Truchtlaching – Die Krieger- und Soldatenkameradschaft (KSK) Ising-Truchtlaching hat im Rahmen der Festwoche Truchtlaching ihr 150-jähriges Bestehen gefeiert. Im Jahr 1876 wurde der „Krieger- und Veteranenverein Ising“ mit Sitz in Ising gegründet, der inzwischen KSK Ising-Truchtlaching heißt.
Der Verein hatte sich schon damals die kameradschaftliche Verbindung früherer Kriegsteilnehmer, heute der Reservisten und Fördermitglieder, zur Aufgabe gesetzt sowie die Unterstützung hilfsbedürftiger Kameraden. Noch heute sieht sich die KSK als Bewahrer von Tradition und Heimatliebe, als Mahner für den Frieden und die Freiheit.
Gottesdienst
auf dem Sportplatz
Zu Beginn des Festabends stand ein Gottesdienst auf dem Truchtlachinger Sportplatz mit Dekan Florian Schomers und Diakon Tobias Raab auf dem Programm. Der Pfarrer betonte: „Erinnerung ist wichtig und unerlässlich gerade in der heutigen Zeit.“ Umrahmt wurde der Altar im Freien von 60 Fahnen der zum Fest angereisten Vereine aus dem Chiemgau und dem Rupertiwinkel. Festbraut Amelie Bernauer übergab ein neues Fahnenband, das der Vorstand der KSK angeschafft hatte, und heftete es nach dem Segen durch Dekan Schomers an die Vereinsfahne. In einem kurzen Festzug gingen die Teilnehmer anschließend zurück zum Festzelt, wo der offizielle Teil des Abends begann. Das Zelt war mit über 1.000 Personen gut gefüllt. Neben zahlreichen Krieger- und Soldatenvereinen waren auch die Truchtlachinger Ortsvereine sowie die aktuellen und ehemaligen Bürgermeister der Gemeinden Seeon-Seebruck und Chieming vertreten.
Ein Grußwort richtete die stellvertretende Landrätin Katharina Hallweger an den Jubelverein. Sie zitierte den ehemaligen Bundespräsidenten Roman Herzog mit den Worten: „Die Erinnerung darf nicht enden, sie muss auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen.“ Für sie ist wichtig: „Zusammenhalt, Sicherheit und Demokratie müssen immer wieder neu gestärkt werden. Die KSK leistet dazu seit eineinhalb Jahrhunderten einen wertvollen Beitrag.“ Neben der Erinnerung an die Gefallenen und Vermissten sei die stete Mahnung zum Frieden wichtig, aber auch der Erhalt von Werten wie Kameradschaft, Heimatverbundenheit und der Einsatz für das Gemeinwohl. „Gerade in Zeiten, in denen Kriege und bewaffnete Konflikte wieder näher an uns heranrücken, ist dieses bewusste Erinnern wichtiger denn je.“
Schirmherr und Bürgermeister von Seeon-Seebruck, Martin Bartlweber, gratulierte dem Verein und betonte: „Danke, dass es immer noch Mahner wie euch gibt.“ Chiemings Bürgermeister Stefan Reichelt schloss sich den Gratulationen an und dankte seinerseits dafür, dass die KSK die Kriegerdenkmäler in den Gemeinden aufrechterhält und pflegt.
Der Gauvorsitzende Anton Linner erinnerte daran, dass die KSK damals bei der Gründung eine Art „Selbsthilfegruppe“ gewesen sei. Es gab noch keine psychologische Betreuung für die Menschen, die traumatisiert aus dem Krieg heimgekehrt waren. Bei den Kameraden im Verein fanden sie Unterstützung und Zuspruch. Schließlich schloss sich auch Bernhard Hauser vom Patenverein Seebruck den Gratulationen an.
Einsatz für Heimat
und Gemeinwohl
Vorsitzender Michael Bernauer war sichtlich stolz und erfreut über die zahlreiche Beteiligung am Festabend: „Mi gfreits unbandig“, meinte er zum Abschluss und schloss mit den Worten „In Treue fest“. Zur Unterhaltung der Gäste spielte im Festzelt die Musikkapelle Chieming auf, und die Goaßlschnalzer des Truchtlachinger Trachtenvereins zeigten ihr Können.