Erste Primizfeier seit 41 Jahren

von Redaktion

Nach 41 Jahren hat die Gemeinde in Übersee wieder eine Primiz gefeiert. Zahlreiche Gläubige begleiteten Klaus Schülein bei seinem ersten feierlichen Gottesdienst in der Heimat, der trotz großer Hitze zu einem glanzvollen Fest wurde.

Übersee – Trotz glühender Temperaturen haben sehr viele Überseer Bürger sowie rund 20 Pfarrer und Geistliche aus der Region und von Regensburg bis München an dem feierlichen Gottesdienst teilgenommen, den Klaus Schülein nun in seiner Heimatgemeinde Übersee hielt – einen Tag nach seiner Priesterweihe im Dom zu Regensburg. Dort hatte ihn Bischof Dr. Rudolf Voderholzer zum Priester geweiht. Viele Gläubige aus Übersee waren dazu eigens mit dem Bus angereist, organisiert vom Pfarrbüro in Übersee.

„Ich freue
mich riesig“

Bei Schüleins erster Messe in Sankt Nikolaus war von Anfang an die glanzvolle musikalische Untermalung beeindruckend: Unter der Gesamtleitung von Christian Dengler, der auch die Orgel spielte, sang nicht nur der Kirchenchor Neukirchen und Übersee, sondern auch die Jungen Chöre München unter der Leitung von Johanna Reimann sowie der Cantiamo-Chor Übersee. Die Blasmusik des Musikvereins gab der kirchlichen Feier und anschließend dem Festzug das würdige Geleit.

Seit 41 Jahren hatte es keine Primizfeier mehr in der katholischen Pfarrgemeinde Übersee gegeben. Pfarrer Norbert Weiß, der natürlich auch anwesend war, war 1985 der letzte Primiziant gewesen. „Ich freue mich riesig“, sagte Klaus Schülein bei der Begrüßung.

Er war umgeben von seinen Konzelebranten vor dem Altar: Pfarrer Hartmut Constien, Primizprediger und Praktikumspfarrer von Schülein aus der Pfarrgemeinde Heilig Geist und Sankt Michael in Regensburg-Keilberg, Dekan Ralf Heidenreich aus dem Bistum Regensburg, Pastoralkurspfarrer in der Gemeinde Wald-Zell, wo Schülein zuletzt gewirkt hatte, dazu Pfarradministrator Stefan Schmitt aus dem Pfarrverband Ebersberg-Steinhöring-Kirchseeon, ein Studienfreund des neuen Pfarrers, sowie Traunsteins Stadtpfarrer Konrad Roider, der auch Pfarradministrator der Kirchenstiftung Sankt Nikolaus in Übersee ist. „Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben.“ Diese Worte von Jesus Christus, zitiert in Johannes 13,34 aus dem Neuen Testament, waren das Wort zum 13. Sonntag im Jahreskreis, das sich Schülein als Motto der Feier gewählt hatte.

Primizprediger Pfarrer Hartmut Constien charakterisierte Schülein anhand dieser Wahl: Auch Papst Benedikt XVI. habe für seine Predigten meist die Texte des Tages genommen und anhand derer oft frei gepredigt.

Das zeige eine „gute Demut vor dem, was die Kirche uns vorgibt“, denn die Kirche habe zu allen Zeiten geglaubt und gelehrt, was in diesen Texten der Heiligen Schrift niedergeschrieben steht. Heute gehe es um Abschied und Neuanfang: Für Klaus Schülein einerseits um den Abschied von seiner Pfarrgemeinde und seinen Aufgaben im Bistum Regensburg, andererseits mit der Prima Missa um die Rückkehr in seine Heimatgemeinde und dann um den Neubeginn in seiner künftigen Pfarrei.

Als Schülein anfangs zu einem Praktikum bei Pfarrer Constien in Regensburg angekommen sei, habe er als „gebürtiger Norddeutscher“ gedacht: „Aha, kommt aus Bayern, Marke Waldschrat, spricht nicht viel.“ Im Laufe der Zeit aber hätten „beide viel voneinander gelernt“. Denn wie meistens hätten sich Vorurteile nicht als wahr herausgestellt. Mit herzlichen Worten wünschte Pfarrer Constien dem neuen Priester, er möge an jedem Ort, zu dem er gesandt werde, auf Gastfreundschaft treffen, die eine tiefe christliche Tugend sei. „Alles, was jetzt kommt, ist von Gott vorgesehen“, so Constien.

Am Ende des Gottesdienstes, nach den Fürbitten und der Feier des Heiligen Abendmahls, dankte Klaus Schülein allen, die die Primizfeier so gelungen organisiert hatten, und lud alle zum Mittagessen in die Turnhalle ein.

Wegen der heißen Temperaturen fiel der anschließende Festzug so kurz wie möglich aus. Angeführt von den Fahnenabordnungen der Vereine, der Blaskapelle, den Geistlichen und der Ehrenkutsche nahmen viele Einheimische die Gelegenheit wahr, dem neuen Priester zuzujubeln. Gelungen, wieder mit verschiedenen Ansprachen und Einlagen, war das Primizmahl in der Turnhalle, für das die Familie von Klaus Schülein und die Gemeinde gesorgt hatten.

Festzug und
Primizsegen

Die Dankandacht am Nachmittag in der Pfarrkirche bildete den feierlichen Abschluss dieses Festtags, wobei Klaus Schülein jedem, der wollte, den Einzelprimizsegen erteilte.

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