Vergessene Monstranz wiederentdeckt

von Redaktion

Kirchenjubiläum in der Pfarrei Siegsdorf bringt Schatz aus 1798 ans Licht

Siegsdorf – Ein „Geschenk“ zum 1.150-jährigen Jubiläum der Kirche St. Johann: Die Filialkirche St. Johann in der Pfarrei Siegsdorf feierte Mitte Juni mit einem Festabend und einem Festgottesdienst ihr 1.150-jähriges Bestehen (wie berichtet). Wenige Tage vor dem Fest erlebten Verwaltungsleiter Markus Hirtelreiter und Mesnerin Evi Geisreiter eine besondere Überraschung. Im bisher versperrten Tabernakel des Hochaltares der Kirche kam eine Kreuzpartikel-Monstranz aus dem Jahr 1798 zutage.

Wie die beiden gegenüber der Chiemgau-Zeitung erklärten, war bereits seit Jahrzehnten der Schlüssel zum Tabernakel nicht mehr aufzufinden. Auch in der Berichterstattung zur 1.100-Jahr-Feier 1976 und in einem akribischen Inventarverzeichnis, das Anfang der 1970er-Jahre von der Pfarrei erstellt wurde, gab es keine Hinweise auf die Monstranz.

Im Rahmen der Vorbereitungen zum Jubiläum kam wieder einmal der Gedanke zum Öffnen des Tabernakels auf, ohne aber dabei etwas zu beschädigen.

Im Zuge von Arbeiten in der Pfarrei konnte Markus Hirtelreiter nun mithilfe eines versierten Handwerkers das Tabernakel schadlos öffnen lassen, und dabei kam die Monstranz ans Tageslicht. Sie war wohl bereits seit mehr als einem halben Jahrhundert unberührt im Altar verwahrt.

Die aus Kupfer gefertigte und vergoldete Kreuzpartikel-Monstranz wird die Pfarrei nun von einem Fachmann restaurieren lassen und sie dann sicher in der „Schatzkammer“ der Pfarrei verwahren. Bei entsprechenden Anlässen wird sie dann wieder für die Gottesdienste in der Kirche St. Johann zur Verfügung stehen.

Aber auch die Auskleidung des Tabernakels hat über die Jahrzehnte gelitten und zeigt deutliche Altersspuren, die einer professionellen Erneuerung bedürfen. sh

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