Staudach-Egerndach – Bald gibt es in Staudach-Egerndach wieder klares, unbehandeltes Bergquellwasser. Die neue Wasseraufbereitungsanlage am Hafenberg wurde bereits installiert und läuft im Probebetrieb. Der neue Röhren-Hochbehälter wird in den nächsten Monaten eingebaut und angeschlossen. In weniger als elf Monaten gelang es, die Aufbereitungsanlage zu beschließen, zu planen, zu beauftragen und zu installieren. Vor Ort am Hafenberg konnten sich die Gemeinderäte ein Bild von der Anlage machen und wurden fachkundig von Georg Hacher, Wasserwerksmeister und Experte, informiert.
Meisterleistung
am Berg
Die Aufbereitungsanlage am Berg ist kaum als solche erkennbar. Nur durch die offene Tür ist die mit vielen Edelstahlrohren, technischen Anlagen, Filtrationsanlage und UV-Anlage als Aufbereitungsanlage erkennbar. Von außen ist die Anlage durch einen Mantel aus großen, rechteckigen Gesteinsbrocken geschützt. Eine Meisterleistung aller beteiligten Fachfirmen, zumal sich die Aufbereitungsanlage auf dem Berg in nicht besonders zugänglichem Gelände befindet.
Georg Hacher ist begeistert und hob die gute Zusammenarbeit mit allen Firmen hervor, die unkompliziert agierten und auf die Wünsche und Anregungen eingegangen sind. Der Probebetrieb läuft einwandfrei, und so könne die Anlage in wenigen Tagen an das Netz angeschlossen werden. Der erste Teil der neuen Wasserversorgung ist abgeschlossen.
Bürgermeisterin Martina Gaukler erinnerte kurz an den Wasserbefund im vergangenen Sommer, der nicht nur zur Chlorung des Wassers führte, sondern zudem die Planungen für den Hochbehälter, die bereits zuvor begonnen hatten, noch forcierten. Dass die Umsetzung jedoch so schnell gelang, sei allen Beteiligten zu verdanken, betonte sie. Auch dem innovativen Denken des Gemeinderats sei dies zu verdanken, der eine Ausführung in Edelstahl mit liegenden Rohren einem konventionellen Betonbau vorzog. Damit konnte viel Zeit eingespart werden. „Wir sind oft mit den Firmen zusammengesessen, haben geplant, überlegt, wo etwas Sinn macht und selbst kleine Details besprochen“, erklärt die Bürgermeisterin. Was nun vorhanden ist, ist individuell auf die Bedürfnisse der Gemeinde zugeschnitten. In dreieinhalb Wochen konnte die Aufbereitungsanlage, die als fertiges Edelstahlteil geliefert wurde, eingebaut und installiert werden. Ein Teil des Behälters wurde eingegraben, der andere überfüllt und mit Felssteinen gegen Windbruch und Bäume gesichert. Ein positiver Nebeneffekt ist das Aussehen, denn durch die Steinummantelung fügt sich das Bauwerk in die Landschaft ein. Das Bauwerk ist mit viel Technik ausgestattet.
Martina Gaukler erklärt, dass die Technik allein 300.000 Euro gekostet habe. Man habe sich entschieden, nicht nur den 70 Jahre alten Hochbehälter, sondern zudem auch die Aufbereitungsanlage zu erneuern. Ziel sei es, möglichst schnell wieder unbehandeltes Wasser bieten zu können.
„Wir sind absolut im Zeitplan. Wenn alles weiterhin so reibungslos verläuft, kann der Hochbehälter noch im August angeschlossen werden und ab September darf bestes Wasser aus dem Wasserhahn genossen werden“, fügt Hacher hinzu. Mit dieser Baumaßnahme sei die Gemeinde in Sachen Wasserversorgung auf dem neuesten Stand und habe für Jahrzehnte, so hofft die Bürgermeisterin, Ruhe. Hacher glaubt, dass die Gemeinde eine der modernsten Anlagen habe, die es in dieser Form in Deutschland noch nicht gibt. Auch von außen mache das Bauwerk etwas her, freute sich Hacher.
Einfache
Wartung
Die Wartung wird künftig einfacher werden, da vieles über Fernwartung funktioniere, so Martina Gaukler. Künftig kann die Wasserversorgung verantwortlich vom gemeindlichen Bauhof überwacht werden. Zudem wird es möglich sein, über einen Notverbund, der mitgebaut wird, im Bedarfsfall einen Teil von Marquartstein versorgen zu können, so Gaukler. Letztlich verwies die Bürgermeisterin noch auf das Trinkwasser, das bestes Bergquellwasser in ausgezeichneter Qualität sei, mit geringen Nitratwerten. Dieses Wasser, ungechlort, wird in wenigen Monaten wieder in allen Haushalten zur Verfügung stehen.