Wössner Regenbogen feiert 30-jähriges Bestehen

von Redaktion

Aus Kindergartennot wurde eine soziale Institution – Gemeinde feiert Erfolgsgeschichte und ehrt Gründerin

Unterwössen – Aus einer Notlage junger Familien ist in Unterwössen eine feste soziale Einrichtung geworden. Der Wössner Regenbogen hat im vollbesetzten kleinen Gemeindesaal des Alten Bades seine Vereinsgeschichte gefeiert und dabei besonders die Gründungsleistung der Unterwössner Ehrenbürgerin Adelheid Meirer gewürdigt.

Vereinsvorsitzende Alexandra Degener freute sich besonders über das persönliche Erscheinen Meirers. Sie erinnerte daran, wie die Initiative 1997 entstand: In Unterwössen fehlten Kindergartenplätze, mehrere Mütter suchten nach einer Lösung für ihre Kinder. Die Initialzündung ging von Adelheid Meirer aus, die Mitstreiter fand und aus der akuten Notlage heraus eine eigene Initiative auf den Weg brachte. Jahr für Jahr wuchs daraus ein Verein, der heute weit über die ursprüngliche Aufgabe hinausreicht.

Gemeinderätin Gabi Neubert erzählte aus den Anfangsjahren. Sie sei vor etwas mehr als 30 Jahren nach Unterwössen gezogen und habe Adelheid Meirer bald kennengelernt. Mit ihren beiden Kindern ging sie damals zum Kinderturnen, das Meirer leitete. Irgendwann habe Meirer in der ihr eigenen Art gemeint: „Die Gabi stellt sich gar nicht so blöd an.“ Danach sei die Ansage gekommen, Neubert solle nun das Kinderturnen übernehmen. Neubert erinnerte sich: „Ich hatte nicht so recht Lust dazu, aber ein Wenn und Aber gilt bei Adelheid Meirer nicht. Wenn Adelheid Meirer etwas sagte, dann wurde das gemacht.“

Auf diese Weise, sagte Neubert, habe Meirer „den Regenbogen aus dem Hut gezaubert“. Ihre Art sei manchmal unbequem gewesen. „Ohne diese Hartnäckigkeit aber“, sagte sie direkt an Meirer gewandt, „hättest du den Verein trotz all deiner Energie nie so weit gebracht.“ Dann schlug Neubert den Bogen in die Gegenwart und schenkte der Ehrenbürgerin lebenslang kostenloses Yoga in ihren Kursen.

Auch den heutigen Vorstand nahm Neubert in den Blick. Sie würdigte die weiterhin engagierte, aber vor einiger Zeit aus dem Vorstandsquartett ausgeschiedene Cordula Gronemann ebenso wie den jetzigen Vorstand um Alexandra Degener, Luisa Rudek, Kassiererin Constanze Lüssow und Schriftführerin Caroline Germek. „Ihr schenkt immer Blumen, jetzt habe ich mal etwas für euch“, sagte Neubert und verteilte Geschenke.

Bürgermeister Johannes Weber bezeichnete den Wössner Regenbogen in seiner Festrede als „einzigartige Institution“. Er verwies auf das breite Angebot, das der Verein heute trägt: von der Kinderkrippe im Familienzentrum über die Offene Ganztagsschule an Grund- und Mittelschule bis hin zum Gewandladen und den organisierten Nachbarschaftshilfen. Damit sei aus bürgerschaftlichem Engagement über drei Jahrzehnte hinweg ein soziales Netz für die Gemeinde gewachsen.

Die stellvertretende Vorsitzende Luisa Sophia Rudek setzte einen anderen Schwerpunkt. Nicht die administrative Verwaltung halte einen Verein wie den Wössner Regenbogen am Laufen, sagte sie sinngemäß. Entscheidend seien die Angestellten und ehrenamtlichen Helfer, die Tag für Tag früh am Morgen begännen und die Arbeit praktisch trügen. Für diese Menschen gab es – wie zuvor für Meirer und den Vorstand – langanhaltenden Applaus. Rudek sieht Frauen, die sich seit der Vereinsgründung in den Dienst des Vereins gestellt haben.

Der Verein bleibt nicht stehen. Alexandra Degener verwies auf bauliche und visuelle Neuerungen im laufenden Jahr. Die Räume des „Wössner Treffs“ an der Rathausbrücke wurden umfassend modernisiert. Handwerker installierten eine neue Akustikdecke, erneuerten die Leuchtmittel und strichen die Wände frisch. Zudem kündigte Degener ein neues Vereinslogo an, das die Vielfalt des Regenbogens künftig zeitgemäß abbilden soll. lfl

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