Truchtlaching – Um Punkt 6 Uhr morgens stimmten die Böllerschützen und Alphornbläser die Truchtlachinger Dorfgemeinschaft gestern mit einem morgendlichen Gruß auf einen ganz besonderen Tag ein: den Festsonntag zur Feier von 125 Jahren GTEV „D’Alztaler“ Truchtlaching.
Welche Wirkungskraft die Truchtlachinger Trachtler haben, das sah man eindrucksvoll zwei Stunden später bei der Aufstellung des Kirchenzuges vor dem Festzelt. 3.000 Gäste fanden sich dort ein, um den Truchtlachinger Trachtlern die Ehre zu erweisen.
„Tracht heißt zugehören, Tracht ist Solidarität“
Trachtler und Musikanten aus dem Chiemgau, Mitglieder aller Truchtlachinger Ortsvereine sowie die Trachtler des Patenvereins Trauntal Traunstein marschierten zunächst über die schön geschmückte Alzbrücke die Riederstraße hinauf zum Festgottesdienst.
„125 Jahre – was für ein Tag!“, mit diesen Worten unterstrich Dekan Florian Schomers, der den Gottesdienst zusammen mit Diakon Tobias Raab leitete, gleich zu Beginn die Besonderheit dieses traumhaft sonnigen Sonntags in Truchtlaching. Er habe sich zwar, so Schomers, trotz aller Bemühungen nicht überreden lassen, sein Pfarrgewand an diesem Sonntag gegen eine Truchtlachinger Tracht zu tauschen. Doch mit einem Schmunzeln erinnerte er daran, welche Bedeutungen eine Tracht habe: „Tracht heißt zugehören, Tracht ist Solidarität und Tracht ist Ausdruck von Würde und Dienst an der Gemeinschaft. Sie bereichert und schafft Einheit.“ Ganz nach dem weit verbreiteten Trachtler-Motto „Treu dem alten Brauch“, so Schomers weiter.
Fahnenweihe der
Goaßlschnoiza
Nach dem Gottesdienst, der von der Blaskapelle Surberg-Lauter, den Truchtlachinger Alphornbläsern sowie dem Truchtlachinger Kirchenchor unter Leitung von Andrea Wittmann musikalisch untermalt wurde, stand die Fahnenweihe der Truchtlachinger Goaßlschnoiza an, die seit mittlerweile 48 Jahren fester Teil des Trachtenvereins sind.
Zum Abschluss des Gottesdienstes richtete zunächst der Schirmherr der Truchtlachinger Festwoche, Truchtlachings Bürgermeister Martin Bartlweber, ein kurzes Grußwort an den Festverein: „Ich möchte mich einfach bei euch bedanken, dass ihr diese schöne Tradition lebt und weitervermittelt. Gratulation zu diesem Jubiläum und weiterhin eine gute Hand allen, die diesen Verein tragen und weiterführen.“
„Ein Pfeiler
hier in der Region“
Auch der Traunreuter Bürgermeister Hans-Peter Dangschat beglückwünschte in seiner Funktion als Stellvertretender Landrat den Truchtlachinger Trachtenverein zu seinem Jubiläum: „125 Jahre Vereinsgeschichte, das ist wirklich eine brutale Leistung.“
Den Abschluss machte der Gauvorsitzende des Gauverbandes 1, Michael Häuser: „Ihr seid ein Pfeiler hier in der Region und maßgeblich dafür verantwortlich, dass die Trachtensache so einen Stellenwert im Chiemgau hat.“
Kurz darauf setzte sich der Festzug in Bewegung. Festleiter und Trachtenvorstand, Gregor Huber, marschierte vorneweg, zunächst Richtung Döging, über die Alzbrücke, an der Kirche vorbei, um schließlich feierlich in das Festzelt neben dem Truchtlachinger Sportplatz einzuziehen. Die Musikkapelle Surberg-Lauter spielte das erste Prosit der Gemütlichkeit für die Gewinner des Meistpreises aus Chieming und sorgte auch im Anschluss für eine feierliche Festtagsstimmung im Zelt, bevor sich im Laufe des Nachmittags immer mehr Gäste im „Alzstüberl“ an der Bar einfanden, wo schließlich die „Weißbier Musi“ die Stimmung weiter anheizte.
Großes Programm
auch diese Woche
Nächste Woche wartet dann die Fortsetzung der „Festwoch‘ Truchtlaching“ mit dem Jubiläumsabend der KSK, dem Weinfest, dem Familientag mit Oldtimer Frühschoppen und der Rock Night, bevor dann zum Abschluss der zweite Festsonntag gefeiert wird: das Gauschützenfest zum 50-jährigen Bestehen des Truchtlachinger Schützenvereins.
Weitere Fotos vom Festsonntag in Truchtlaching finden Sie bei uns im Internet unter ovb-online.de.