Verein Tipi wählt neue Vorsitzende

von Redaktion

Mechthild Faller-Obermeier führt künftig den Hilfsverein – 21.000 Euro für Familien in Not

Grassau Der Verein Tipi hat nur wenige Mitglieder, ist aber ein Rettungsanker für Familien in Not: In der Jahresversammlung im Gasthof „Zur Post“ ist Mechthild Faller-Obermeier zur Vorsitzenden gewählt worden.

Knapp 20 Mitglieder hat der Verein Tipi und könnte durchaus mehr vertragen, denn der Verein steht in Not geratenen Menschen zur Seite. Laut Satzung ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit der Mitglieder für eine Wahl notwendig. Dieses Mal konnte die Versammlung fast alle Mitglieder begrüßen.

Angelika Drost berichtete als Organisatorin der angegliederten Initiative „Chiemgauer Kinder in Not“ über ihre Arbeit. Wichtig sei, dass Hilfe unbürokratisch, schnell und regional geschehe und die Anonymität der Betroffenen gewahrt bleibe. So erschienen die Personen, die Hilfe benötigen, auch namentlich nicht. Anfragen erfolgten über Institutionen, die einen kurzen Abriss der Notsituation schilderten. Sie wisse dann zwar den Grund und die Situation der Person, nicht aber den Nachnamen.

Übernommen würden hauptsächlich Rechnungen für Strom, Miete und Kraftfahrzeug-Reparaturen, um der Arbeit weiter nachgehen zu können, aber leider auch für Bestattungen. Meist komme zur persönlichen Not auch noch eine finanzielle hinzu. Drost betonte, dass Rechnungen immer direkt an die Gläubiger überwiesen würden und es nur wenige Barauszahlungen gebe. Für die Schule gebe es ein Budget, sodass sozial schwächere Kinder nicht benachteiligt würden. Ein Budget für Medikamente sei dagegen schwierig, da Zuzahlungen für Familien belastend sein könnten – zumal diese voraussichtlich noch steigen werden. Sie bedauerte sehr, dass Diakon Michael Sörgel nun nicht mehr für das Achental sozialberatend zuständig sei, ein Ersatz noch nicht gefunden wurde und keine Anlaufstelle mehr in Marquartstein vorhanden sei. Somit fehle auch das Bindeglied in die Familien.

Finanzielle Unterstützung gewährt der Verein bei Schulausflügen, der Übernahme von Hortgebühren, der Fahrtkostenübernahme zum Besuch von Schwerstkranken, aber auch bei der Übernahme von Kosten zur Ausbildungsstelle, wenn dies den Auszubildenden finanziell überfordert. Nach Beerdigungen wird unterstützt, bis die Familie wieder auf eigenen Beinen steht und sich neu orientiert hat.

Die Spenden kommen von unterschiedlichsten Seiten. Manchmal werde auf Geschenke und Blumen verzichtet und stattdessen um Spenden gebeten. Treue Firmen spenden immer wieder, und auch an Weihnachten kommen Spenden durch verschiedene Aktionen zusammen. Ein besonderes Projekt führte die Realschule Marquartstein durch, wobei Schüler bestimmter Klassen arbeiteten und den Lohn dann spendeten. Mechthild Faller-Obermeier betonte, dass Angelika Drost viel ehrenamtliche Arbeit leiste und sich sehr einsetze. Erwähnt wurde zudem die Aktion „Gemeinsam Weihnachten feiern“, die ebenfalls von Tipi unterstützt wurde, nun aber keine Unterstützung mehr benötigt.

Der Kassenbericht, vorgelegt von Christine Steindl-müller, zeigte, dass mit über 21.000 Euro Menschen in finanzieller Notlage geholfen wurde. An Spenden erreichte den Verein ein fast ebenso hoher Betrag. Herbert
Geschöderer hatte die Kasse geprüft und die einstimmige Entlastung des Vorstands beantragt.

Für die nächsten drei Jahre steht der Vorstand fest. Einstimmig zur Vorsitzenden gewählt wurde Mechthild Faller-Obermeier. Schriftführerin war bislang Roswitha Mozelt. Das Amt übernimmt nun Angelika Drost. Zur Schatzmeisterin wählte die Versammlung Christine Steindlmüller, Rechnungsprüfer sind nun Roswitha Gnadl und Susanne Speckbacher.

Der Mitgliedsbeitrag, der nach der Umstellung auf Euro noch krumme Beträge aufwies, wurde auf 20 Euro jährlich festgelegt. Selbstverständlich darf auch ein höherer Betrag überwiesen werden. Zudem möchte der Verein wieder beim Grassauer Adventsmarkt mitwirken und erklärt, dass neue Mitglieder stets willkommen sind. tb

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