Chieming/Ising – 29 Abiturienten sind als erster G9-Jahrgang ins Leben nach der Schule entlassen worden. Der gesamte Jahrgang hatte die Prüfungen erfolgreich abgelegt. Fünf Schüler glänzten mit Abi-Schnitten von 1,5 und besser.
Die Abiturfeier begann mit einem Dankgottesdienst in der vollen Isingern Wallfahrtskirche, den Pater Gabriel Anton Ferent zelebrierte. Im Sinne einer Schriftstelle des Propheten Jeremia sprach Pater Gabriel Anton den Absolventen seine Gratulation für das Erreichte aus und wünschte ihnen viel Hoffnung, Mut und Zuversicht für die Zukunft, „ganz im Vertrauen auf Gott, der uns auch auf unseren Umwegen begleitet.“
Wissen, Leistung
und Verantwortung
In der voll besetzten Schulaula fand anschließend der Festakt statt. Schulleiterin Catrin Brandl dankte allen, die am „wunderbaren Gottesdienst“ mitgewirkt hatten, und begrüßte die Absolventen, deren Eltern, Verwandten und Ehrengäste. Bürgermeister Reichelt betonte, dass Bildung nicht nur in Wissen und Leistung liege, sondern bedeute, Verantwortung zu übernehmen: „für das eigene Handeln, für das Miteinander und für die Gesellschaft, in der wir leben.“ Reichelt wünschte den Abiturienten Mut, Neugier und Verantwortungsbewusstsein: „Unsere Gesellschaft braucht Menschen, die etwas können und wissen, worauf es ankommt: auf Respekt, auf Haltung und auf den Willen, Verantwortung zu übernehmen.“
Monika Lex nahm die Fußball-WM in den Fokus und verglich sie mit den Werten, die am Landschulheim Schloss Ising hochgehalten werden: Teamgeist, Fairness und Haltung. Musiklehrer Frank Schöftenhuber hatte mit Franz Beckenbauers „Gute Freunde kann niemand trennen…“ die passende Musik zur Hand. Lex weiter: „Geht euren Weg, macht was aus eurem Leben, erinnert euch – hoffentlich mit einem Lächeln – an eure Schulzeit hier in Ising und erhaltet euch eure Freundschaften!“
Nicole Strasser vom Förderverein erinnerte an bleibende Momente der Schulzeit: „Ihr werdet euch nicht an Klausuren erinnern, sondern an Menschen, an gemeinsame Fahrten, an Gespräche, an lustige Momente und an Lehrer, die euch geprägt haben. Und an Mitschüler, die Freunden geworden sind.“ Strasser hatte einige Zitate in ihre Rede eingestreut – so von Heinz Erhard, Karl Valentin und Mark Twain: „Bildung ist das, was übrig bleibt, wenn man alles vergessen hat, was man gelernt hat.“ Dazu Strasser: „Ich finde, in diesem Satz von Mark Twain steckt viel Wahrheit. Denn Bildung zeigt sich am Ende darin, wie wir denken, wie wir mit Mitmenschen umgehen, wie wir Entscheidungen treffen, wie wir Verantwortung übernehmen und wie wir unseren Platz in der Welt finden.“
Eddi Cho als Vertreter der Schülerschaft verabschiedete sich „von Menschen, die unsere Schule geprägt haben“: „Für viele war Schloss Ising nicht nur ein Ort zum Lernen. Es war ein Zuhause. Ein Ort, an dem Freundschaften entstanden sind, an dem gemeinsam gelernt, gefeiert und manchmal auch gemeinsam gelitten wurde.“
Schulleiterin Catrin Brandl sagte in ihrer Laudatio mit Bezug zur Abiturientenrede: „Willkommen im Alltag eurer Generation. Neben der klassischen Kurvendiskussion wartet draußen die lückenlose Optimierung des gesamten Seins. Wer heute jung ist, muss nicht mehr nur gute Noten schreiben, sondern ganz nebenbei den Planeten retten. Während man versucht, den Unterschied zwischen Metapher, Chiffre und Allegorie zu begreifen, schmilzt am Nordpol das Eis, kollabiert das Rentensystem und die künstliche Intelligenz scharrt schon mit den Hufen, um den zukünftigen Arbeitsplatz wegzurationalisieren.“ Auch Lob und Zuspruch hatte die Oberstudiendirektorin parat: „Ihr habt uns schon mit so viel Stärke und Flexibilität in schwierigen Lebenssituationen überrascht, habt mit so viel Individualität und Kreativität in einer herausfordernden Zeit eure Welt gestaltet, habt mit viel Energie, Empathie und Eigeninitiative – manchmal auch mit gesundem Eigensinn – bewiesen, dass ihr in einer Welt, die sich Digitalität und KI zunutze macht, alles mitbringt, was nötig ist, um erfolgreich und glücklich zu sein“. Sie forderte auf: „Gestaltet weiterhin euch und eure Welt, genießt, lebt, lasst euch treiben und schwimmt auch mal gegen den Strom.“ Für die musikalische Umrahmung der Feier sorgte die Schulband unter Leitung von Musiklehrer Frank Schöftenhuber. Besonders gut kam Schöftenhubers umgetextetes Lied „Irgendwann seids ihr dann fort“ von S.T.S. an, das er den Abiturienten widmete.
Höhepunkt war die individuelle Zeugnisverleihung durch Schulleiterin Catrin Brandl und Oberstufenkoordinatorin Julia Stoib. Herausgehoben wurden die Leistungen der Absolventen mit einem Abi-Schnitt von 1,5 und besser: Einen glatten Schnitt von 1,0 erreichte Leif Lehrke, gefolgt von Lucia Kreyenberg (1,1), Emilia Ewald (1,2), Liu Jince (1,5) und Selina Silabetzschky (1,5).
Einige Schüler
erhalten Sonderpreise
Als Sonderpreise erhielten Beomseok Chae, Leif Lehrke und Sarah Unterreitmeier den Buchpreis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft, Emilia Ewald den Abiturpreis 2026 der Erzdiözese München und Freising, Holzer den Bio-Zukunftspreis der Stiftung Natur/ Mensch/Kultur, Luca Kreyenberg den Karl-von-Frisch-Preis in Biologie und Leif Lehrke zusätzlich den Abiturpreis 2026 „Wirtschaft“. Kleine Geschenke erhielten alle Absolventen vom Förderverein und vom Alt-Ising-Verein.
Die Feier ging mit einem Sektempfang im Schlossgarten und einem Imbiss im blauen Salon zu Ende.