Chieming – Die Isinger Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt, deren Errichtung ins 14. Jahrhundert zurückreicht, hat nach 30-jähriger Vorplanung einen barrierefreien Zugang bekommen. Dieser wurde nun im kleinen Rahmen eingeweiht und offiziell eröffnet. Die Feier begann mit einer Dankandacht, die Kaplan Gabriel Anton Ferent zelebrierte.
Mehrere Anläufe
notwendig
Bereits 1996 hatte der Hartinger Architekt Hermann Rachl eine Entwurfsplanung für einen möglichen barrierefreien Zugang zur Isinger Kirche erstellt – mit der Idee, einen südseitigen Friedhofsaufgang mittels einer Rampe zu errichten. 1997 war allerdings seitens des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege die Meinung vorherrschend, dass ein dritter Aufgang und die Zerstörung der Böschung die Natur zerstören würden. Das sagte die Verwaltungsleiterin des Chieminger Pfarrverbands, Sandra Bertl, zu dem die Isinger Kirche gehört, in ihrer Rede zur Einweihung des barrierearmen Zugangs zur Kirche und dem davorliegenden Friedhof.
2016 wurde die Idee erneut aufgegriffen. Es gab mehrere Varianten des Wegeverlaufs, ebenso wurde eine Liftvariante diskutiert, ähnlich wie in Maria Eck. Auch die Varianten an der östlichen und nördlichen Seite wurden geprüft, da das Grundstück, auf dem der Weg jetzt verläuft, nicht Eigentum der Kuratiekirchenstiftung Ising ist. 2023 wurde das Projekt erneut aufgegriffen. Das Anliegen wurde an die Eigentümerin von Gut Ising, Sylvia Gugler, herangetragen, mit der Bitte, für das südliche Grundstück eine Dienstbarkeit zu erlauben. Mit ihrer Zustimmung Anfang 2024 konnte die Planung an der Südseite erneut aufgerollt werden. Ein Termin mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege räumte die Bedenken aus, und der kirchliche Bauantrag wurde genehmigt.
Zu den genauen Kosten, die im Frühjahr 2025 vor Baubeginn gegenüber den Sponsoren und Förderern mit 216.000 Euro angegeben wurden, möchte Bertl derzeit keine genauen Angaben machen, „weil noch nicht alle Rechnungen vorliegen und die Abrechnung mit der Leader-Förderstelle noch gemacht werden muss“. Es mussten Auflagen des Denkmalschutzes und zur Barrierefreiheit erfüllt werden, die Friedhofsmauer geöffnet und abgestützt werden, der vorhandene Oberflurhydrant versetzt werden, die Entwässerung musste geregelt werden, sogar das Baumaterial wurde vorgegeben – und letztendlich sollte es zum Gesamtensemble in Ising passen und auch schön werden, so Bertl.
„Fachlich in sehr guten Händen wurde dieses Projekt vom Planungsteam Silvia Rachl und dem Landschaftsarchitekten Martin Grandl begleitet. Silvia Rachl und ich haben das Projekt im Gemeinderat Chieming vorgestellt, mit der Bitte um eine finanzielle Unterstützung seitens der Gemeinde. Die Bereitschaft der Gemeinde Chieming, das Projekt zu unterstützen, wurde klar signalisiert. Und wir erhielten den Tipp, das Projekt auf Leader-Förderfähigkeit zu prüfen. Also haben wir das Projekt auch beim Leader-Gremium vorgestellt und hier eine überwältigende Förderzusage bekommen. Mit der weiteren Spende der Chiemgau-Stiftung und dem Zuschuss des Erzbischöflichen Ordinariats aus dem Sonderetat für barrierefreies Bauen konnten wir zusammen mit Eigenmitteln der Kirchenstiftung das Projekt auf den Weg bringen“, sagte Bertl.
Die Verwaltungsleiterin des Pfarrverbands dankte allen Unterstützern, besonders auch den vielen Pfarreimitgliedern und Bürgern, die mit Einzelspenden den barrierearmen Zugang erst ermöglicht haben. Der Dank der Pfarrei an die vielen Einzelspender und Unterstützer soll im Rahmen des Patroziniumsfestes an Mariä Himmelfahrt am Samstag, 15. August, erfolgen.
Gelungene
Zusammenarbeit
Hervorgehoben hat Bertl auch die gute Zusammenarbeit mit dem Gut Ising. Zum einen wäre das Projekt in dieser Form ohne die Nutzung des Grundstücks nicht möglich gewesen, zum anderen achte Christoph Leinberger akribisch darauf, dass hier alles schön und stimmig ist und sich gut in der gesamtheitlichen Gestaltung integriert. Hotel-Manager Christoph Leinberger lud nach dem Scherenschnitt des Bandes am Zugang zum Friedhof die geladenen Gäste zu einem Umtrunk in Tinos Bar auf Gut Ising ein.