Prachtband zum Maxplatz vorgestellt

von Redaktion

Ein neues Buch beleuchtet die bewegte Geschichte und die jüngste Verwandlung des Maxplatzes in Traunstein. Auf 240 Seiten zeigen 14 Autoren, wie sich die einstige Verkehrsdrehscheibe im Herzen der Stadt zu einem modernen Wohlfühlort entwickelt hat.

Traunstein – Gut 1,3 Kilogramm ist es schwer, es hat drei verschiedene Deckblätter und 14 Autoren haben sich darin ausgiebig Gedanken zu einem der prominentesten Orte in Traunstein gemacht. Auf 240 Seiten zeigt das neue Buch über den Maxplatz in Traunstein den Wandel des einstigen „Kiniplotz“ und der Verkehrsdrehscheibe im Herzen der Stadt zum neugestalteten Wohlfühlort.

Vom Stadtbrand zum
„Traunsteiner Stachus“

Im Rahmen einer feierlichen Präsentation ist der Prachtband nun von der Stadt im Beisein der 13 Autoren und des Initiators, des ehemaligen Stadtplaners Elmar Schwäbisch, der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer hat in dem facettenreichen Inhalt des druckfrischen Buches ebenso wie im Ergebnis der Umgestaltung des Maxplatzes eine „unglaubliche Gemeinschaftsleistung“ gesehen.

Anekdotenreich erinnerte Hümmer an die anfängliche Kritik und erste Vorplanungen für den neuen Maxplatz. Es folgte eine rekordverdächtige Realisierungszeit von der Planung bis zur Umsetzung in nur zwölf Monaten bis Dezember 2024. Dies sei nur möglich gewesen, weil alle an einem Strang gezogen hätten. „Auf allerhöchstem Niveau“ werde nun die Geschichte und die Neugestaltung in einem Band mit zahlreichen aktuellen und historischen Fotos festgehalten.

Stadtarchivar Franz Haselbeck zeichnete die Entstehungsgeschichte des Maxplatzes nach und stellte die Autoren des historischen Teils vor. Demnach geht das heutige Erscheinungsbild und der Name auf Traunsteins schwerstes Unglück, den Stadtbrand am Samstag (26. April 1851), zurück. Er legte fast die gesamte Altstadt in Schutt und Asche. Bereits einen Tag später war der bayerische König Maximilian II. (1811-1864) in Traunstein und wies 4000 Gulden zum Wiederaufbau an. Fast komplett zerstört wurde dabei auch der das Areal davor prägende, 190 Meter lange Salzstadel von 1568.

Geschichten, Originale
und markante Gebäude

In den folgenden Jahrzehnten bis zum Ersten Weltkrieg nahm das Gelände, nicht zuletzt durch den in den Jahren 1852 und 1853 neugebauten Pfarrhof, den wachsenden Fremdenverkehr und als Verkehrsdrehscheibe immer mehr den Charakter eines Platzes an. Baumalleen, Grünanlagen, Springbrunnen, ein König-Max-II.-Gedenkmonument, Kiosk und Pavillon sowie eine öffentliche Toilette machten den ergrünten Maxplatz Schritt für Schritt zum „Traunsteiner Stachus“, so Haselbeck. Der Preisgabe des Platzes zugunsten des wachsenden Verkehrs seit den 1950er- Jahren gebot erst der Bau eines neuen, multifunktionalen Kiosks Ende 1982 Einhalt. Ergänzend zur Historie beleuchtet Autor Hans Helmberger die Geschichten, Persönlichkeiten und Kuriositäten prägender Gebäude am Maxplatz wie die Pauersche Apotheke oder den Gasthof „zur Traube“ und das Café Maxplatz. Stadtpfarrer Konrad Roider geht auf den Bau und die Bedeutung des Pfarrhofs und der Stadtpfarrer ein. Otto Huber erinnert an das bewegte Leben in der Schule am Maxplatz mit der Feuerwache, die nach 115 Jahren 1979 abgerissen wurde und einem Bankneubau weichen musste.

Anekdotenreich blickt Albert Rosenegger in einem Kapitel auf Geschichten und Originale am „Saumarkt- und Kinimaxplotz“ zurück. Stefan Schuch wiederum lässt uns als Leiter des Stadtmuseums einen Blick auf die Geschichte, die Sammlung und Ziele des Heimathauses Traunstein werfen.

Architekt Axel Lohrer beschreibt detailreich die zeitgemäß-aktuellen Umplanungen für den Maxplatz von der Verkehrsdrehscheibe zum verkehrsberuhigten, klimaresistent begrünten Aufenthaltsort für alle Generationen, der auch mit Wasserspielen und neuen Gastronomieangeboten erfreut.

Einen erfrischend-lebendigen Blick für Details, Geschichten und Menschen beweist die Fotografin Amelie Niederbuchner in über 100 aktuellen Bildern.

Lichtplaner Frank Vetter zeigt, wie man mit Know-how „magische Momente in der Dunkelheit“ entstehen lassen kann. Uli Habl schildert in sehr persönlichen Worten als Traunsteiner, Tiefbauplaner und Anwohner, welche tiefgreifenden Wandlungen der Maxplatz seit den 1970er-Jahren bis zur Neugestaltung erfahren hat.

Der neue Maxplatz als Ausgangspunkt für inspirierende und gemeinschaftsfördernde Impulse für Kunst im öffentlichen Raum, diesem Thema widmet sich Galerieleiterin Judith Bader. Passend dazu lädt uns Verena Deppisch aus Regensburg, Kunsthistorikerin und Journalistin mit Traunstein-Bezug, im Eingangskapitel ein, mit ihr als aufmerksamer Flaneurin den Maxplatz vielfältig und anekdotenreich zu erkunden.

In lebendiger Interviewform mit der Germanistin und Lektorin Julia Enzinger wiederum geht Stadtplaner Elmar Schwäbisch darauf ein, welche Gesichtspunkte bei der „Gestaltung der städtischen Mitte als Prozess der Stadtplanung“ für ihn wichtig waren.

Vielschichtiges
Kompendium

Ergänzt durch ein umfassendes Quellen- und Literaturverzeichnis sowie historische Abbildungen ist das neue Buch über den Maxplatz ein sehr lesenswertes, vielschichtiges und informatives Kompendium zum Schmökern geworden. Das Buch „Maxplatz Traunstein“ (ISBN: 978-3-00-086977-8) ist für 40 Euro im Buchhandel, in der Tourist-Information im Rathaus und in der Max Bar am Maxplatz erhältlich.

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