Neuer Glanz für Priens Visitenkarte

von Redaktion

Moderne Einrichtung, schickes Design, Barrierefreiheit: Das frisch renovierte Tourismusbüro der Marktgemeinde Prien ist offiziell eröffnet worden. Tourismusleiter Tobias Huber erklärte beim Festakt, warum es ein solches Büro auch in Zeiten von Online-Buchungen und KI noch braucht.

Prien – Bürgermeister Andreas Friedrich zählte laut vor: „Eins, zwei, Schnipp-Schnapp“. Dann schnitt er zusammen mit Priens Tourismusleiter Tobias Huber das blaue Band am Eingang des frisch renovierten Tourismusbüros in der Alten Rathaustraße durch. Dabei fiel nur Hubers Band ab. „Meins geht wieder nicht“, sagte Friedrich lachend, und schnitt beherzt nach. Als auch seine Stelle des Bands durch war, reckte er die Schere zum Jubel nach oben – unter großem Applaus der rund 50 Gäste. Es sollte das einzige klitzekleine Missgeschick an diesem Wiedereröffnungstag bleiben.

100 Tage Renovierung –
„Braucht‘s des?“

Genau 100 Tage habe die Umbauphase gedauert, wie Huber am Tag zuvor nachgeschaut habe. „Wir waren ziemlich gut im Zeitplan. Während dieser 100 Tage waren die Mitarbeiterinnen im Foyer des Chiemsee-Saals, haben dort vorübergehend das Tourismusbüro aufgebaut und den Betrieb sehr professionell und gastfreundlich weitergeführt.“ Dadurch sei es zu keiner Unterbrechung im Service gekommen.

Den Service-Gedanken führte Huber in seiner Eröffnungsrede weiter aus, die er mit der Frage „Braucht‘s des?“ begann. Brauche es in Zeiten von Online-Buchungen und Beratung durch künstliche Intelligenz ein Tourismusbüro, diese Frage sei ihm während der Umbauphase oft gestellt worden. „Auf jeden Fall“, so Hubers klare Antwort. Der Tourismus sei eine der tragenden Säulen in Prien. „Fast ein Fünftel der Leute lebt hier direkt vom Tourismus.“ Da sei das Tourismusbüro, die Beratung vor Ort oder am Telefon einfach die erste Visitenkarte für die Gäste.

Was es bei Buchungen auf den einschlägig bekannten Portalen oder Tipps durch die KI nicht gebe, sei die Persönlichkeit. Dies mache die Mitarbeiterinnen in diesem Büro aus. „Sie sind gut ausgebildet, kennen die Gastgeber persönlich, die Erlebnisse, die Wege, die Routen. Sie können beraten, wie es das Internet und die KI auf gar keinen Fall können – und wahrscheinlich hoffentlich auch nie können werden“, führte Huber aus.

Ein Höhepunkt des frisch renovierten Tourismusbüros ist für den Tourismuschef die Zugänglichkeit: automatisch öffnende Türen, ein abgesenkter Schalter, der für Menschen im Rollstuhl oder auch Kinder barrierefreie Beratung bietet. „Es war uns schon immer klar – und das bekommen wir auch im täglichen Umgang mit den Leuten mit –, dass wir da nachrüsten müssen. Abgesehen davon gibt es natürlich auch gesetzliche Vorgaben, aber auch ohne die hätten wir es gemacht“, führte Huber, der seit zwei Jahren Tourismusleiter von Prien ist, aus. „Das Thema Inklusion war uns wichtig“, wie auch Friedrich in seiner Eröffnungsrede betonte.

Der Bürgermeister dankte in seiner Rede, wie Huber im Anschluss, den Handwerksbetrieben, aber auch dem Freistaat Bayern, der sich mit einer Förderung von rund 160.000 Euro an den Gesamtkosten von rund 350.000 Euro beteiligte. „Ich freue mich, dass es gelungen ist, hier eine wunderschöne, stimmige Anlaufstelle zu schaffen“, so Friedrich. Mirco Hoppe und Michael Leberle weihten das Gebäude mit einer kleinen Zeremonie im Inneren ein. Auch Landrat Otto Lederer war zu Gast und überreichte ein Gastgeschenk.

Wertschöpfung für
Besucher und Einheimische

Drei Tresen sind im Inneren des Tourismusbüros für Gäste verfügbar. Auf der rechten Seite lädt ein blaues Sofa zum Verweilen ein, über zwei große Bildschirme flimmern Imagefilme der Gemeinde und Informationen. Auffällig ist eine stilvolle Landkarte zum bayerischen Meer.

Von Bernaus Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber gab es Lob: „Ich find es total gelungen. Ich habe den direkten Vergleich mit Bernau. Es ist ein ganz anderer Stil als bei uns, was ich aber gut finde. Es wäre traurig, wenn alles ein Einheitsding wäre. Mir gefällt der Stil im Chiemseeblau und auch der Rollstuhlschalter ist eine tolle Einrichtung.“ Auch Aschaus Rathauschef Simon Frank folgte der Einladung nach Prien: „Es ist sehr attraktiv geworden. Für die Gäste ist ein herzlicher Empfang immer wichtig, denn sie merken, da stehen Gastgeber dahinter und nicht irgendwelche Apps.“ Nach den Sanierungen in Prien und des Haus des Gastes in Bernau spüre er, wie die Region „nach außen strahlt“, was das für eine Bedeutung und Wertschöpfung insgesamt für die Besucher, aber auch für die Einheimischen mit einer Vielzahl an Angeboten habe.

Huber zeigte sich zufrieden mit der Resonanz. „Es ist vom Farbkonzept vielleicht mal ein bisschen was anderes. Es folgt aber konsequent dem, was wir uns als Gestaltungslinie vorgegeben haben. Es ist freundlich, offen, hell und es sind auch bessere Bedingungen für die Mitarbeiterinnen“, erklärte er. Schon seit Anfang Mai sind die Türen für Besucher offen. „Das Tourismusbüro kommt rundum gut an“, freute sich Huber.

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