Dank des guten Wetters konnte am gestrigen Donnerstag auch in Prien die Fronleichnamsprozession stattfinden. Pfarrvikar Sinha Roy zelebrierte am Marktbrunnen den Gottesdienst, der musikalisch von Mitgliedern des Kirchenchors und der Capella Vocale unter der Leitung von Martin Koschorz sowie der Priener Blaskapelle mit Dirigent Karl-Wilhelm Hultsch begleitet wurde. Dann setzte sich bei strahlendem Sonnenschein die Prozession, angeführt von Kirchenschweizer Gunther Kraus, mit den Ministranten und den Orts- und Trachtenvereinen aus Prien und Atzing mit ihren großen Tragefiguren in Bewegung. Dem Pfarrvikar, der unter dem Baldachin die Monstranz mit dem Allerheiligsten zu den Altären im Gries und am Rathaus trug, folgten Bürgermeister, Gemeinderäte und Gläubige. Im Priener Heimatmuseum ist eine Ausstellung „Starke Frauen“ zu sehen, und auf die Visionen einer starken Frau geht auch die Tradition der Fronleichnamsprozessionen zurück. Fronleichnam, das „Hochfest des Leibes und Blutes Jesu Christi“, hat keinen biblischen Ursprung. Im Jahr 1209 soll die Augustinernonne Juliana von Lüttich auf dem leuchtenden Mond immer wieder eine dunkle Stelle bemerkt haben. Sie deutete das als Offenbarung Christi und dass in der Kirche ein Fest fehle. Als Priorin setzte sie sich für ein Fest zu Ehren der Eucharistie ein. 1264 legte Papst Urban IV. fest, Fronleichnam am zweiten Donnerstag nach Pfingsten zu feiern, was die Gläubigen 800 Jahre später auch in Prien und der Region taten. Fotos Berger