Prien – Mit Freude und Stolz beglückwünschte Schulleiter Rainer Hoff die 87 Abiturienten: „Ihr habt alle bestanden!“ Sechs von ihnen erreichten die Traumnote 1,0, 20 schlossen besser als 1,5 ab, 36 hatten eine Eins vor dem Komma. Der Durchschnitt lag bei 2,10, bayernweit bei 2,15.
Wegen der Umstellung auf G9 war es nach zwei Jahren wieder eine Abiturverleihung mit „the same procedure“, und doch bemühten sich die Redner, sich angesichts der tropischen Temperaturen im König-Ludwig-Saal kurz und bündig zu halten.
„Starkes
Fundament“
Stellvertretender Schulleiter Ernst Hollweck und Schülersprecher Emmanuel Pscherer hießen die Absolventen und deren Familien, Vertreter des Elternbeirats und des Fördervereins sowie zahlreiche Ehrengäste wie Landrat Otto Lederer, aber auch die Bürgermeister beziehungsweise deren Stellvertreter aus den Heimatgemeinden der Abiturienten willkommen: „Wir fühlen uns geehrt.“
Landrat Otto Lederer meinte, dass das Abitur eine Poleposition bewirke: „Das Rüstzeug haben Sie erhalten. Damit stehen Ihnen alle Türen offen.“ Nun gelte es, sich zu entscheiden, was man wolle. Das Ludwig-Thoma-Gymnasium sei etwas ganz Besonderes, die Pläne für eine Sternwarte deuteten schon darauf hin, so Lederer.
Priens Bürgermeister Andreas Friedrich äußerte sich ähnlich: Nicht alle Wege verliefen geradlinig, umkehren sei erlaubt. Er wünschte den Schulabgängern viel Mut.
Bettina Heilmann, Vorsitzende des Elternbeirats, schloss sich den Glückwünschen an. Das Abitur sei „ein starkes Fundament“, dabei sei Bildung nicht selbstverständlich, sondern ein wertvolles Gut. „Habt Vertrauen in euch selbst.“
Auch Laurent Westermeyr, Vorsitzender des LTG-Fördervereins, gratulierte dem scheidenden Jahrgang. Gleichwohl nutzte er die Gelegenheit, um auf Ausstehendes einzugehen. „35.000 Euro haben wir binnen zwei Wochen für die Sternwarte gesammelt, da sind wir stolz drauf.“
Nun aber sei das Landratsamt – und im Falle der Bogenberger Villa auch die Bürgermeister – am Zug. Von der Turnhalle wolle er gar nicht erst reden. Ein Satz, der großen Applaus erntete. Mit dem Gedicht „Urlaubshitze“ vom Namensgeber des Gymnasiums bekam er Sonderapplaus: „Überall hört man von Hitze, manchen trifft sogar der Schlag, nass wird man am Hosensitze, schon am frühen Vormittag.“
Schulleiter Rainer Hoff gratulierte ebenfalls und dankte den Eltern für die Unterstützung und das Vertrauen, aber auch allen Lehrern und vor allem den Oberstufenkoordinatoren Martin Böswald und Christian Karl.
Der diesjährige Abiturjahrgang hatte sich das Motto „Abivegas – 13 Jahre Glücksspiel“ gegeben. Die Rückmeldungen der Schüler aus der Abizeitung – zu den Fragen, wo sie sich in zehn Jahren sähen und wie die Lehrer sie beschrieben, wobei die Antworten von sehr ruhig über extrem tiefenentspannt bis hin zu eigenem Kopf und eigenen Prioritäten reichten – ließen darauf schließen, dass die Schüler das entsprechende Rüstzeug bekommen hätten: Selbstwirksamkeit, Pragmatismus, Gelassenheit und Humor.
Schulleiter Rainer Hoff lobte: „Ihr seid eine starke Gemeinschaft“, was der Abi-
streich und das gemeinsame Grillen bewiesen hätten. Mit dem Abitur müsse man sich entscheiden, wohin es gehe – was im Umkehrschluss bedeute, dass man sich gegen viele andere Wege entscheide. „Das werdet ihr schaffen.“
Von Wegen hatten auch die beiden Geistlichen zuvor im ökumenischen Gottesdienst gesprochen. Die beiden Abiturienten Leni Lex und Samuel Anyalai bedankten sich mit einem Blumenstrauß bei den Schulleitern, den Oberstufenkoordinatoren und den Sekretärinnen Birgit Weiser, Nicole Alber und Annette Baumann. Derzeit sei die Abinote wichtig, aber später zähle nicht mehr das Abitur, sondern der Charakter, sagte Anyalai.
Abschied mit
strahlenden Gesichtern
Musikalisch wurde die Feier mit „Final Countdown“ eröffnet, zwischendurch spielte die Bigband „Smooth Operator“ und das Schulorchester „How to Train Your Dragon“ von John Powell. Mia Lindner brillierte mit „Respect“ von Aretha Franklin, begleitet von Schlagzeug und Klavier. Mit strahlenden Gesichtern verabschiedeten sich die Abiturienten mit dem Song „Thank you for the Music“.
Alle Redner hatten die Bitte geäußert, gern an die Schulzeit zurückzudenken. Sektempfang und Abiturball werden sicher dazu beitragen – aber eben auch die Erinnerungen an eine besondere Schule und einen besonderen Jahrgang.