Lärmschutzwand abgelehnt

von Redaktion

Der Bebauungsplan Enthal-Bernhaupten sorgt in Bergen für intensive Diskussionen. Ein Lärmschutzgutachten zeigt Handlungsbedarf auf. Nun werden passive Maßnahmen zum Schutz der künftigen Anwohner vor Verkehrslärm erwogen, um einen Lärmschutzwall zu umgehen.

Bergen – In der jüngsten Gemeinderatssitzung gab es Informationen zum Bebauungsplan Enthal-Bernhaupten. Bürgermeister Andreas Schultes erinnerte an die Veränderungssperre in diesem Gebiet und an das beauftragte Lärmschutzgutachten, das nun vorliege und Handlungsbedarf zeige.

Veränderungssperre
läuft jetzt ab

Die auf diesem Gebiet verhängte Veränderungssperre mit einer Dauer von zwei Jahren läuft nun ab und muss verlängert werden. Bereits vor zwei Jahren war es der Wunsch des Gemeinderats, das Gebiet nicht über eine Ortsabrundungssatzung, sondern über einen Bebauungsplan zu entwickeln. Da auch Neuausweisungen von Baurechten anstehen, hatte die Gemeinde ein Gutachten bezüglich der Lärmimmissionen angefordert, erklärte der Rathauschef. Bei der Aufstellung eines Bebauungsplans sei der Gemeinderat verantwortlich und müsse dafür Sorge tragen, dass keine gesundheitlichen Auswirkungen eintreten, berichtete Schultes.

Im Gutachten wurde festgestellt, dass der Verkehrslärm so hoch ist, dass aktive Maßnahmen erforderlich werden. Möglich wäre ein Lärmschutzwall, den die meisten Räte jedoch nicht wollten. Die Experten zeigen im Gutachten weitere Vorschläge zur Geräuschreduzierung auf, so Schultes weiter. Zum aktiven Lärmschutz würden im Außenbereich auch vorgesetzte Wintergärten dienen, und zum passiven Lärmschutz sollten die Grundrisse der Wohngebäude angepasst werden. Schlafräume und auch Kinderzimmer sollten von der Straße abgewandt geplant werden und möglichst keine zur Straße zu öffnenden Fenster haben. Wo dies nicht möglich ist, sollten Schallschutzfenster integriert werden.

Bereits vorhandene Gebäude haben Bestandsschutz und sind von diesen Maßnahmen ausgeschlossen, so Schultes.

Sabine Babl (CSU) erklärte, dass lärmabgewandte Fenster im Grundriss des Bauplans eingetragen werden können und zudem fast jedes neugebaute Haus eine kontrollierte Raumlüftung habe. Ein Fenster zu öffnen, sei dann nicht mehr nötig. Für Herbert Berger (ÜW) sei es nicht vorstellbar, eine Lärmschutzwand zur Straße zu bauen.

Bürgermeister Andreas Schultes meinte abschließend, dass passive Lärmschutzmaßnahmen in den Bebauungsplan aufgenommen werden können, um aktive Lärmschutzbauten zu umgehen. Zudem erklärte er, dass die Veränderungssperre verlängert werden müsste.

Anbau und Garage
vom Rat genehmigt

Zustimmen konnte der Gemeinderat einer kleinen Umbaumaßnahme eines Anwesens im Ortsteil Öd. Hier soll durch einen kleinteiligen Anbau unter einem Balkon mehr Platz geschaffen werden.

Ebenso einstimmig votierte der Rat für den Neubau einer Garage in Holzhausen. Im Beschluss bestand das Gremium Bergen auf die Einhaltung der Gestaltungssatzung und auf Dachüberstände von 50 Zentimetern.

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