Mit nur einer Stimme Mehrheit

von Redaktion

Marquartsteins Bürgermeister Scheck wird neuer Vorsitzender des Abwasserzweckverbands Achental

Grassau – Im Abwasserzweckverband Achental mit den Gemeinden Schleching, Unterwössen, Marquartstein, Grassau und Staudach-Egerndach arbeiten die Achentalgemeinden im Bereich der Wasserentsorgung seit 36 Jahren erfolgreich. In den vergangenen sechs Jahren war der ehemalige Schlechinger Bürgermeister Sepp Loferer Verbandsvorsitzender. Nach der Kommunalwahl galt es nun, auch einen neuen Vorsitzenden zu wählen. Nur knapp, mit einer Stimme mehr, gewann Andreas Scheck vor Bürgermeisterin Martina Gaukler. Doch vor der Wahl und noch als amtierender Vorsitzender hielt Sepp Loferer einen Rückblick auf die vergangenen sechs Jahre.

Investitionen
in die Infrastruktur

Als er 2020 das Amt antrat, mussten einige Investitionen, unter anderem fortlaufend in die Ertüchtigung der elektrischen Anlage und der Steuerungsanlage im Werk, getätigt werden. Dank der engagierten und kompetenten Mannschaft im Werk konnte alles zum Laufen gebracht werden. Im Jahr 2021 wurde die komplette Gasanlage erneuert und auch die Leitern in den Behältern ersetzt. Zudem wurde ein Multicar mit Arbeitskran angeschafft, der schnell einsetzbar ist. 2022 ging es bereits mit der Vorplanung der neuen Heizungsanlage los, und auch das Einlaufbauwerk und das Nachklärbecken wurden erneuert.

Im Jahr 2023 beschäftigte sich der Abwasserzweckverband mit massiven Preisanstiegen nicht nur im Energiebereich, sondern auch bei den Flockungs- und Fällungsmitteln. Loferer beschrieb die Spülung und Durchsicht des Hauptsammlers, der mit einer Kamera befahren und auf Mängel untersucht wurde. „Unser Kanal ist ein gutes Bauwerk und wir konnten fast keine Schäden feststellen“, freute sich Loferer. 2024 wurde dann mit der Erneuerung der Heizanlage begonnen. Er bezeichnete dies als spannende Aktion, die jedoch anfänglich auch Schwierigkeiten bereitete. Schließlich wurde die Dosieranlage für Fällungsmittel erneuert. 2025 stand die Sanierung der Edelstahlbehälter an, und es wurde mit der Planung der Maschinenhalle begonnen. Diese wird, so Loferer, in Kürze aufgebaut. „Man sieht, was mit engagiertem Personal erreicht werden kann“, lobte Loferer. Die Anlage wird ständig erneuert und saniert, meist von der Bevölkerung unbemerkt. Sein Dank galt der stellvertretenden Vorsitzenden Martina Gaukler und dem Geschäftsführer Rudi Helminger. „Es waren sechs interessante Jahre und ich möchte keine Stunde davon missen“, sagte er.

Zum Vorsitzenden wurde Andreas Scheck, Bürgermeister von Marquartstein, von Bürgermeister Stefan Kattari aus Grassau vorgeschlagen. Franz Just, Verbandsrat, brachte hingegen Martina Gaukler, Bürgermeisterin von Staudach-Egerndach, ins Rennen. Sie habe die vergangenen sechs Jahre als Stellvertreterin agiert. Zudem habe in den vergangenen 36 Jahren seit Bestehen des Verbands noch nie Staudach-Egerndach den Vorsitz innegehabt. Er betonte, dass Martina Gaukler eine sehr gute Fachkraft sei, und verwies auf die neue Wasserversorgung in Staudach-Egerndach, ein modernes, einzigartiges Projekt. „In Sachen Wasser ist Martina Gaukler sehr fit“, warb ranz Just.

Dem setzte Andreas Scheck entgegen, dass in den vergangenen Jahrzehnten der Bürgermeister von Staudach-Egerndach den Stellvertreter stellte. „Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass Staudach-Egerndach den Zweiten Vorsitzenden stellt.“ Marquartstein habe bislang auch erst einmal den Vorsitz gehabt, in den Jahren 1996 bis 2002. Wenn von dieser Regelung abgewichen werde, dann mit etwas mehr Vorlauf, meinte Scheck. „In gewisser Weise steht Marquartstein der Vorsitz zu“, sagte er.

Sie, Martina Gaukler, kenne die Argumentation. Als sie vor sechs Jahren gefragt wurde, war sie neu zur Bürgermeisterin gewählt worden und habe sich deshalb bereit erklärt, als Stellvertreterin zu kandidieren. Ihre Vorgänger im Amt waren entweder ausgelastet oder zogen sich freiwillig zurück. Sie würde es nur gerecht finden, wenn Staudach-Egerndach den Vorsitz übernehmen dürfe. Zudem habe sie als Stellvertreterin Erfahrung sammeln können und kenne die „coole Truppe“ an Beschäftigten.

In der Wahl erreichte Scheck schließlich neun Stimmen und Martina Gaukler acht Stimmen. Nachdem Martina Gaukler eine Kandidatur zur Stellvertreterin kategorisch abgelehnt hatte, wurde der Grassauer Bürgermeister Stefan Kattari mit 16 Stimmen bei einer Enthaltung zum Stellvertreter gewählt.

Verabschiedung
verdienter Mitglieder

Als erste Amtshandlung verabschiedete Andreas Scheck die ausgeschiedenen Verbandsräte, allen voran Olaf Gruß, der 36 Jahre als Verbandsrat mitwirkte. Verabschiedet wurde auch Sepp Loferer, der zwölf Jahre als Verbandsrat wirkte und sechs Jahre den Vorsitz übernommen hatte. Sein Dank galt auch den ehemaligen Verbandsräten Ludwig Entfellner, Sepp Grießenböck, Marina Gasteiger, Balthasar Haßlberger, Tobias Beck und Achim Stümpfl.

Scheck dankte den neuen Raten für das Engagement. Neben dem Trinkwasser haben das Abwasser und die Entsorgung die größten Auswirkungen, und die Arbeit im Verband sei immens wichtig, betonte er. Schließlich bestellte das Gremium noch die Rechnungsprüfer. Einstimmig wurden Werner Haslinger, Franz Just und Martin Nieß bestellt.

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