Prien – „Lassen Sie Ihre Fantasie walten“, begrüßte Klassenlehrer Thomas Bauer die Zuschauer im Chiemsee Saal. Die Klasse 8a hatte sich für ihr Theaterstück für ein jahrhundertealtes persisches Märchen entschieden: Prinzessin Turandot, heute auch weltweit bekannt in der Version für die Oper von Giacomo Puccini.
Prinz Kalaf wandert unerkannt durch Peking. Er will vom chinesischen Kaiser sein Land zurückfordern, das die kaiserlichen Truppen besetzt halten. Zufällig trifft er seinen alten Lehrer Barak, durch den er vom grausamen Schicksal der Prinzen erfährt, die um die Hand der Prinzessin Turandot anhalten. Da sich diese weigert, verheiratet zu werden, hat sie ihren Vater zu einem Gesetz überredet, das besagt, dass jeder Bewerber drei Rätsel lösen muss – löst er sie nicht, wird er geköpft. Als Kalaf von Turandot ein Bild erblickt, entflammt er und will trotz Baraks Warnung um sie werben.
Mit aufwendig gearbeiteten, farbenprächtigen Kostümen wurden die Zuschauer nach China entführt. Im Genre des Musicals sangen die Achtklässler durch die Handlung, wobei bei manch tragischer Spitze die Komik und das Spielerische überwogen. Ping, Pang und Pong sorgten als lustige Figuren für Abwechslung – und am Ende war es sogar einem Trick aus ihrer Feder zu verdanken, dass die Liebe doch noch eine Chance hatte. Denn als Prinz Kalaf alle Rätsel gelöst hatte, gab die Prinzessin ihren Widerstand gegen eine Heirat noch lange nicht auf.
Erst das vermeintliche Erscheinen des Gottes des Totenreiches brachte sie zur Räson und erweckte in ihr die Liebe zu Prinz Kalaf.