Unterwössen – Tretbulldogs, Fahrräder, Roller, Laufräder, Waveboards, Kettcars und Kinderwagen standen dicht an dicht vor dem Portal der Pfarrkirche St. Martin. Die Pfarrgemeinde feierte einen Familiengottesdienst zu Ehren des heiligen Antonius mit Kinder-Fahrzeugsegnung und der Aufnahme zweier neuer Ministranten.
Schon vor der Kirche war zu sehen, worum es an diesem Vormittag gehen sollte: Die Fahrzeuge der Kinder standen im Halbkreis vor dem Kirchenportal, kleine und größere Gefährte nebeneinander, bereit für den Segen nach der Messe. Im Gottesdienst nahm Pfarrer Straßer dieses Bild auf. Der Mensch sei ein Leben lang unterwegs, begann er seine Predigt. Er spannte den Bogen vom krabbelnden Kind, das die ersten Schritte lernt, über Laufrad, Fahrrad und Auto bis zum Fliegen.
Michael Sichler nahm die Worte des Pfarrers auf und las einen Text, der Verkehrssicherheit und christliche Botschaft verband. Passend dazu trug Pfarrgemeinderätin Verena Höglauer Stück für Stück die Fahrradutensilien vor den Altar. Der Helm stand für Schutz, die Klingel und das Licht für Aufmerksamkeit und Orientierung. Ein Achtungsschild sei nicht nur ein Verkehrszeichen, sondern auch Hinweis, im Alltag achtsam mit anderen umzugehen. Flickzeug erinnerte daran, dort zu helfen, wo Menschen Unterstützung brauchen. Auch Sattel und Räder wurden in diese Symbolik einbezogen: Wer unterwegs ist, braucht Kraft, Halt und immer wieder Pausen.
Ein zweiter Schwerpunkt des Gottesdienstes galt der Ministrantengemeinschaft. Straßer rief zwei junge Burschen aus der Schar der Ministranten nach vorne vor den Altar. Sie leisteten ihren Dienst bereits seit einiger Zeit, wurden nun aber offiziell aufgenommen. Die beiden sprachen das Ministrantengebet. Ministrantensprecherin Bernadette Fladischer überreichte ihnen anschließend das Ministrantenzeichen.
Geprägt wurde der Familiengottesdienst auch durch seine Musik. Neben Organistin Maria Blank sang von der Empore ein achtköpfiger Kinderchor unter der Leitung von Sophie Schmitz, begleitet von Josephine Bär. Die Kinder sangen munter, sicher und mit Kraft. Zu ihren rhythmischen Liedern klatschten sogar die Kirchenbesucher mit. Das Liederblatt zeigte den Charakter des Familiengottesdienstes: Neben dem Gloria und dem Sanctus sang der Chor kindgerechte geistliche Lieder wie „Jesus, ich bau auf dich“, „Flinke Hände, flinke Füße“ und „Gott ist mit uns unterwegs“.
Gerade das letzte Lied passte zum Thema des Tages. Nach dem Gottesdienst zog die Gemeinde hinaus vor das Kirchenportal. Dort standen die Kinderfahrzeuge weiterhin dicht gereiht. Pfarrer Straßer segnete die Gefährte und besprengte sie mit Weihwasser. Die Ministranten verteilten anschließend gesegnete Christophorusmedaillen. lfl