100 Gläubige lösen zum 80. Mal Gelübde ein

von Redaktion

Prozession zur Kapelle in Unterwössen

Unterwössen – Voran das Prozessionskreuz, dahinter die Musikkapelle Wössen: Mehr als 100 Gläubige, Gemeinderäte, Vereinsvertreter und Bürger zogen jüngst von der Pfarrkirche St. Martin zur Friedenskapelle am nördlichen Ortsausgang. Zum 80. Mal löste Unterwössen damit das Gelübde ein, das die Dorfbewohner in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs gaben.

Gegen 20 Uhr setzte sich der Zug auf der Hauptstraße in Bewegung. Hinter den drei Ministranten mit dem Prozessionskreuz marschierte die Musikkapelle Wössen unter der Leitung von Rupert Fladischer. Es folgten Bürgermeister Johannes Weber mit den Altbürgermeistern Hans Haslreiter und Ludwig Entfellner sowie die Gemeinderäte. Dahinter reihten sich die Abordnungen des Trachtenvereins D’Achentaler, der Schützengesellschaft Gscheuerwand und der Gebirgsschützenkompanie Wössen/Achental ein. Der Zug gab mit der Pfarrkirche im Hintergrund ein eindrucksvolles Bild.

Am Außenaltar neben der Friedenskapelle versammelten sich die Teilnehmer zur Andacht. Pfarrer Martin Straßer erinnerte an den Ursprung des Gelübdes. In den letzten Kriegstagen hätten amerikanische Soldaten bereits vor dem Ort gestanden. Die Bewohner versprachen damals, am Ortseingang eine Kapelle zu errichten und jedes Jahr in Prozession dorthin zu ziehen, wenn Unterwössen von Krieg und Zerstörung verschont bleibe. Der Ort blieb unversehrt – das Versprechen wird Jahr für Jahr eingelöst.

Im ersten Teil der Andacht gedachte die Gemeinde der Gefallenen und Verstorbenen des Krieges, deren Namen in der Kapelle verewigt sind. Nach einer stillen Minute beteten die Gläubigen gemeinsam das Vaterunser und das Ave Maria. Die Musikkapelle spielte den Marsch „Alte Kameraden“. Der zweite Teil stand im Zeichen der Marienverehrung. Straßer verwies darauf, dass zeitgleich im Vatikan ein weltweites Friedensgebet stattfand. Gemeinsam sprach die Gemeinde die Lauretanische Litanei, den Angelus und ein Gebet um Frieden.

Mit dem Erntesegen bat die Gemeinde zuletzt um Schutz vor Hagel, Überschwemmungen und Dürre. lfl

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