Seeon-Seebruck – Der Wunsch nach einem Pumptrack für die Jugendlichen in der Gemeinde Seeon-Seebruck soll jetzt in Erfüllung gehen. Den Jugendlichen, die diesen Wunsch in einer Jugend-Bürgerversammlung geäußert hatten, wäre zwar eine Radsportanlage in Truchtlaching lieber gewesen – mangels Standort wird das Projekt nun aber auf dem Sportgelände in Seeon, hinter der Tennisalm in Richtung Kreisstraße, geplant.
Kein Geld für
asphaltierte Variante
Eine fest installierte, asphaltierte Anlage, die sowohl von Mountainbikes, Scootern, Longboards, Inlinern oder Laufrädern genutzt werden kann, ließ sich aus Kostengründen nicht realisieren. Deshalb soll nach dem Willen des Gemeinderats ein sogenannter Dirtpark gebaut werden – eine naturnahe, kostengünstige Alternative zu einer asphaltierten Rollsportanlage. In der jüngsten Gemeinderatssitzung hat der Gemeinderat bei zwei Gegenstimmen beschlossen, das Projekt weiterzuverfolgen und eine Ausschreibung vorzunehmen. Wie Bürgermeister Martin Bartlweber (FW) erklärte, hätten im Vorfeld bereits Gespräche mit den Jugendbeauftragten und Jugendlichen stattgefunden.
Es seien auch einige Pumptrack-Varianten besichtigt und Angebote eingeholt worden. Eine asphaltierte Anlage mit einem Kostenangebot von 205.000 Euro und einer rund 50-prozentigen Leader-Förderung sei vom Gemeinderat im Vorfeld bereits abgelehnt worden. Mit dem Angebot von rund 37.000 Euro für einen Dirtpark aus Erde habe sich der Gemeinderat anfreunden können, weshalb das Projekt in der jüngsten Sitzung erneut behandelt und auf den Weg gebracht wurde. Eine Förderung gibt es bei dieser Variante nicht, da der Schwellenwert nicht erreicht wird.
Weiter teilte der Bürgermeister mit, dass sich bereits einige Jugendliche und Eltern bereit erklärt hätten, die Anlage zu pflegen. Dies rief bei den CSU-Räten, Bürgermeister Franz Wörndl und Manuela Kral, Bedenken hervor. Wenn, dann müsse eine absolut geregelte Organisation dahinterstehen, räumte Wörndl ein. Dass sich der SV Seeon über die Anlage negativ geäußert habe, wollte der Jugendbeauftragte und Gemeinderat Fabian Böck (FW) nicht im Raum stehen lassen. Seinen Informationen nach habe der Sportverein keinerlei Probleme mit der Anlage – der Verein wolle sich lediglich nicht um die Pflege kümmern, stellte Böck klar. Manuela Kral war hin- und hergerissen: „Ich bin gespalten – 37.000 Euro sind 37.000 Euro.“
Heidi Haunertinger (Grüne) regte an, die „Wünsche der Jugendlichen ernst zu nehmen“: Es sei noch mal ein erweitertes Freizeitangebot.
Wünsche der Jugend
ernst nehmen
Auch Andreas Niedermaier und Norbert Maier (beide FW) befürworteten das Projekt. Jede Art von Bewegung für Kinder sei positiv, sagte Maier. Niedermaier regte an, die angesprochene Benutzerordnung, auf die der Leiter der Hauptverwaltung Benjamin Anweldt kurz einging, noch nicht im Detail festzulegen und zunächst zu planen, wie interessant die Anlage gestaltet werden kann.
Der Beschlussvorschlag wurde gegen die Stimmen von Manuela Kral und Zweitem Bürgermeister Franz Wörndl mitgetragen. Die Ergebnisse der Ausschreibung müssen dem Gemeinderat anschließend zur Entscheidung vorgelegt werden.