Diskussion über umstrittene Hundesteuer

von Redaktion

Schlechinger Gemeinderat fasst mehrere zukunftsweisende Beschlüsse

Schleching – Der geplante Ausbau der B307 zwischen Marquartstein und Raiten war ein zentrales Thema der jüngsten Gemeinderatssitzung. Da sich ein Teil der Baustrecke auf Schlechinger Gebiet befindet, bat die Regierung von Oberbayern im Zuge des Planfeststellungsverfahrens um eine Stellungnahme.

Ohne Genehmigung
Hobbykeller ausgebaut

Bürgermeister Thomas Müllinger (BfS) betonte die Bedeutung der Maßnahme für die Sicherheit von Rad- und Autofahrern. Den aktuellen Zustand der Hauptzufahrt bezeichnete er diplomatisch ausgedrückt als „äußerst bescheiden“. Auf Schlechinger Gebiet soll insbesondere eine unfallträchtige Kurve vor dem Weiler Donau entschärft und ein unpapiertes Radweg-Teilstück angelegt werden. Einwände der Nachbargemeinde Marquartstein bezüglich des Naturschutzes respektiere man, wolle diese aber nicht kommentieren. Der Rat beschloss einstimmig, keine Einwände gegen das Projekt zu erheben.

Auch mehrere Bauanträge standen auf der Tagesordnung. Einstimmig genehmigt wurde die Erweiterung eines Wohnhauses in der Loherfeldstraße, wo im Erdgeschoss ein Studio für Reiki und Coaching entstehen soll. Ebenfalls grünes Licht gab es für den Einbau eines Quergiebels in der Achentalstraße sowie für die temporäre Bewirtung einer ehemaligen Verkaufsfläche in der Hauptstraße.

In Ettenhausen (Geigelsteinstraße) wurde eine nachträgliche Nutzungsänderung für ein Mehrfamilienhaus erteilt. Dort waren ohne Genehmigung Hobbyräume im Keller und Dach zu Wohnungen ausgebaut worden. Die Genehmigung erfolgte unter Auflagen zur Belichtung und zum Brandschutz, darunter die Installation von Rettungsleitern an der Nord- und Westseite.

Ein zulässiger Bürgerantrag mit 111 Unterschriften fordert die Überarbeitung der im Dezember beschlossenen Hundesteuererhöhung. Damals war die Steuer für jeden weiteren Hund auf 250 Euro und für Kampfhunde auf 950 Euro angehoben worden (der erste Hund blieb bei 110 Euro). Im Gemeinderat zeichnete sich der Wunsch nach einer einvernehmlichen Lösung ab. Während die Sätze für den Erst- und Kampfhund bestehen bleiben sollen, könnte die Steuer für weitere Hunde wieder gesenkt werden. Eine Übersicht der Sätze in den Ökomodell-Gemeinden soll als Entscheidungshilfe für die nächste Sitzung dienen.

Zudem befasste sich das Gremium mit Straßeninstandsetzungen. Die witterungsbedingt stark beschädigte Verbindungsstraße Achberg-Unterwössen (Hinterachbergstraße) wird für rund 34.000 Euro saniert. Die Kosten teilen sich Schleching und Unterwössen entsprechend der Wegstrecke. Der Auftrag wurde bereits vergeben und vom Gemeinderat nachträglich einstimmig genehmigt. Die Straße dient auch als wichtige Not- und Ersatzzufahrt für den Achberg. Für die Achbergstraße, die sich ebenfalls in schlechtem Zustand befindet, wurde eine weitergehende Sanierungsplanung einstimmig beschlossen. Da eine Tiefbaumaßnahme am Krimmweg-Mühlbergweg auf 2027 verschoben wurde, können die frei gewordenen Mittel umgewidmet werden. Die alpine Straße soll eine Trag-Deck-Schicht erhalten, um Ausschwemmungen bei Starkregen zu verhindern. Von der Maßnahme profitieren neben den Anwohnern auch der Tourismus und der Berggasthof Streichen.

Buchbergwandlweg
wird zum Steig

Der Buchbergwandlweg wird künftig nicht mehr touristisch beworben. Da der Weg über Privatgrundstücke führt und alpine Gefahren nicht beseitigt werden können, wird er rechtlich einem Steig gleichgestellt. Damit ist die Gemeinde aus der Haftung entlassen, die offizielle Sperrung wird aufgehoben und die Begehung erfolgt auf eigene Gefahr. Zuletzt prüft die Verwaltung auf Bürgeranfrage, ob am Radwegabschnitt vom Zellersee zum Gasthof Birner eine Absturzsicherung angebracht werden kann.

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