Erstes Nachbarschaftsfest in Unterwössen

von Redaktion

Lebenshilfe Traunstein und Maro-Genossenschaft feiern ihr wertschätzendes Miteinander

Unterwössen – Kinderlachen, Grillduft und mittendrin Bewohner der Lebenshilfe-Wohngruppen, Maro-Mieter und Unterwössner Bürger beim Ratsch: Die Lebenshilfe Traunstein und die Maro-Genossenschaft haben ihr erstes gemeinsames Nachbarschaftsfest im hinteren Bereich des Rathausplatzes gefeiert. Die Initiative dazu kam von der Maro.

Annemarie Funke, langjährige Geschäftsführerin der Lebenshilfe Traunstein, ließ in ihren Eröffnungsworten keinen Zweifel, wie sie das Angebot aufnahm: „Ich habe mich riesig gefreut über dieses Angebot. Dass die Maro an uns herantrug.“ Für sie ist das Fest kein Selbstzweck, sondern der sichtbare Ausdruck eines Gedankens, der das Projekt von Anfang an getragen hatte: das inklusive Miteinander als gelebter Alltag. Bürgermeister Johannes Weber fasste sich kurz: „Es macht große Freude, den Platz hier am Rathaus mit diesem tollen Nachbarschaftsfest so mit Leben erfüllt zu sehen.“

Auf der riesigen Hüpfburg tummelten sich die Kinder und ein Fußballfeld war eingerichtet. Der gespendete Grill der Lebenshilfe – sonst mittwochabends am Bistro im Einsatz – lief im Sonntagsbetrieb auf vollen Touren. Kaffee und Kuchen kamen von den Maro-Frauen. Wer wollte, ließ sich durch das Lebenshilfe-Gebäude führen. Mitbewohner der Maro stellten das Genossenschaftsprojekt vor. Und die junge „Hascht Dawei Musi“ der Musikschule spielte fleißig auf.

Vor rund fünf Jahren begannen Lebenshilfe und Maro gemeinsam auf dem Gelände der ehemaligen Holzhandlung Döllerer zu bauen. Entstanden sind seither zwei eng verzahnte Projekte: Die Lebenshilfe betreibt ein „Inklusives Wohn- und Beschäftigungsprojekt“ mit 23 Plätzen für gemeinschaftliches Wohnen und das Café/Bistro am Rathaus, den ersten Inklusionsbetrieb der Lebenshilfe im südlichen Landkreis. Menschen mit und ohne Behinderung arbeiten dort Seite an Seite auf dem ersten Arbeitsmarkt miteinander.

Die Maro-Genossenschaft errichtete gegenüber 32 barrierefreie Genossenschaftswohnungen in drei Häusern. Im Erdgeschoss ist die ortsansässige Allgemeinpraxis der Ärzte eingezogen. Das Modell findet weit über das Achental hinaus Beachtung: Die Maro erhielt 2022 dafür den zweiten Preis „Innovative Wege zur Pflege“ des Freistaats Bayern. Exkursionen aus ganz Bayern informieren sich regelmäßig vor Ort.

Beim Fest erinnerte Funke auch an jene, ohne die das Projekt nicht entstanden wäre. Josef Schärtl, Aufsichtsratsvorsitzender der Chiemgau-Lebenshilfe-Werkstätten, war mit seiner Frau gekommen. Ehrenbürgerin Adelheid Waldeyer-Meirer, langjährige Wegbegleiterin des Projekts, saß mit ihrem Mann Gerhard in der Runde. Und die Gemeinde Unterwössen, so Funke, habe das Vorhaben „von der Bauleitplanung bis heute positiv begleitet.“

Ihr letzter Satz galt dem nächsten Schritt: „Wir freuen uns, dass dieses Miteinander so gepflegt und weiterentwickelt wird.“ lfl

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