Gebrochene Masten, gerissene Segel

von Redaktion

Wasserschutzpolizei appelliert an Bootsfahrer, die Warnungen ernst zu nehmen

Prien – Das Unwetter vom vergangenen Sonntag war für den späten Nachmittag angesagt, zog dann aber schon früher auf. Keine ungewöhnliche Entwicklung, wie die Wasserschutzpolizei Prien weiß: „Das Wetter kann sich schnell ändern. Insbesondere, wenn man mit einem schwächeren Boot auf dem See unterwegs ist, sollte man die Wetterwarnungen bei der Tourplanung berücksichtigen.“

Hoher
Wellengang

Zu zehn Einsätzen wurden die Wasserwacht, die DLRG und die Wasserschutzpolizei gerufen – darunter ein Kitesurfer mit Schirm im Wasser und ein gekenterter Katamaran. „Wir sind hauptsächlich zur Bergung von Personen im Wasser ausgerückt. Zum Teil weil sie trotz Gewitterwarnung noch im Wasser waren, aber es gab auch Boote, die es nicht mehr rechtzeitig ans Ufer geschafft haben“, so die Wasserschutzpolizei. Durch das Unwetter kam es am Chiemsee zu hohem Wellengang. Deswegen gerieten einige Personen in Seenot. Die Beamten waren über Stunden gefordert.

Bei der Tourenplanung rät die Wasserschutzpolizei, auf die Wetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes zu achten und diese auch ernst zu nehmen. „Es gilt auf die Sturmwarnungen zu achten. Wenn ich merke, es zieht ein Unwetter auf, dann sollte ich einen Hafen anfahren“, heißt es von den Beamten aus Prien. Zudem könne der Schein trügen: „Es sieht nach einem sommerlichen Tag aus, aber das Wetter steht schon hinten. Manche unterschätzen einfach, wie schnell das Wetter umschlägt.“ Die Aufgabe der Beamten ist es, die gekenterten Boote wieder aufzustellen und im Wasser treibende Personen wieder ans Ufer zu bringen. Zu Verletzungen kam es beim Einsatz am Sonntag nicht, die Sachschäden könne man derzeit nicht abschätzen. Zu gebrochenen Masten und gerissenen Segeln sei es allerdings gekommen. Beim Bootsverleih Jell wurde am Sonntag schon beim Ausleihen vor der aktuellen Wetterlage gewarnt. „Die meisten haben sich daran gehalten und waren rechtzeitig wieder mit dem Boot zurück“, schildert der Besitzer des Bootsverleihs, Andreas Jell. Insbesondere mit Segelbooten gelte bei einem drohenden Gewitter Vorsicht. „Es besteht die Gefahr, dass man kentert. Bei Sturmwarnungen am besten direkt den Hafen anfahren“, so Jell. Ein nahendes Gewitter mache sich zunächst mit einer Flaute bemerkbar: Dann könne es schnell gehen, wie es auch am Sonntag der Fall gewesen sei. „Bei Segelbooten gilt vorrangig, rechtzeitig das Segel einzuholen, damit es nicht reißt. Es darf gar nicht erst so weit kommen, dass das Boot durch das Unwetter Schaden nimmt“, appelliert Jell. Schaffe man es nicht mehr rechtzeitig ans Ufer, sollten Bootsfahrer versuchen, in den Windschatten zu gelangen.

Vorsicht
mit Segelbooten

Im besten Fall befindet man sich bei Gewitter gar nicht erst am See. „Es ist natürlich nicht verboten, aber wir möchten hier appellieren, die Bedingungen am See nicht zu unterschätzen“, schließt die Wasserschutzpolizei.

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