Bürger bauen Agri-PV-Anlage

von Redaktion

Anteilzeichnung bei NEA-Genossenschaft für Achentaler noch bis Montag, 15. Juni, möglich

Grassau/Übersee – In Sachen erneuerbare Energien hat der Markt Grassau mit vielen PV-Anlagen auf gemeindlichen Gebäuden und dem Biomasseheizwerk einiges getan. Dennoch gibt es in der Energiewende noch vieles zu tun, um von der Weltlage zunehmend unabhängiger zu werden. Die Energieproduktion vor Ort sollte verstärkt angepackt werden. Ein Akteur hierbei ist die Bürgergenossenschaft „NEA“ (Neue Energie Achental). Der Agenda-Arbeitskreis „Erneuerbare Energien“ organisierte einen Infoabend, um die NEA und ihr jüngstes Projekt, eine Agri-PV-Anlage, bekannter zu machen.

Von Bürgern
für Bürger

Wie Sebastian Noichl, Sprecher des Agenda-Kreises, erinnerte, gab es in Grassau bereits eine Genossenschaft, die gemeinsam die PV-Anlage auf dem Schuldach betrieben hatte. Die im September 2002 in Betrieb genommene Anlage der „Bürgersolarkraftwerk Achental GbR“ habe eine Leistung von rund 19 kWp gehabt. Sie galt über zwei Jahrzehnte hinweg als ein wichtiges Vorzeigeprojekt der lokalen Energiewende mit breiter Bürgerbeteiligung. Die NEA verfolge die gleichen Ansätze.

Michael Griesbeck informierte, dass die NEA im März 2023 mit dem Ziel gegründet worden sei, erneuerbare Energien zu fördern. Es handele sich um ein Projekt von Bürgern für Bürger, wobei die Mitgliedschaft auf den Achentalraum beschränkt sei. Mitglied werde man durch den Kauf von Genossenschaftsanteilen, wobei jedes Mitglied maximal 40 Anteile erwerben könne und unabhängig von seiner Einlage nur ein Stimmrecht habe. Griesbeck betonte, dass alle Mitglieder des Vorstands ehrenamtlich arbeiteten, aus Überzeugung etwas für die Energieautarkie leisten zu müssen.

Das derzeit greifbare Projekt ist der Bau einer Agri-PV-Anlage im Überseer Eichfeld mit einem Kostenvolumen von 5,5 Millionen Euro. Auf der Projektfläche von knapp zwölf Hektar soll die Anlage eine Leistung von sechs Megawattpeak sowie eine Speicherkapazität von 11,2 Megawattstunden erreichen und sei damit mit etwa 600 PV-Anlagen auf Hausdächern vergleichbar. Über zwei bis drei Jahrzehnte könnte die Anlage Strom produzieren und hätte sich nach spätestens 15 Jahren amortisiert. Mietenkam, so informierte Griesbeck weiter, sei wichtig, da es dort den Anschlusspunkt gebe, von wo aus ins Netz eingespeist werden könne. Für eine derartige Anlage müsse auch ein Einspeisepunkt entsprechend groß sein. Die Genossenschaft habe dies gewusst und beim Bau des Radweges von Mietenkam nach Übersee bereits ein Leerrohr verlegt. Somit entfalle der Aufwand von Grabungen, wodurch Kosten eingespart werden könnten. Zum Bauplatz erklärte er weiter, dass dieser im 200-Meter-Korridor entlang der Bahntrasse liege. In diesem Bereich sei der Bau auch ohne Baugenehmigung möglich.

Die Anlage sei noch nicht komplett vergeben. Noch würden die passenden Module gesucht. Der Wechselrichter sei bereits geordert und vom Bayernwerk gebe es eine Einspeisezusage. Griesbeck zeigte auf, wie die Anlage sich nach der Sonne ausrichten könne, bei Hagel und Unwetter senkrecht gestellt werden könne und auch eine landwirtschaftliche Bewirtschaftung zulasse. Zum Zeitplan informierte er, dass die Anlage im Sommer gebaut und noch in diesem Jahr in Betrieb genommen werde. Der Netzanschluss erfolge dann im Frühjahr 2027. Ziel sei es, die Anlage mindestens 20 Jahre und im optimalen Fall 30 Jahre zu betreiben.

Über die Mitgliedereinlagen hoffe man, eine Million Euro investieren zu können, und die restliche Summe als Kredit zu finanzieren. Die Möglichkeit, noch Anteile an der Anlage zu erwerben, bestehe für Mitglieder nur noch bis am Montag, 15. Juni. Bis dahin sei es möglich, Anteile zu zeichnen. Weitere Infos seien auf der Homepage der NEA ersichtlich.

Eine Million Euro
von den Mitgliedern

Abschließend ergänzte Xaver Schreiner, damals einer der Befürworter und Akteure der Bürgersolargenossenschaft in Grassau, dass das Projekt damals ein großer Erfolg gewesen sei. Die Argumente für die Produktion eigener Energie hätten sich nicht geändert. Er begrüße sehr die ehrenamtliche Arbeit des Vorstands.

Artikel 6 von 11