Bernau – Mit großer Mehrheit hat der Gemeinderat Bernau in seiner jüngsten Sitzung für den Bau eines Kunstrasenplatzes in den Jahren 2030 und 2031 gestimmt. Das Projekt wird mit 382.500 Euro aus der ersten Tranche des Bundesförderprogramms zur Sanierung kommunaler Sportstätten (SKS) gefördert.
382.500 Euro aus
dem Bundesprogramm
Im Vorausgang hatte Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber (CSU) das Gremium daran erinnert, dass man sich bereits im Dezember vergangenen Jahres nach langer Debatte mehrheitlich dafür ausgesprochen habe, sich beim Bundesförderprogramm Sportmilliarde zu bewerben, dessen Förderzeitraum sich von 2026 bis 2031 erstreckt. Nun lag die Zusage des Haushaltsausschusses des Bundestages vor. Biebl-Daiber freute sich: „Unsere eingereichte Interessensbekundung war erfolgreich.“ Um tatsächlich in den Genuss der Förderung zu kommen, müsse jedoch noch ein Förderantrag gestellt werden. Dafür müsse der Gemeinderat den Zeitraum der Ausführung sowie die Finanzierung des gemeindlichen Anteils beschließen. Die geplanten Baukosten betragen 850.000 Euro. Angesichts bevorstehender enormer Investitionen schlage die Verwaltung vor, den Bau auf die Jahre 2030 und 2031 zu verschieben.
Auf Nachfrage von Wilhelm Schellmoser (BL) erklärte Biebl-Daiber, dass der bestehende Platz einen Kunstrasen erhalten solle – es werde kein neuer Kunstrasenplatz angelegt. Franz Praßberger (FW/ÜWG) befand Kunstrasen nicht zuträglich und wies auf die Mikroplastik-Problematik hin. Er fragte, ob es keine Alternativen wie beispielsweise Kork gebe. Biebl-Daiber antwortete, dass man Rücksprache mit dem TSV gehalten habe. Ein Kunstrasenplatz sei ganzjährig bespielbar und strapazierfähig.
Stephan Hartl (CSU) befürwortete den Kunstrasen: Pro Woche trainierten derzeit über 250 Kinder und Jugendliche. Die Halle sei zu klein, um allen vernünftige Trainingszeiten anzubieten. Ein Kunstrasen sei Standard. Kork als Material sei für ihn neu. Matthias Vieweger (CSU) meinte, dass es bis 2030 vielleicht etwas Besseres geben werde. Biebl-Daiber erklärte, es gehe „nur“ um einen formellen Beschluss. Man habe das Thema bereits ausgiebig debattiert. Ulla Zeitlmann (Grüne) wandte ein, dass ab 2031 ein EU-weites Kunstrasenverbot gelten solle und dass jeder Platz mehrere 100 Kilogramm Mikroplastik enthalte. Der Beschlussvorschlag solle deshalb entsprechend ergänzt werden.
Josef Genghammer (Grüne) hakte nach, wer derzeit den Fußballplatz nutze – nur die Vereine, so Biebl-Daiber. Thomas Herian (BL) mahnte an, dass „noch viele Baustellen wie etwa Hallensanierung und Erweiterung Grundschule vor uns“ lägen. Angesichts ständig steigender Kosten befürchte er, dass auch die Kosten für einen Kunstrasenplatz steigen würden. Kosten über eine halbe Million Euro könne er nicht mittragen. Es gebe immer noch eine Ausstiegsmöglichkeit, entgegnete Biebl-Daiber – es gehe um den formellen Beschluss.
Mehrheitlich
angenommen
Der Beschlussvorschlag – Zustimmung zum Bau des Kunstrasenplatzes unter Berücksichtigung ökologischer und dann geltender rechtlicher Gegebenheiten in den Jahren 2030 und 2031 sowie Einplanung der notwendigen Haushaltsmittel im Haushalt beziehungsweise in der Finanzplanung 2030/2031 – fand eine große Mehrheit. Mit 13:5 Stimmen, quer durch die Fraktionen, stimmte der Gemeinderat dem Bau zu.