Waldbrand in Ruhpolding, Rekordtiefstpegel am Chiemsee und Hitzewelle im Mai. Nachdem die Negativrekorde in den vergangenen Jahren zu Temperaturen und Niederschlägen weltweit und vor der Haustür nur so purzelten, sollte nach den jüngsten Ereignissen im Chiemgau wirklich allen klar sein: Der Klimawandel kommt nicht irgendwann und irgendwo, sondern ist jetzt und hier. Und damit die Auswirkungen auf Gesundheit, Umwelt und Geldbeutel. Es liegt nun an allen, auch wirklich was dagegen zu tun. Die Möglichkeiten sind dabei groß:
Zum einen sind da die täglichen persönlichen Entscheidungen des Konsums. Dabei sollte Verzicht nicht als etwas Negatives gesehen werden, sondern als eine Entscheidung für eine lebenswerte Heimat. Zum anderen können bei Wahlen die Parteien gewählt werden, die es auch wirklich ernst mit dem Klimaschutz meinen. Jetzt stehen aktuell keine Wahlen an, dennoch können Mandatsträger aus der Region kontaktiert werden. Die Vertretungen aus der Region in München, Berlin und Brüssel sollten wissen, wie wichtig den Menschen im Chiemgau der Klimaschutz ist.
Dabei kann eine erste Anlaufstelle die Gemeinde vor Ort sein: Mit besserem ÖPNV oder sicheren Radwegen bleibt das Auto eher einmal mehr stehen. Es geht für die Kommunen in der Region auch darum, Vorbilder zu sein. Für ihre Bürgerinnen und Bürger, für andere Gemeinden. Es müsste ein regionaler Wettbewerb entstehen, welche Kommune die klimafreundlichste im Chiemgau wird, auch als Zeichen für das ganze Land. Es würde uns unabhängiger von Öl und Gas machen und kann dazu noch die Gesundheit fördern, Stichwort Milliardenloch bei den Krankenkassen.
Lasst es uns gemeinsam besser machen, ohne mit dem Zeigefinger auf andere zu zeigen. Klimaschutz beginnt in kleinen Schritten: Mal mit dem Zug in den Urlaub anstatt mit dem Flieger. Oder das eine oder andere vegetarische Gericht mehr auf den eigenen Speiseplan setzen. Natürlich müssen parallel dazu die großen Themen wie Heizen oder Infrastruktur von den Regierungen angegangen werden. Aber auch hier sollte öffentlicher Druck, etwa auf unsere Mandatsträger, als Mittel gesehen und eingesetzt werden. Ich bin überzeugt davon, dass deutlich mehr Menschen Maßnahmen gegen eine noch schnellere Erderhitzung befürworten. Zeigen wir es gemeinsam und werden lauter – auch für den Erhalt unserer schönen Heimat.