Inklusion auf dem Chiemsee

von Redaktion

Bei der RS Venture Connect Regatta in Prien am Chiemsee haben Segler mit und ohne Handicap bewiesen, dass Inklusion im Sport funktioniert. Im Mittelpunkt der Internationalen deutschen Meisterschaft standen nicht körperliche Voraussetzungen, sondern Teamgeist und die gemeinsame Begeisterung für den Sport.

Bürgermeister Andreas Friedrich eröffnet die inklusive Segelregatta des Segelclubs Prien. Foto Dagmar Pasch

Prien – Der Segelclub Prien Chiemsee (SCPC) war kürzlich Gastgeber der Inklusiven Internationalen deutschen Meisterschaft und der bayerischen Landesmeisterschaft RS Venture Connect. Mit dieser hochwertigen Segelregatta zeigte der SCPC, wie gelungene Integration von Menschen mit körperlichen Einschränkungen im Sport funktionieren kann. Die Segler mit und ohne Handicap bewiesen, dass Teamgeist, gegenseitige Unterstützung und Begeisterung wichtiger sind als körperliche Voraussetzungen.

Breite Unterstützung
für Vorzeigeprojekt

„Gerade Veranstaltungen wie diese setzen Zeichen für gelebte Inklusion, da sie nicht nur sportliche Leistungen, sondern auch gesellschaftlichen Zusammenhalt deutlich machen“, erklärte Ehrenpräsident Lothar Demps in seiner Eröffnungsrede.

Der Priener Club ist seit vielen Jahren kompetenter Veranstalter inklusiver internationaler Regatten. Demps, als engagierter Organisator und Gastgeber, sowie die vielen helfenden Vereinsmitglieder erhielten viel Lob für ihren Einsatz, Inklusion aktiv umzusetzen.

Der Austragungsort Prien Stippelwerft ist durch die Unterstützung der Gemeinde, des Kreises, des Landes Bayern, einheimischer Sponsoren und vor allem der Infrastruktur des SCPC ideal für inklusive Regatten. „Hier ziehen alle an einem Strang“, unterstrich Bürgermeister Andreas Friedrich in seiner Begrüßungsrede den Zusammenhalt und die familiäre Atmosphäre. Das Catering übernahmen engagierte Vereinsmitglieder in liebevoller Eigenregie. Dies war ein weiterer Grund, weshalb sich Teilnehmer und Gäste gern im Clubheim und im Festzelt einfanden.

Unterstützung erhielt die Inklusionsveranstaltung, die eine Vorzeigefunktion weit über die Region hinaus besitzt, durch die Anwesenheit von BSV-Vizepräsident Dr. Hans-Peter Müller, dem Abteilungsleiter Segeln des DBS, Kai-Olav Huelzer – der auch als Regattateilnehmer dabei war –, Landtagsabgeordnetem Josef Lausch sowie der Präsidentin des Soroptimisten Clubs Prien Karola Prechtl. „Die Regatta zeigt eindrucksvoll, dass der Segelsport Menschen verbindet und Barrieren überwinden kann“, betonte die stellvertretende Landrätin Marianne Loferer.

Der Priener Wettfahrtleiter Andreas Bodler prägte mit seiner kompetenten, herzlichen und positiven Art zusammen mit seinem erfahrenen Team das zweitägige Regattageschehen. Bei Wind mit fünf bis elf Knoten, kurzem Kurs und hohen Temperaturen konnten am ersten Tag drei Läufe pro Gruppe für vier Zweierteams stattfinden. Die Teams bestanden aus jeweils einem Segler mit und einem ohne körperliche Einschränkung. Die Boote RS Venture Connect sind speziell für das Parasegeln konstruiert. Am Tag nach der Qualifikation fanden dann die finalen Rennen eingeteilt in Gold-, Silber- und Bronzefleet statt, die jeweils untereinander die Wettfahrten austrugen. Vier Motorbegleitboote garantierten erfolgreich Fairness und Sicherheit.

Das Team Gerald Zernatto und Claudia Wohlschlägl vom Yachtclub Felden (YCV) segelte auf den ersten Platz. Vizemeister wurden Felipe Fauner und Alexander Neufang (SCPC), den dritten Platz besetzten Sebastian Meierdiecks mit Karin Hofmann, ebenfalls vom SCPC.

Zu den Auszeichnungen durch Urkunden und Medaillen kam noch ein besonderes Geschenk: eine Tasse mit Bild vom Kulturerbe Schloss Herrenchiemsee und Spezialitäten des Klosters Frauenchiemsee als Inhalt zur Erinnerung. Für die Teilnehmer stand nicht allein der sportliche Wettbewerb im Mittelpunkt, sondern vor allem das gemeinsame Erlebnis auf dem Wasser und an Land.

Begeisterte
Teilnehmer

„Wir hatten alle viel Spaß. Ein schönes Fleckchen Erde und nette Menschen“, bedankte sich eine Seglerin aus Hamburg für die Gastfreundschaft. Viele internationale Segler hatten aufgrund der Benzin- und Transportpreise aus Kostengründen absagen müssen. Ein Segler im Rollstuhl aus Innsbruck bewunderte vor allem die Helfer beim Wechsel der Boote: „Das ist echte Kraftarbeit. Alle Helfer waren behutsam und schnell.“ Ein Berliner Rollstuhlfahrer, der mit Hund und Wohnmobil angereist war, stellte fest: „Hier fehlt es an nichts.“

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