Grassau – Noch steht die ehrwürdige Verladehalle, das erste Bauwerk an dem Ensemble Torfbahnhof Rottau. Ihr einsturzgefährdetes Dach ist auf den ersten Blick zu erkennen. Ebenfalls deutlich zu sehen ist, dass diese Halle zum Ensemble gehört, auch wenn sie nicht unter Denkmalschutz steht. Am Torfbahnhof trafen sich nun die großzügigen Spender, die einen Erhalt und damit auch eine Ausstellungserweiterung möglich machen. „Es kann also mit dem Wiederaufbau begonnen werden“, freuten sich Burkhard Dickehut, stellvertretender Vereinsvorsitzender, wie auch Projektleiterin Brigitte Stark.
100.000 Euro
an Kosten erwartet
Dem Museumsverein Rottau, der sich seit Jahrzehnten um den Erhalt des Denkmals kümmert, ist die Bedeutung der Verladehalle bewusst. Detaillierten Schätzungen zu folge, wird das Bauwerk mit Ausstellungserweiterung über 100.000 Euro kosten, eine Summe, die der Verein, der nicht auf staatliche Hilfen zurückgreifen kann, aus eigener Kraft nicht stemmen kann. Um in den Genuss einer EU-Leader Förderung zu gelangen, muss ein finanzieller Grundstock vorhanden sein. Dies konnte dank großzügiger Spenden erzielt werden. In einer kleinen Feierstunde wurden die Spenden überreicht und damit zugleich der Startschuss für die weitere Planung des Bauprojekts gegeben. Unterstützung erfährt das Museum durch die Accanto-Stiftung, den Rotary-Club Chiemsee und die Stiftung „der meine VR Bank e.G.“ Ira Hess als Vertreterin der Accanto-Stiftung freute sich, eine Spende von 15.000 Euro überreichen zu können, und mit dieser Spende dieses Projekt unterstützen zu können. Professor Martin Grambow vom Rotary-Club Chiemsee hatte ebenfalls eine Spende von 5.000 Euro im Gepäck und letztlich beteiligte sich die „VR Bank Rosenheim Chiemsee“-Stiftung mit ihren Vertretern. Annegret Daxenberger und Johann Hell mit 2.500 Euro an dem Projekt. Insgesamt wurde so 22.500 Euro überreicht.
Ausgelöst wurden die drei Großspenden durch Exkursionen des Rotary-Clubs Chiemsee zum Museum Torfbahnhof und Professor Grambow erinnerte sich noch gut an die ersten Eindrücke. Begeistert sei man von dem ehrenamtlichen Engagement, der ehrenamtlichen Führung des 140 Mitglieder starken Vereins gewesen. Bei der Präsentation und Vorstellung des Museums war auch die restaurationsbedürftige Verladehalle, als erstes Bauwerk bereits 1920 erbaut, ein Thema. In diese Halle fuhren die voll beladenen Loren ein, wurden gewogen, gekippt und entleert und auf einer Drehscheibe wieder in die richtige Stellung gebracht.
Eine Fahrt
mit Lok Molly
Nach einer kurzen Stärkung ging es – als Dank für die Spenden – auf eine kleine Fahrt mit der Lok Molly. Stillstand gibt es nur vorübergehend bei solchen Feldbahnfahrten, nicht aber im Verein, denn es stehen weitere Projekte an, wie die Sanierung der RAD (Reichs-Arbeitsdienst-Baracke), eines der letzten erhaltenen Bauwerker dieser Art. Burkhard Dickehut versprach den Spendern, diese auf dem Laufenden zu halten. Mit der Baumaßnahme wird voraussichtlich im Herbst, nach der Besuchersaison begonnen.