Breitbrunn – Die Gemeinde Breitbrunn hat bereits im Jahr 2025 den Grundsatzbeschluss gefasst, den Kurbeitrag ab dem 1. Januar 2027 von 1,50 Euro auf 2 Euro zu erhöhen. Damit der neu gewählte Gemeinderat über die Gründe und den Sachverhalt informiert ist, befasst sich das Gremium im Juni mit diesem Thema.
Kurbeiträge sollen
Defizit ausgleichen
„Wir haben in der Vergangenheit von den Gewerbebetrieben keinen Fremdenverkehrsbeitrag verlangt“, doch die Rechnungsprüfer hatten zügiges Handeln angemahnt, wie Bürgermeister Anton Baumgartner erläuterte. Er führte aus, dass der Tagesordnungspunkt eigentlich nur als Information für die neu gewählten Gemeinderäte gedacht sei. Er erinnerte an den Grundsatzbeschluss, den der Gemeinderat der vorherigen Legislaturperiode getroffen hatte.
Neben der Erhöhung des Kurbeitrags ging es auch um die Einführung eines Fremdenverkehrsbeitrags, die ebenfalls zum Jahreswechsel erfolgen soll. Grundlage hierfür waren das Ergebnis der örtlichen Rechnungsprüfung und die bisherige Finanzierung über Fremdenverkehrszuschüsse, die nun allerdings entfallen. Bereits im Oktober des vergangenen Jahres seien die damaligen Räte darüber ausführlich informiert worden.
In der Sitzung wurde auch auf das angelaufene Defizit der gemeindlichen Fremdenverkehrseinrichtungen hingewiesen, das sich auf rund 126.000 Euro netto beläuft. Dieses Defizit soll nun durch die Einnahmen aus den Kurbeiträgen und den dann neu eingeführten Fremdenverkehrsbeiträgen gedeckt werden. Zum einen werde der Kurbeitrag (der Beitrag, den der Gast bezahlt) von 1,50 Euro auf 2 Euro erhöht, zum anderen habe die Gemeinde eine Fremdenverkehrsbeitragssatzung erlassen. Ab dem 1. Januar 2027 werde Breitbrunn einen Fremdenverkehrsbeitrag erheben. Eine neue Mitarbeiterin werde ab Juli alle Vermieter eigens anschreiben und deren Daten erfassen.
Thomas Schmidbauer (Bürgerliste Breitbrunn) erkundigte sich, wie hoch der durchschnittliche Kurbeitrag in Bayern sei. „Mit zwei Euro sind wir gut in der Mitte“, versicherte Bürgermeister Baumgartner. Auf Nachfrage wies er darauf hin, dass die Gäste in der Vergangenheit durch die Gästekarte die Busse kostenlos nutzen konnten.
Nach der Erhöhung von 1,50 Euro auf 2,00 Euro bezifferte Bürgermeister Baumgartner die Einnahmen aus diesem Bereich auf circa 60.000 Euro pro Jahr; bislang seien es ungefähr 45.000 Euro gewesen. Da der Beschluss bereits in der vergangenen Legislaturperiode gefällt worden war, ging es in der jüngsten Sitzung lediglich um eine Kenntnisnahme. Da Vermieter und Beherbergungsbetriebe ihre Preise jedoch frühzeitig für die Saison 2027 festlegen müssen, erfolgt vorab eine Information durch die Tourist-Information bezüglich der geplanten Erhöhung des Kurbeitrags.
Unter Seglern wünscht man sich gegenseitig „Mast- und Schotbruch“ und „immer einen Handbreit Wasser unter dem Kiel“. Genau um diesen „Handbreit Wasser unter dem Kiel“ ging es auch einem Antragsteller in der jüngsten Sitzung des Breitbrunner Gemeinderats.
In seinem Ansuchen hatte er nicht nur die Sanierung des bestehenden Stegs beantragt, sondern auch dessen Verlängerung gewünscht, um sein Segelschiff auch bei niedrigem Wasser festmachen zu können. Bürgermeister Anton Baumgartner erläuterte eingangs, dass der bestehende Steg kaputt sei und es dort „relativ seicht“ sei. Um auch bei niedrigem Wasser sein Schiff festmachen zu können, hatte der Antragsteller zudem die Einbringung eines Pfostens als „quasi“ Verlängerung beantragt. Der bestehende Steg solle nach den Plänen um rund drei Meter länger werden, erklärte Bürgermeister Baumgartner.
Nikolaus Arpe erkundigte sich, ob der Wasserstand auch beim Strandbad und dessen Steg ähnlich sei. Bürgermeister Baumgartner konnte das bestätigen, dort sei die Problematik jedoch nicht das erschwerte Festmachen von Schiffen, sondern es gehe „dort ums Reinspringen“.
„Das betrifft doch sicher auch andere Gemeinden“, sprach Arpe die allgemeine Problematik bezüglich des niedrigen Pegels am Chiemsee an. „Ja, seit zwei Jahren gibt es da eine Initiative“, informierte der Bürgermeister. Die Chiemsee-Bürgermeister seien dazu auch auf das Wasserwirtschaftsamt zugegangen, die Untersuchung am Traunsteiner Amt laufe jedoch noch. Er wies auch auf entsprechende Bemühungen des Abwasser- und Umweltverbandes hin.
Steg soll
verlängert werden
In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats befanden die Räte den Antrag als „plausibel“ und stimmten für die Sanierung des bestehenden Stegs. „Vorbehaltlich der Zustimmung der Seenverwaltung“ konnten sie sich auch eine Verlängerung vorstellen. Bürgermeister Baumgartner machte den Räten darauf aber wenig Hoffnung, auch „wenn wir dafür sind“.