„Abikini – knapp, aber passt scho“

von Redaktion

Gymnasium Landschulheim Marquartstein verabschiedet ersten G9-Jahrgang

Marquartstein/ Unterwössen – Die Achentalhalle war gut gefüllt, die Stimmung herzlich: Mit dem Einzug der 30 Abiturientinnen und 22 Abiturienten des Gymnasiums Landschulheim Marquartstein hat in Unterwössen die Abschlussfeier begonnen. Es war das Ende von neun Jahren Internatsgemeinschaft und zugleich der erste G9-Abiturjahrgang in der Geschichte des Landschulheims. Das Motto des Jahrgangs zog sich wie ein roter Faden durch den Nachmittag: „Abikini – knapp, aber passt scho.“

Für den festlichen Rahmen sorgte hochklassige Musik: Luise Stopfer eröffnete mit Chopins Revolutionsetüde, Marinus Müller spielte Liszts Liebestraum, Kilian Kroiß und Michael Hiemke gestalteten das Intermezzo mit Massenets Méditation aus „Thaïs“, den Abschluss bildeten Magdalena, Emil und Michael Hiemke gemeinsam mit dem Kammerchor.

Stellvertretender Landrat Stefan Kattari spannte den Bogen zu seiner eigenen LSH-Abschlussfeier vor 24 Jahren. Er sprach von den zwei Seiten des Abschieds – dem wehmütigen Ende und dem spannenden Neuanfang – und schloss mit dem Leitsatz: „Everything will be okay in the end. If it’s not okay, it’s not the end.“

Elternbeiratsvorsitzende Tanja Fischer schilderte mit viel Humor, was Prüfungszeiten für Familien bedeuten: Daumen drücken, zitternde Kaffeetassen und schlaflose Nächte. „Für Eltern ist das noch viel schlimmer als für euch selbst“, sagte sie. Ihr Rat an die Absolventen: „Habt Spaß am Leben, passt gut auf euch auf.“

Georg Nusser gratulierte im Namen des Bundes der Altmarquartsteiner (BAM) und zeichnete elf Abiturientinnen aus, die ihre Seminararbeit mit der vollen Punktzahl abgeschlossen hatten: Johanna Allekotte, Anna Lena Berthold, Sophia Brandstetter, Laura Buchner, Ruth Diehl, Julia Esteves Warnecke, Leonie Ketterer, Pia Mix, Luisa Muche sowie Flora und Helena Philipp referierten über Themen von der Mathematik der Schönheit bis zur Klimaforschung an Walen.

Den stärksten Beifall erntete Stufensprecherin Eleni Westerbeck. Sie betonte, wie sehr die Mitschüler die Schulzeit geprägt hätten. Als Beweis nannte sie den Abistreich. Sie schloss mit einem bekannten Ausspruch ihres Lehrers Mayer: „Wham bam, thank you, Ma’am.“

Schulleiterin Katharina Brachmann eröffnete ihre Rede mit einer humorvollen Bilanz des Schuljahrs aus Krankheitstagen und Befreiungsstunden. Wer trotz alledem hier stehe, zeige Durchhaltevermögen – das sei eben: „knapp, aber es passt scho“. Dieses Motto spiegle die Gegenwart mit ihren Krisen gut wider. Bildung sei das Werkzeug, um diese Probleme anzugehen. Als erster G9-Jahrgang hätten die Absolventen nun die Lizenz zum Freischwimmen. Brachmann betonte: „Knapp, aber passt scho — das ist keine Entschuldigung. Das ist eine Haltung.“ Ihr Fazit: „Denn: Der Abi-
kini sitzt. Der Sommer kann kommen.“ Es folgten die Zeugnisübergabe und Ehrungen durch OSK Helmut Liebl, Peter Straßer und die Schulleitung, bevor die Feier mit der Bayernhymne und einem Stehempfang des Q12-Jahrgangs ausklang.

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