowohl in der Klasse der Chiemseeplätten als auch in der Gesamtwertung klar für sich entscheiden konnte. Respekt!
Gegen 15 Uhr waren die meisten Segler wieder im heimischen Hafen. Zuvor gab es allerdings noch ein erfrischendes Bad im wunderbaren Chiemsee.
Der Segelclub Chiemsee Feldwies hat seine Heimat am südöstlichen Ufer des Chiemsees in der Feldwieser Bucht. Gegründet wurde er 1969 und es zählt der SCCF heute 350 Mitglieder, davon 62 Kinder und Jugendliche.
Ziel des SCCF ist die Ausübung und Förderung des Segelsports durch Aus- und Fortbildung, Regattaausrichtung und -begleitung, Jugendarbeit, Liegeplatzangebot und Förderung der Gemeinschaft.