Millionen-Drehleiter spaltet Gemeinderat

von Redaktion

Seeon-Seebruck entschließt sich trotz kontroverser Diskussion für Anschaffung des neuen Arbeitsgeräts

Seeon-Seebruck Eine Grundsatzdiskussion hat sich in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates Seeon-Seebruck im Zuge der Anschaffung einer Feuerwehrdrehleiter entwickelt. Die Frage war, ob sich die Gemeinde die teure Ausrüstung für drei Feuerwehren künftig noch leisten kann.

Zweiter Bürgermeister Norbert Maier (FW) warnte davor: „Wir leisten uns den Luxus von drei Feuerwehren bei knapp 5.000 Einwohnern. Wir müssen in Zukunft aber auch schauen, dass wir das Ausstattungspotenzial entsprechend einteilen.“

Wie viel
Ausrüstung ist Luxus?

Alfred Fiedler und Rudi Mayer (FW) sind sich zwar der Pflichtaufgabe und der einzuhaltenden Hilfsfristen der Feuerwehr bewusst, unterstützten aber gleichzeitig die Aussagen des Zweiten Bürgermeisters, Ersatzbeschaffungen kritischer zu beurteilen. Auch die Räte Martha Gruber (FW) und Franz Wörndl (CSU) waren sich einig: In nächster Zeit sei Sparen angesagt.

Dass die Feuerwehr und der abwehrende Brandschutz eine Pflichtaufgabe der Gemeinde sind, ist dem Gremium bewusst. Dass aber die Fahrzeuge in den vergangenen Jahren deutlich teurer geworden und die Preise regelrecht explodiert sind, wurmt viele. So hätte die neue Drehleiter, die für die Feuerwehr Seebruck angeschafft werden soll, inklusive Wartung, Abnahme und Schulung ursprünglich 1,3 Millionen Euro gekostet.

Aufgrund einer Sammelbestellung mit der Marktgemeinde Glonn wird die Neuanschaffung um rund 320.000 Euro günstiger. Der Eigenanteil der Gemeinde Seeon-Seebruck liegt damit bei 952.000 Euro. Eine gebrauchte 13 Jahre alte Drehleiter hätte ohne die notwendige Zusatzausstattung rund 470.000 Euro gekostet. Eine Förderung wäre dabei nicht möglich gewesen. Aus Sicht des Gemeinderats ist eine neue Drehleiter zudem auf Dauer günstiger. Man gehe von einer Lebensdauer zwischen 25 und 30 Jahren aus, abhängig von Nutzung, Typ und Wartung.

Vor rund einem Jahr hatte sich der Gemeinderat für die Anschaffung einer Drehleiter für die Ortsfeuerwehr Seebruck ausgesprochen, weil das aktuelle Gerät nicht mehr den Anforderungen entspricht. Bereits damals war die Anschaffung aufgrund der hohen Kosten überprüft worden.

Eine erneute Überprüfung durch ein Ingenieurbüro kam dann zum Ergebnis, dass eine Drehleiter zur Sicherstellung des zweiten Rettungsweges im Gemeindegebiet notwendig sei. Aufgrund der hohen Kosten für eine neue Drehleiter waren auch Angebote über eine gebrauchte Drehleiter eingeholt worden. Der Rat war jedoch der Ansicht, dass auf die Dauer der Nutzung eine Neuanschaffung sinnvoller und insgesamt kostengünstiger für die Gemeinde sei.

Keine Aufhebung
der Ausschreibung

In der jüngsten Sitzung wurde die bereits ausgeschriebene Neuanschaffung nochmals bekräftigt. Eine Aufhebung der Ausschreibung hätte bedeutet, dass an die Gemeinde Seeon-Seebruck Schadensersatzansprüche gestellt werden könnten.

Nach Angaben der Verwaltung würden sich die Ansprüche aus der Verringerung der Fördersumme der Partnerkommune Glonn sowie aus dem Aufwand der bietenden Firmen zur Erstellung des Angebots belaufen. Auf Anregung der Verwaltung wurde daher einstimmig beschlossen, auf eine Aufhebung der Ausschreibung zu verzichten und gemäß der Ausschreibung eine neue Drehleiter für die Ortsfeuerwehr Seebruck anzuschaffen.

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