Neue Finanzsoftware für das Rathaus

von Redaktion

In Bernaus Rathaus steht ein großer Umzug bevor. Nach fast zwei Jahrzehnten verabschiedet sich die Finanzverwaltung von ihrer alten Software und wagt den Sprung in moderne Web-Technologie. Es ist ein Investment, bei dem Ausfallsicherheit und Datenschutz schwerer wiegen als reine Sparmaßnahmen.

Bernau – Seit 2009 arbeitet die Finanzverwaltung in Bernau mit einer Finanzsoftware als zentralem Arbeitsinstrument. Rund 95 Prozent der täglichen Arbeitsprozesse werden über dieses System abgewickelt. Jetzt hat der Rat eine Umstellung beschlossen. Die Gemeinde bleibt zwar beim Anbieter, rüstet aber mit einer modernen, webbasierten Nachfolgelösung auf. Diese kann an die Anforderungen kommunaler Verwaltungen angepasst werden.

Notwendigkeit
der Umstellung

Rund 85.000 Buchungen werden jährlich über das System abgewickelt. Wie Patrick Greilinger, der Kämmerer der Gemeinde Bernau, auf Nachfrage erläuterte, sei die bis dato eingesetzte Finanzsoftware schon seit vielen Jahren im Einsatz.

Wilhelm Schelmoser (Bernauer Liste) wollte wissen, weshalb „denn jetzt“ der Umstieg erfolge. Dieser sei erforderlich, weil perspektivisch die Weiterentwicklung und Pflege von CIP-KD eingestellt werde. „Das Melderechtsprogramm läuft aus“, erklärte Greilinger.

Josef Genghammer (Grüne) wollte zudem von Greilinger wissen, ob es schon für das neue Programm Referenzen gebe. „In Bayern ist es noch neu“, es habe aber drei Testkommunen gegeben und werde mittlerweile in 28 Gemeinden genutzt. Genghammer regte daraufhin an, zu den anderen Kommunen Kontakt bezüglich ihrer Erfahrungen aufzunehmen.

Fragen und Bedenken
im Gemeinderat

Stephan Hartl (CSU) ging es bei seiner Frage um die Sicherheit und die Gefahr von Cyberangriffen, da „man das ja auf und ab liest“. Außerdem interessierte ihn, ob es im Fall einer Störung auch einen Notfallplan gebe. „Wir klären das ab“, versprach Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber. Wie Josef Genghammer interessierte sich auch Josef Scheck (CSU) für mögliche Erfahrungen und er fragte nach, ob auch eine der umliegenden Gemeinden schon mit dieser Software aufgerüstet habe. „Nein, noch hatte keine Gemeinde aus der Umgebung auf K1 umgestellt“, betonte Patrick Greilinger.

Details zur neuen
Softwarelösung

Wie die Verwaltung im Sachverhalt vorab informiert hatte, hat der Hersteller (Kommuna GmbH) mit K1 eine moderne, webbasierte Nachfolgelösung entwickelt, die modular aufgebaut ist und an die spezifischen Anforderungen kommunaler Verwaltungen angepasst werden kann. In Bayern gebe es im Grunde nur zwei große Anbieter und einer davon sei der bisherige Anbieter. Von diesem seien auch „Vois“ für das Melde- und Passwesen und „WOS7WAS“ für das Wahlamt im Einsatz. „Ein Wechsel zu einem anderen Anbieter sei mit erheblichen Risiken und einem Mehraufwand verbunden, insbesondere bezüglich Datenmigration, Systemkompatibilität und Ausfallsicherheit“, hatte die Verwaltung zu Bedenken gegeben, gerade mit Blick auf zwingend hohe Betriebssicherheit bei der Finanzverwaltung.

22.000 Euro für
einmalige Umstellung

Die einmaligen Umstellungskosten belaufen sich auf 22.000 Euro brutto. Sind die Systeme mit der Software K1 aufgerüstet, betragen die laufenden Kosten pro Jahr rund 26.700 Euro brutto. Damit liegt K1 rund 9.000 Euro brutto über den derzeitigen Betriebskosten.

Die Differenz basiere allerdings auf der moderneren Systemarchitektur, den erweiterten Funktionalitäten und der langfristigen Sicherstellung von Wartung und Weiterentwicklung. Der Rat stimmte geschlossen für den Vorschlag der Verwaltung.

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