Direktvermarktung verbindet Achental-Bauern

von Redaktion

Erfolgreiches Netzwerktreffen in Schleching – Neue Generation von Landwirten probiert eigene Wege

Schleching – Woher kommt das Fleisch auf meinem Teller? Wie wurde das Kalb gehalten? Wächst das Gemüse vor meiner Haustür? Fragen wie diese beschäftigen Verbraucher. Gleichzeitig wünschen sich viele Landwirte, dass ihre Arbeit nicht nur über Schlagzeilen, sondern über persönliche Begegnungen wahrgenommen wird.

Genau hier setzt die Direktvermarktung an. Sie bringt Bauern und Verbraucher wieder ins Gespräch – ohne Zwischenhändler, ohne anonyme Lieferketten. Im Achental wollen Landwirte diesen Weg künftig gemeinsam stärken. Deshalb hatte das Ökomodell Achental zu einem Netzwerktreffen der Direktvermarkter eingeladen. Zehn Landwirte und Interessenten trafen sich auf dem Hof von Moni Loferer in Schleching-Ettenhausen. Für Angelika Maier, Geschäftsführerin des Ökomodells Achental, stand dabei eines im Mittelpunkt: Austausch fördern und ein Netzwerk schaffen, in dem Erfahrungen, Ideen und Konzepte geteilt werden können.

Wie erfolgreich Direktvermarktung funktionieren kann, zeigte Gastgeberin Moni Loferer. In ihrer Hofküche verarbeitet sie Produkte vom eigenen Bio-Milchviehbetrieb und vermarktet Rindfleisch direkt an ihre Kunden. „Das ist mein Arbeitsplatz, wo ich unsere Produkte unter besten Bedingungen herstellen kann“, erklärte sie den Gästen. Ihre Jungrinder verbringen Frühjahr und Sommer auf Weiden und der eigenen Alm. Vermarktet wird möglichst das gesamte Tier – ein Ansatz, der Nachhaltigkeit und Wertschätzung verbindet. Daneben entstehen in der Hofküche Marmeladen, fermentiertes Gemüse und saisonal auch Sauerteig-Bauernbrot.

Doch die Direktvermarktung endet nicht beim Verkauf. Loferer organisiert Back- und Kochkurse, bietet Kreativworkshops an und öffnet ihren Hof als Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft. So wird Landwirtschaft erlebbar und schafft Vertrauen. Die Teilnehmer aus den verschiedenen Gemeinden zeigten sich beeindruckt. Schnell wurde deutlich: Die neue Generation von Landwirten versteht sich nicht nur als Produzent von Lebensmitteln. Sie möchte erklären, Einblicke geben und den Dialog mit den Verbrauchern suchen.

Davon profitieren beide Seiten. Die Bauern erhalten Wertschätzung für ihre Arbeit, die Kunden Transparenz. Das Netzwerktreffen machte deutlich: Regionale Landwirtschaft ist weit mehr als die Erzeugung von Milch, Fleisch oder Gemüse. Das schafft Nähe, Vertrauen und Identität für eine ganze Region. wun

Artikel 1 von 11